, als sie zur schwarzen Marann ' hinüber eilte ; sie wollte sie fragen , was sie thun solle ; die schwarze Marann ' lag schwer krank , sie war fast taub geworden und verstand kaum mehr zusammenhängende Worte , und Barfüßele wagte es nicht , das Geheimniß , das ihr halb anvertraut worden und das sie halb errathen hatte , so laut zu schreien , daß es die schwarze Marann ' verstehen konnte . Es konnten Leute von der Straße es hören . Rathlos kehrte sie wieder nach Hause zurück . Barfüßele mußte in ' s Feld und den ganzen Tag draußen bleiben beim Einpflanzen der Rübensetzlinge . Bei jedem Schritte fast zögerte sie und wollte zurück und dem Fremden Alles sagen ; aber das Gebot der Unterthänigkeit drängte sie fort zu der angewiesenen Pflicht , und dann dachte sie : wenn er so einfältig und unbesonnen ist , daß er so fahrlässig hineinrennt , dann ist ihm nicht zu helfen , dann verdient er ' s nicht besser und - versprochen ist ja noch nicht geheirathet , tröstete sie sich zuletzt . Sie war aber den ganzen Tag voll Unruhe , und als sie Abends heimgekehrt die Kühe melkte und Rosel mit dem vollen Kübel an einer ausgemolkenen Kuh saß und hell sang , da hörte sie den Fremden mit dem Bauer im benachbarten Pferdestall . Es handelte sich um einen Schimmel . Aber woher kam denn der Schimmel in den Stall ? sie hatten ja bisher keinen ? Jetzt fragte der Fremde : » Wer ist das , das daneben singt ? « » Das ist meine Schwester , « sagte der Bauer und auf dieses Wort hin fiel Barfüßele ein und sang die zweite Stimme , so mächtig , so trotzig , daß sie ihn zwingen wollte , daß er auch fragen müsse , wer denn drüben das sei ; aber das Singen hatte den Uebelstand , daß man dadurch nicht hören konnte , ob er denn wirklich gefragt habe . Und als Rosel mit dem vollen Kübel über den Hof ging , wo eben jetzt der Schimmel vorgeführt und beschaut wurde , sagte der Bauer : » Da , die da , das ist meine Schwester . Rosel ! Stell ' ab und richt ' was zum Nachtessen , wir haben einen Verwandten zum Gast , ich will ihn schon hinaufbringen . « » Und die Kleine da hat wohl die zweite Stimme gesungen ? « fragte der Fremde . » Ist das auch eine Schwester ? « » Nein , das ist so halb und halb ein angenommenes Kind ; mein Vater ist sein Pfleger gewesen . « Der Bauer wußte recht wohl , daß solche Mildthätigkeit ein schöner Ruhm eines Hauses sei und darum hatte er es vermieden , Barfüßele gradaus Magd zu nennen . Barfüßele war aber innerlichst froh , daß der Fremde nun doch von ihr wußte . Wenn er gescheit ist , muß er sich bei mir nach der Rosel erkundigen , berechnete sie richtig , und dann war die Anknüpfung gegeben , und er war wenigstens vor Unglück bewahrt . Rosel trug das Essen auf , und der Fremde war gar erstaunt , daß so schnell eine so schöne Gasterei hergerichtet sei ; er konnte nicht wissen , daß Alles vorbereitet war , und Rosel entschuldigte , daß er einstweilen fürlieb nehmen sollte mit der geringen Aufwartung , er sei ' s gewiß zu Hause besser gewohnt . Sie rechnete nicht ohne Klugheit , daß das Hervorheben eines weltbekannten Ruhmes Jedem wohlthue . Barfüßele mußte heute in der Küche bleiben und Rosel Alles in die Hand geben und immer und immer bat sie : » So sag ' mir doch um Gotteswillen , wer ist ' s denn ? Wie heißt er denn ? « Aber Rosel gab keine Antwort , und die Meisterin löste endlich das Geheimniß , indem sie erklärte : » Jetzt kannst du ' s schon sagen , es ist des Landfriedbauern Johannes von Zusmarshofen . Nicht wahr , Amrei , du hast noch ein Andenken von seiner Mutter ? « » Ja , ja , « sagte Barfüßele , und sie mußte sich auf den Herd niedersetzen , so war es ihr in die Kniee gefahren . Wie wunderbar war das Alles ! Also der Sohn ihrer ersten Wohlthäterin ist es . » Nun muß ihm geholfen werden , und wenn das ganze Dorf mich steinigt , ich leid ' s nicht ! « sprach sie in sich hinein . Der Fremde ging fort , man gab ihm das Geleite , aber noch auf der Treppe kehrte er wieder um und sagte : » Meine Pfeife ist mir ausgegangen , und ich zünd ' mir sie am liebsten mit einer Kohle an . « Er wollte offenbar mustern , wie es in der Küche aussähe . Die Rosel drängte sich vor ihm herein , und reichte ihm mit einer Zange eine Kohle , sie stand gerade vor Barfüßele , das hinten an der Esse auf dem Herd saß . Und noch spät in der Nacht , als Alles im Hause schon schlief , verließ Barfüßele dasselbe und rannte im Dorfe hin und her . Sie sucht Jemand , dem sie es sagen könnte , damit er den Johannes warne , aber sie weiß Niemand . Halt , da wohnt der Heiligenpfleger , der ist ein Feind des Rodelbauern , und der weiß Alles geschmälzt anzubringen ; aber .. zu einem Feinde deines Meisters gehst du nicht , und überhaupt zu Keinem hier . Hast schon Feinde genug von der Gemeinderathssitzung her wegen des Dami . Ja , der Dami , der kann ' s. Warum nicht ? Ein Mann kann eher davon reden , was kann man ihm Hinterhältiges zutrauen ? Und der Johannes , ja , so heißt er , er wird ihm das nicht vergessen , ja , und dann hat der Dami einen Annehmer , und was für einen ! So