machen , was der Graf Troilo entworfen hatte . Dieser nämlich erzählte seiner Muhme , der Herzogin Isabella , sogleich alles , und diese heitere Dame , die gern mit ihrem Vetter lachte , ging sogleich auf dessen Absicht ein , zum Teil auch wohl , um den Alten recht auffallend bloßzustellen , und auf diese Weise seine lästigen Bewerbungen abzuschütteln , da ihr jetzt wohl schon die Rolle der Zärtlichen , im Angesichte des ganzen Hofes , lästig fallen mochte . Man beredete also die kleine Lisa , daß sie dem zärtlichen Gesandten durch ihre Freundin Giannina eine Nacht zusagen ließ , wie sie zum Abendessen mit dieser Freundin und dem Paduaner bei ihm sein und nachher bei ihm bleiben wolle . Alles ward dazu veranstaltet . Nun war eben seit zwei Tagen eine junge , aber überaus häßliche Sklavin von Livorno angekommen , die , ich weiß nicht , zu welchen Diensten , im Palast gebraucht werden sollte . Sie schielte furchtbar , hatte einen widerwärtig großen Mund , und war von jener fast safrangelben Farbe , die durch Vermischung mit Europäern die Kinder erhalten , und so eine Race bilden , häßlicher , als die Schwarzen selber . Diese Widerwärtigkeiten abgerechnet , war sie übrigens kräftig und gut gebaut . Als Mann verkleidet , um nicht aufzufallen und von den fremden Dienern erkannt zu werden , ging Donna Isabella mit Troilo nach dem Hause des Gesandten . Sie führten die häßliche Sklavin mit sich . Troilo , der im Hause sehr bekannt und durch seine Freigebigkeit auch beliebt war , merkte in den untern Gemächern , die zu den Ställen gehören , einen jungen Diener . Die Sklavin , die nur ihre barbarische Sprache zu reden wußte , hatte sich indessen schon auskleiden müssen . Der junge Mensch führte die drei Personen auf der kleinen Treppe zu den innern Zimmern , und von da in das Schlafgemach des Gesandten . Der Stallbediente verstand etwas von jener barbarischen Sprache , und mußte also der Wilden bedeuten , daß sie sich im Bette ganz ruhig halten müsse . Die Garstige bequemte sich gern , in ein so aufgeschmücktes , flaumweiches Bett zu steigen , in welchem sie durch Müdigkeit und gesunde Natur auch sogleich in den festesten Schlaf versank . Der Diener verließ sie , und Troilo und Isabella hörten jetzt aus dem benachbarten Saale Scherz , Lust und lautes Gelächter . Der Alte saß neben seiner geliebten Lisa , trank und jubelte ; mit ihm war sein vertrauter Freund , der Paduaner , und dessen Giannina . - Indem der Alte Lisa einschenkte , rief er laut : Trink von diesem edlen Monte Pulciano ! Wie oft hat mir Donna Isabella einen Becher dieser Traube kredenzt ! Fühlst du denn auch wohl , Kleine , wie sehr ich dich erhebe , da ich vom Besitz einer solchen Gebieterin zu dir hinabsteige ? Der Schmaus war geendigt , und Giannina nahm den Alten beiseit und flüsterte ihm zu : Vergönnt , verehrter Freund , daß sich Lisa jetzt einsam dort auskleide , und , ihr Gefühl zu schonen , sie Euch im Finstern empfange . Er bewilligte , befahl auch den Dienern , sich wegzubegeben , und harrte seines Glücks . Auch der Paduaner nahm Abschied , Lisa wartete auf der Treppe , und Giannina kam jetzt zurück , um mit ihrem Freunde auch das Haus zu verlassen . Nun begab sich der Gesandte im Finstern in sein Schlafgemach . Er stieg in sein Bett , nicht wenig erstaunt , daß seine Gefährtin nach so wenigen Minuten schon so fest eingeschlafen sei . Anfangs hielt er es für Schalkheit und Verstellung , aber ein allzu gesundes Schnarchen überzeugte ihn bald vom Gegenteil . Erstaunt schüttelte und rüttelte er die Eingeschlafene heftig , aber lange vergeblich . Endlich wurde sie munter , und erhob , da sie einen Mann neben sich merkte , der ihr , wie sie glauben mußte , Gewalt antun wollte , in ihrer barbarischen , unverständlichen Sprache ein mörderliches Geschrei . Da sprang der Gesandte mit Entsetzen vom Lager , schrie nach Licht und allen seinen Dienern , so sehr harte er die Fassung verloren . Das ganze Haus wurde wach . Als Licht gebracht wurde , sah man ihn zitternd dastehn , von seinem langen Schlafrock nur dürftig bekleidet . Ohne daß er die Sache begriff , ward die Sklavin von den Dienern fortgeführt , jener Vertraute gab ihr unten im Stall ihre Kleider wieder , und betäubt , fieberhaft zitternd setzte sich der Alte , alles Rates beraubt , in seinen Sessel . Wie ward ihm jetzt , als in der Einsamkeit zwei Figuren aus einer Nische auf ihn zutraten , und er in dem einen Mann seine hohe Gebieterin , Isabella , wiedererkannte ! Er glaubte , das Haus müsse mit ihm versinken . - So lerne ich Euch kennen , redete ihn jetzt die mutwillige Donna an , Euch , der sich für meinen Herzgeliebten , für meinen unwandelbar treuen Schäfer ausgeben will ? Seht ! welches scharfe Auge die Eifersucht hat , die Euch schon seit Tagen unermüdlich beobachtete , und nun Eures Treubruches , Eurer Schändlichkeit innegeworden ist . Ich wollte es meinem Vetter Troilo nicht glauben , daß Ihr alter , boshafter , ungetreuer Mann einer solchen Unwürdigkeit fähig wäret . Er hat Euerm Leichtsinn , Euerm Wankelmut , Eurer Sucht , die Weiber zu verführen , niemals getraut , er hat mich immer vor Euch gewarnt . Aber , daß Ihr von mir , die Ihr anzubeten vorgebt , so tief herabsteigen , daß Eure verirrte Lust , Euer schwaches Gemüt zu einem solchen Scheusal sich herabwürdigen könne , das hätte ich keinem , auch dem zuverlässigsten Manne nicht , geglaubt , wenn es mein eignes Auge , zu meinem unendlichen Schmerze , nicht gesehn . Könnt Ihr wohl noch ein einziges Wort zu Eurer Entschuldigung hervorbringen ? Der Alte wußte nicht , ob man ihn närre ,