sich stellen guter Hoffnung , Und ich komme dann im Schlosse Heimlich nieder : Gott wird helfen ! Und mein Kindlein wird getragen Heimlich zu der Herzoginne , Als ob sie es hätt ' geboren . Denkt darüber nach in Liebe , Und dann seid Ihr überzeuget , Fühlet recht den Willen Gottes , Wie er Böses gut hier mache , So verzeihet der Äbtissin . Als der Herzog dies gelesen , Schloß er sich in seinem Zimmer Ein mit Ärzten und mit Räten Und nach dreien schweren Tagen , Wo sie ohne Schlaf verhandelt , Ist der kühne Plan gebilligt Und mit ihnen angeordnet , Wie er leichtlich auszuführen . In dem Schlosse , wo er thronet , Nach dem Astronomen-Turme In der Mitt vom Karpfenteiche , Tragen sie den Thron , den weichen , Als Geburtsstuhl ihn zu richten ; Aus dem astronomischen Werkzeug Wird die Zange bald geschmiedet , Und im Spiegelteleskope Sei die Wiege für das Kindlein . Als dies alles angeordnet , Setzt er sich zum Tisch von Pappe , Der mit Goldpapier bezogen , Schreibt mit einer Kasuarfeder : Der Herzog an die Äbtissin Pripert Magnus , Herzog aller Groß und kleinen Karpfenteiche , Euch entbietet Gruß und Gnade ! - Schwester , seid Ihr ganz des Teufels , Doch es sei Euch dies verziehen , Möchte Euch nicht gern erschrecken , Könnte Eurer Frucht sonst schaden ; Euer Vorschlag ist genehmigt Wegen Eurer klugen Listen , Und Ihr sollt ins Kindbett kommen Auf dem Astronomen-Turme ; Heimlich reiset Ihr zur Hauptstadt , Als ob Ihr zum Bade reistet Wegen eines innern Übels Von der schlechten Kost im Stifte ; Schreiben ist nicht meine Sache , Sprechen läßt sich alles besser , Ich bin wohl affektionieret . Also hat sie ungesäumet Sich zur Reise angeschicket . Und die Fräuleins alle möchten Mit ihr ziehen nach dem Bade , Doch sie läßt sie all zurücke . Nächtlich kommt sie nach dem Schlosse , Wird vom Leibarzt hingeführet Nach dem hohen Schmerzensturme . Ach wie viele müß ' ge Stunden Sind ihr nun von tausend Uhren , Die im ganzen Hause ticken , Vorgerechnet , wo sie müßig Legt im Schoß die schönen Hände , Und sie will Kalender machen , Schauet , kalkuliert und rechnet Mit den Ärzten ganze Tage . Während sie so eng verschlossen , Trägt die Herzogin die Zeichen Ihrer guten Hoffnung mühsam : Wird begrüßt von allen Ständen , Die nach dem Gelusten fragen , Was sie wünsche , was sie fordre . Äpfel , indian ' sche Nester , Marzipan und Pfeffernüsse , Alles wird herbeigeschaffet , Alle Edlen sind in Sorgen , Alle Landeskirchen beten Um die glückliche Befreiung . Doch die Herzogin viel lieber Wär befreiet von dem Panzer , Den die Ärzte ihr bereitet , Ihr den schlanken Wuchs verstellend : Denn sie war so zart gewachsen , Wie ihr Name es bezeichnet ; Wie ein Fidibus für Pfeifen Schien sie sonst im weißen Kleide , Mit den kranken roten Wangen . Stolz ging jetzt der dicke Herzog Auf und nieder in dem Schlosse , Strich sich seine goldne Weste , Meinte , daß ein jeder sehe Nun auf ihn , weil bald ein Kindlein Würde auch nach ihm genennet ; Denn nach allen Glückwünschungen Meinte er sich wirklich Vater , Sprach von nichts als von der Ehre , Von der Würde eines Vaters , Von der Mühe es zu werden ; Gnädig ließ er sich die Hände Küssen von der Herzoginne , Tat , als wenn er Vater wäre Aller Kinder in dem Reiche . Endlich naht der Tag der Freude , Alle Telegraphen spielen , Kanonier mit brennenden Lunten , Und der Herzog wie ein Puthahn Kullernd in dem ganzen Hause , Und die Herzogin verlegen , Und die Ärzte ängstlich laufend , Daß man ihren Weg nicht sehe Nach dem Astronomenturme ; Und die alten Fraun vom Hofe Sehr erbittert , daß man ihnen Allen Zutritt hat verschlossen ; Jede hat ein volles Dutzend Lieblicher Historien Aus dem Rauch dazu genommen , Und nun müssen sie einander In der Kürze alles sagen , Weil es kalt ist auf den Treppen , - Der Effekt ist ganz verloren . Endlich seht das große Zeichen In den tiefen nächt ' gen Stunden , Und der Marschall mit dem Schnupftuch Winket zweimal aus dem Fenster , Von den Fackeln wohlbeleuchtet . Also ist ein Prinz geboren , Und die Kanoniere schießen , Daß die Scheiben aus den Fenstern , Menschen aus den Türen fliegen ; Und es gibt ein frohes Jauchzen , Daß die Frösche in dem Teiche Nicht alleine nächtlich singen . Als das Wappen eingebrennet Unserm Prinzen an den Hüften , Daß man ihn nicht mög vertauschen , Merkt man eine eigne Farbe In der Haut , die schwer zu nennen ; Doch das ist gar oft an Kindern , Die erst neu zur Welt gekommen , Eins ist grün , das andre bläulich , Das vergeht in wenig Wochen . Als die Glückwünschung empfangen , Und die Taufe ist verrichtet , Und noch vierzehn Tage später Dauert unsers Herzogs Freude . Doch da wird der Prinz viel schwärzer Als des Herzogs Tintenfinger , Den er braucht zum Unterzeichnen , Und der Herzog sieht mit Schrecken , Daß es sei ein Mohrenjunge , Was noch keiner von den Ärzten Hat gewagt , ihm zu verkünden . Und der Herzog will verzweifeln , Beißet sich auf seinen Finger Und der schmecket gar nach Tinte ; Und die Herzogin erboßet , Daß ihr guter Ruf könnt leiden , Wütet ein auf die Prinzessin , - Doch es muß verheimlicht werden . Traurend wird des Thrones Erbe Bei dem Volke tot gesaget , Und ein Affe wird geschlachtet Von den beiden flinken Ärzten , Wohlrasiert und angezogen , Mit dem Myrtenkranz und Degen , In ein kleines Sarg geleget , Schwach beleuchtet ausgestellet , Und mit großem Leichenzuge Beigesetzt in der Kapelle . Ach du Ärmste der Prinzessen