bethaut mit tausend Thränen , Goldne Ringe , Sporen , Schwerdter , Sind in unserm Schatz : Viel Kleinodien und Juwelen Wissen wir in dunkeln Hölen , Keiner kann den Reichthum zählen , Zählt ' er auch ohn ' Unterlaß . Kinder der Vergangenheiten , Helden aus den grauen Zeiten , Der Gestirne Riesengeister , Wunderlich gesellt , Holde Frauen , ernste Meister , Kinder und verlebte Greise Sitzen hier in Einem Kreise , Wohnen in der alten Welt . Keiner wird sich je beschweren , Keiner wünschen fort zu gehen , Wer an unsern vollen Tischen Einmal fröhlich saß . Klagen sind nicht mehr zu hören , Keine Wunder mehr zu sehen , Keine Thränen abzuwischen ; Ewig läuft das Stundenglas . Tiefgerührt von heilger Güte Und versenkt in selges Schauen Steht der Himmel im Gemüthe , Wolkenloses Blau ; Lange fliegende Gewande Tragen uns durch Frühlingsauen , Und es weht in diesem Lande Nie ein Lüftchen kalt und rauh . Süßer Reitz der Mitternächte , Stiller Kreis geheimer Mächte , Wollust räthselhafter Spiele , Wir nur kennen euch . Wir nur sind am hohen Ziele , Bald in Strom uns zu ergießen Dann in Tropfen zu zerfließen Und zu nippen auch zugleich . Uns ward erst die Liebe , Leben ; Innig wie die Elemente Mischen wir des Daseyns Fluten , Brausend Herz mit Herz . Lüstern scheiden sich die Fluten , Denn der Kampf der Elemente Ist der Liebe höchstes Leben , Und des Herzens eignes Herz . Leiser Wünsche süßes Plaudern Hören wir allein , und schauen Immerdar in selge Augen , Schmecken nichts als Mund und Kuß . Alles was wir nur berühren Wird zu heißen Balsamfrüchten , Wird zu weichen zarten Brüsten , Opfern kühner Lust . Immer wächst und blüht Verlangen Am Geliebten festzuhangen , Ihn im Innern zu empfangen , Einst mit ihm zu seyn , Seinem Durste nicht zu wehren , Sich im Wechsel zu verzehren , Von einander sich zu nähren , Von einander nur allein . So in Lieb ' und hoher Wollust Sind wir immerdar versunken , Seit der wilde trübe Funken Jener Welt erlosch ; Seit der Hügel sich geschlossen , Und der Scheiterhaufen sprühte , Und dem schauernden Gemüthe Nun das Erdgesicht zerfloß . Zauber der Erinnerungen , Heilger Wehmuth süße Schauer Haben innig uns durchklungen , Kühlen unsre Gluth . Wunden giebt ' s , die ewig schmerzen , Eine göttlich tiefe Trauer Wohnt in unser aller Herzen , Löst uns auf in Eine Flut . Und in dieser Flut ergießen Wir uns auf geheime Weise In den Ozean des Lebens Tief in Gott hinein ; Und aus seinem Herzen fließen Wir zurück zu unserm Kreise , Und der Geist des höchsten Strebens Taucht in unsre Wirbel ein . Schüttelt eure goldnen Ketten Mit Smaragden und Rubinen , Und die blanken saubern Spangen , Blitz und Klang zugleich . Aus des feuchten Abgrunds Betten , Aus den Gräbern und Ruinen , Himmelsrosen auf den Wangen Schwebt in ' s bunte Fabelreich . Könnten doch die Menschen wissen , Unsre künftigen Genossen , Daß bei allen ihren Freuden Wir geschäftig sind : Jauchzend würden sie verscheiden , Gern das bleiche Daseyn missen , - O ! die Zeit ist bald verflossen , Kommt Geliebte doch geschwind ! Helft uns nur den Erdgeist binden , Lernt den Sinn des Todes fassen Und das Wort des Lebens finden ; Einmal kehrt euch um . Die Macht muß bald verschwinden , Dein erborgtes Licht verlassen , Werden dich in kurzem binden , Erdgeist , deine Zeit ist um . Dieses Gedicht war vielleicht wiederum ein Prolog zu einem zweiten Kapitel . Jetzt sollte sich eine ganz neue Periode des Werkes eröffnen , aus dem stillsten Tode sollte sich das höchste Leben hervorthun ; er hat unter Todten gelebt und selbst mit ihnen gesprochen , das Buch sollte fast dramatisch werden , und der epische Ton gleichsam nur die einzelnen Szenen verknüpfen und leicht erklären . Heinrich befindet sich plötzlich in dem unruhigen Italien , das von Kriegen zerrüttet wird , er sieht sich als Feldherr an der Spitze eines Heeres . Alle Elemente des Krieges spielen in poetischen Farben ; er überfällt mit einem flüchtigen Haufen eine feindliche Stadt , hier erscheint als Episode die Liebe eines vornehmen Pisaners zu einem Florentinischen Mädchen . Kriegslieder . » Ein großer Krieg , wie ein Zweykampf , durchaus edel , philosophisch , human . Geist der alten Chevalerie . Ritterspiel . Geist der bacchischen Wehmuth . - Die Menschen müssen sich selbst untereinander tödten , das ist edler als durch das Schicksal fallen . Sie suchen den Tod . - Ehre , Ruhm ist des Kriegers Lust und Leben . Im Tode und als Schatten lebt der Krieger . Todeslust ist Kriegergeist . - Auf Erden ist der Krieg zu Hause . Krieg muß auf Erden seyn . « - In Pisa findet Heinrich den Sohn des Kaisers Friedrich des Zweiten , der sein vertrauter Freund wird . Auch nach Loretto kömmt er . Mehrere Lieder sollten hier folgen . Von einem Sturm wird der Dichter nach Griechenland verschlagen . Die alte Welt mit ihren Helden und Kunstschätzen erfüllt sein Gemüth . Er spricht mit einem Griechen über die Moral . Alles wird ihm aus jener Zeit gegenwärtig , er lernt die alten Bilder und die alte Geschichte verstehn . Gespräche über die griechischen Staatsverfassungen ; über Mythologie . Nachdem Heinrich die Heldenzeit und das Alterthum hat verstehen lernen , kommt er nach dem Morgenlande , nach welchem sich von Kindheit auf seine Sehnsucht gerichtet hatte . Er besucht Jerusalem ; er lernt orientalische Gedichte kennen . Seltsame Begebenheiten mit den Ungläubigen halten ihn in einsamen Gegenden zurück , er findet die Familie des morgenländischen Mädchens ; ( s. den I.Th. ) ; die dortige Lebensweise einiger nomadischen Stämme . Persische Mährchen . Erinnerungen aus der ältesten Welt . Immer sollte das Buch unter den verschiedensten Begebenheiten denselben Farben-Charakter behalten ,