ernten kann , aber der Fischer , der nicht sät ( Sehet die Fischer an : sie säen nicht und ernten doch , hatte Pastor Evers gepredigt ) , für den ein andrer die Saat bestellt , der immer unbekannte , geheimnisvolle Äcker und Felder berakt : was kann der alles ernten ? Störtebekers Gold liegt immer noch auf dem Grunde der See : ein Fischer wird es einmal finden , heißt es . Diese Hoffnung auf Großes , Unsichtbares , die sich bei jedem Streek erneut , ist es , die auch dem armseligsten Fischerewer vor allen andern Schiffen etwas vorausgibt : und sie ist es , die Fischer werben wird , solange die See nicht zugeschüttet ist . Klaus Mewes mußte Hein Mück und seinem Jungen das Abstoppen für eine Weile überlassen , denn ohne seine Bärenkraft ließ die Winsch sich diesmal nicht drehen . Endlich konnte der Kurrbaum festgemacht werden . Diesmal riß Störtebeker schon kräftig mit an der Kurre , denn er wußte jetzt , worauf es ankam , und kümmerte sich wenig darum , daß er naß wurde . Sogar Seemann half : er biß sich an den Maschen fest und zerrte unter großem Geknurr . Als das Steerttau losgeknotet war , donnerte ein schwerer Stein auf das Deck , daß der Ewer erdröhnte . Das war der vermeintliche reiche Segen ! Zum Glück waren aber auch noch Schollen in der Kurre . Sie wanderten in den Bünn . Der große Felsen blieb einstweilen an Deck liegen . Klaus Mewes wollte ihn hier nicht über Bord werfen , sondern gedachte ihn an einer Stelle sacken zu lassen , wo nicht gefischt wurde , wo er also keinen Fischern mehr beschwerlich und keinen Kurren mehr gefährlich werden konnte . Störtebeker schrubbte ihn ab und setzte sich darauf , als die Sonne ihn abgetrocknet hatte . Kap Horn übernahm die nächste Wache . Störtebeker , der noch nicht wieder schlafen konnte , blieb bei ihm und half ihm beim Zusammenbinden und Aufhängen der Scharben , die der Wind nun trocknen mußte . Der alte Janmaat freute sich , daß der Junge so viel von ihm hielt , und erzählte ihm Geschichten von der großen Fahrt , die noch all seine Gedanken füllte wie der Wind die Segel , und die er nicht vergessen konnte , Geschichten von Albatrossen und Eisbergen , von Schiffbrüchen und Piraten , von Chinesen und Negern , von Haifischen und schneebedeckten Bergen , von dem Fliegenden Holländer , von der Linie und dem Sargassomeer bei Westindien , in dem kein Schiff von der Stelle kommen konnte . Auch die berühmte Aalgeschichte von Hans Fink erzählte er ihm . Die war so : als Hans auf großen Schiffen fuhr , bekam seine Bark einst zwischen Kapstadt und Singapur ein Leck in den Boden . Sie wollten es dichten und konnten es nicht , denn das Wasser sprudelte immer stärker . Da riefen sie Hans Fink , den Zimmermann , daß er es dicht mache . Als Hans aber angelaufen kam und gerade anfangen wollte zu arbeiten , - in die Hände hatte er schon dreimal gespuckt ! - wat meent ji woll : mit einem Mal taucht ein großer , dicker , fetter Aal vom Grunde der See auf , steckt den Kopf durch das Loch und bleibt darin sitzen . Hans Fink holt geruhig sein Knief aus der Tasche , das mit der knöchernen Schale , das er noch heute hat , schneidet dem Aal Kopf und Schwanz ab und läßt sich vom Smutje Hamburger Aalsuppe davon kochen . Und das Schiff ist dicht und macht nicht einen Tropfen Wasser mehr , daß sie glücklich in Singapur ankommen , bloß , weil Hans Fink so schlau gewesen war . Gotts den Dünner , - was für eine Geschichte . » Minsch , wat kannt angohn « , rief Störtebeker verdutzt , » wo grot is dat Leck denn wesen ? « » Och , so as mien Arm dick is ! « » Son dicke Ool gift ober ne ! « Kap Horn ließ sich aber nicht aus dem Kurs bringen : es wäre eben ein Seeaal gewesen ! » Veel Pund schull de woll wogen hebben ? « » Dor mutt ik um legen , Störtebeker : Hans Fink meent ober , he kunn em op foftein Pund taxiern ! « Der Junge konnte auch jetzt noch nicht über den sonderbaren Fall hinwegkommen und trieb den Knecht zuletzt in die Enge mit der Frage : » Jä , nu segg mi ober mol : wat hett he denn den Stiert afsneen kreegen ? De seet doch butenburds ? « Da saß Kap Horn mit seinem Aal fest und wand sich selbst wie ein Aal , er suchte beim Kompaß und bei den Segeln Rat , ohne ihn zu finden : zuletzt aber rettete er sich durch einen Hasenseitensprung , indem er tiefsinnig erklärte : » Dor heff ik Hans noch nich no frogt ! Wenn ik em annen Diek drop , will ik ober noch mol mit em ober den Krom snacken . « Noch viel mehr Geschichten brachte er zu Markt , während sie stetig fischten ; von Jan Wurts kleinem Haus , das so klein war , daß viele darüber fielen und viele es für einen Maulwurfshügel ansahen . Einmal erlebte Jan Wurt eine dreitägige Sonnenfinsternis , weil Hannis Loop , der beim Lohen war , sein Großsegel aus Versehen darüber gebreitet hatte . Ein andermal steckte der große Karsten Külper es im Vorbeigehen in die Jackentasche , und als er nachher bei Madam auf Musik war , zog er es heraus und stellte es auf den Tisch zwischen die Groggläser und Bierseidel mit den Worten : » Kiekt , Junggäst , wat ik annen Feekstreek funnen hebb ! « Seine Macker , die Seefischer , aber lasen das Schild an der Tür Jan Wurt , Elbfischer . und sagten , da hätte er schön was gemacht : das sei