bestimmte , dem » jungen Adler « zu folgen . Meine Frau ist keine üble Kletterin . Sie besucht Gebirgsgegenden sehr gern und zeigt sich da zuweilen kühner , als ich ihr erlauben darf . Sie kam mir nach . Doch Pappermann blieb sitzen . » Bin mein Lebtage keine Gemse gewesen , « behauptete er , » und werde auch nun nicht erst eine werden . Ein ebener Weg , ein gutes Pferd und ein festgeschnallter Sattel ; das ist es , was ich haben will . Steigt , so hoch ihr wollt ; ich mache nicht mit ! « Als wir hinaufkamen , bot sich uns ein wunderbarer Anblick dar . Ich hatte die Teufelskanzel noch nie gesehen , war aber doch gleich beim ersten Blick überzeugt , daß sie es war , nichts Anderes . Das rief ich dem alten Westmann hinab . Da stand er denn doch auf und begann , sich langsam und sehr vorsichtig in die Höhe zu kraxeln . Es dauerte ziemlich lange , bis er uns erreichte . » So ! Da bin ich ! « sagte er . » Nun will ich einmal hinunterschauen , um zu sehen , welch ein unbegreiflicher Unsinn sich da - - - « Er hielt mitten im Satze inne , vergaß aber den Mund zuzumachen . » Welchen Unsinn meint Ihr ? « fragte ich . » Den Unsinn , daß , daß - - - Alle Teufel ! Was ist mir da passiert ! « » Nun , ist es die Devils pulpit ? Oder ist sie es nicht ? « » Sie ist es ! O Pappermann , Maksch Pappermann , was bist du für ein Riesenschaf oder gar was für ein Kamel ! Daran ist aber nur dieser unglückselige Name schuld ! Denn nur , wer Pappermann heißt , kann sich eine so entsetzliche Blamage auf das Gewissen laden ! Dieser Name , dieser Name ! Der ist mein Unglück gewesen , so lange ich lebe ! Hätte mein Vater Müller oder Schulze oder Schmidt geheißen , meinetwegen auch Hanfstängel , Zuckerkant oder Pumpernickel , so wäre ich ebenso gut ein Glückskind gewesen wie andere Leute auch . Aber Pappermann , Pappermann , das ist das Schrecklichste , was es gibt ! Das hat mich verfolgt bis hierher ! Und das wird mich auch noch weiter verfolgen , bis es nichts mehr an mir gibt , was überhaupt verfolgt werden kann ! « Er fühlte sich in hohem Grade unglücklich . Handelte es sich doch um seine Westmannsehre , die ihm über Alles ging . Eines derartigen Irrtums darf sich kein Berg- , Wald- und Savannenläufer schuldig machen , wenn er es nicht darauf ankommen lassen will , seinen guten Ruf auf das Spiel zu setzen . Glücklicherweise aber war Niemand da , der Lust hatte , ihn bei diesem Fehler zu fassen , und als ich ihm versicherte , daß auch mir solche falsche Berechnungen schon wiederholt passiert seien , begann er , sich zu beruhigen . Man denke sich ein plattes Dach , dessen steinernes Geländer aus schweren Felsenbrocken besteht . Dieses Dach ist mit Bäumen und dichtem Gebüsch besetzt , so daß man , wenn man da oben steht , von unten nicht gesehen werden kann . Tritt man an das Geländer heran und schaut hinab , so sieht man , daß die Felsenwand fast senkrecht in die Tiefe fällt . Auf diesem platten Dache befanden wir uns , und tief unter uns lag die Teufelskanzel . Wer sich mit Geometrie beschäftigt hat , der weiß , was man unter einer Ellipse versteht . Weil aber nicht alle meine Leser Geometer sind , will ich mich hier nicht geometrisch , sondern als Laie ausdrücken , um leichter verstanden zu werden : Eine Ellipse ist ein Kreis , der so lang ausgezogen ist , daß er zu dem einen Mittelpunkte noch einen zweiten bekommen hat . Diese beiden Mittelpunkte werden auch Brennpunkte genannt . Wer einen Fischkessel in der Küche hat , der kennt die länglich runde Form einer solchen Ellipse . Und der Fischkessel mag zugleich auch ein Bild des länglich runden Bergkessels sein , zu dem sich unsere Felsenwand hinuntersenkte . Dieser Kessel bildete so genau eine Ellipse , als ob er nicht von der Natur , sondern von Menschenhand mitten in das gewaltige Kompakt der Bergmasse hineingebrochen worden sei . Wie ich dann später freilich sah , hatte die Natur allerdings zwar vorgearbeitet , die berechnende Kraft des Menschen aber nachgeholfen . Das war vor alten , ja uralten Zeiten geschehen und so lange her , daß die Felswände , welche erst ganz gewiß senkrecht und nackt gewesen waren , infolge der Verwitterung nun Risse , Sprünge , Ecken , Kanten , Höhlungen , Altane und andere Abweichungen von der lotrechten Linie zeigten , auf denen und in denen sich nach und nach ein kräftiger Baum- und Strauchwuchs nebst anderem Kräuter- , Stauden- , Gras- und Moosgrün angesammelt hatte . Auch der Boden des Kessels war mit grünender Vegetation bedeckt , doch machte ich in Beziehung auf diese Vegetation sofort zwei in die Augen fallende Beobachtungen . Nämlich es schien hier ein Pflanzenwuchs ursprünglich nicht beabsichtigt zu sein , denn es gab da einen vollständig sterilen Untergrund , und der mußte mit voller Berechnung hergeschafft worden sein , denn so weit das Auge reichte , gab es nur fruchtbares Land . Die Bäume , die da unten auf dem Grunde des Kessels standen , hatten alle , so alt und so stark sie waren , keine Wipfel mehr . Und wo es noch welche gab , da waren sie vertrocknet . Das deutete darauf hin , daß sie sich nur von einer dünnen , angewehten Erdschicht nährten , mit den Wurzeln aber nicht in die Tiefe konnten oder dort keine Nahrung fanden . Und in der Tat , als ich später hinunterkam und nachschaute , fand ich , daß so weit die Ellipse reichte , ihr ursprünglicher