indem er aufsprang und die Hände zustimmend zusammenschlug . » Das ist ein Wort , wie ich es von einem Manne erwartet habe ! Ich höre , daß du Hadschi Halef Omar bist , der berühmte , unüberwindliche Scheik der Haddedihn vom tapferen Stamme der Schammar ! « Das wirkte geradezu elektrisierend auf meinen kleinen , ehrgeizigen Hadschi . Er sprang auch auf und erklärte in seinem bestimmtesten Tone : » Ja , der bin ich allerdings , und du wirst sogleich hören , was ich beschlossen habe : Wir reiten fort , jetzt , gleich ! Wir folgen den Dschamikun bis in das Thal des Sackes und zwingen sie dort , sich uns zu ergeben . Das sage ich , und mein Sihdi sagt es auch . Darauf gebe ich dir mein Wort , mein Ehrenwort ! « » Halef ! « rief ich ihm zu , indem ich nun auch aufsprang . » Was fällt dir ein ! Gieb deinen Puls ! Das Fieber spricht aus dir ! « Er trat einen Schritt zurück und antwortete : » Ob Fieber oder nicht , ich hab ' s gesagt und werde es auch halten . Mein Puls ging ruhig , wie er immer geht ; aber wenn du zauderst , zu thun , was uns die Pflicht und die Ehre gebietet , so muß er freilich schneller gehen ! Ich bin mit dir gereist , so weit , so weit ! Und ich bin auch bereit , mit dir zu gehen bis an das Ende der Erde . Du aber willst mir nicht einmal den Gefallen thun , den ich unsern Freunden , den Dinarun , zu erweisen habe ! Darum gab ich so schnell mein Ehrenwort , um dich zu zwingen . Jetzt thue , was dir beliebt ! Ich reite mit , sogleich ! Wirst du mich , deinen Halef , verlassen können ? « Der Fakir war von uns der einzige , der noch saß . Jetzt stand er auf , ergriff Halefs Hand und dann die meine , legte beide ineinander und sagte , sich an mich wendend : » Halte deinen Freund und Bruder nicht zurück ! Der Tod steht an seiner Seite und streckt die Hand nach ihm aus ; du aber siehst es nicht . Reite gern und schnell mit ihm nach dem Daraeh-y-Dschieb ! Dort wird er Rettung finden ; hier aber müßte er sterben . Glaub es mir ! Es ist so gut , als hätte Allah selbst es dir gesagt ! « Nach diesen Worten wandte er sich ab und ging von uns weg . » Das ist die Wahrheit , « erklärte der Scheik . » Er sieht Dinge , die kein anderer sehen kann , auch den Tod ! « » Kennst du diesen Fakir so genau ? « fragte ich . » Ja . « » Seit wann ? « » Gehört habe ich seit langer Zeit von ihm . Gesehen habe ich ihn erst gestern früh , als er in unser Lager kam . Er ist bald hier , bald dort . « » Wie lange bleibt er bei euch ? « Der Fakir hatte sich schon so weit von uns entfernt , daß er diese meine Frage unmöglich gehört haben konnte . Und dennoch blieb er grad in diesem Augenblicke stehen , drehte sich um und rief uns zu : » Sallab kam , und Sallab geht . Er hat weder Brot , noch Fleisch , noch Salz , noch Wasser hier genossen ; er ist keines anderen als nur Allahs Gast . Doch was er sprach , das war zu eurem Heile ! « Hierauf ging er weiter , bis er in einer Terrainfalte verschwand . Halef hielt meine Hand noch fest . Jetzt zog er sie noch näher an sich und fragte : » Nicht wahr , du reitest mit , Sihdi ? « » Ja , « antwortete ich . » Sogleich ? « » Ja . « Was wollte oder konnte ich anderes sagen , da der Scheik bei uns stand , in dessen Gegenwart ich doch nicht sprechen konnte , wie ich wollte . » Ich danke dir , Sihdi ! « Bei diesen Worten gab der Hadschi meine Hand wieder frei . » Nein , danke nicht mir , sondern dir selbst ! Denn du bist die Quelle dieses meines Entschlusses . Ich wollte erst morgen entscheiden . Du hast es schon jetzt gethan , und so wollen wir wünschen , daß wir es nicht zu bereuen brauchen ! « » Es ist zu unserm Heile . Der Fakir hat es gesagt , Sihdi ! Und da es denn beschlossen ist , so wollen wir auch nicht lange zögern . Um mich brauchst du keine Sorge zu haben . Das zahnlose Weib ist für immer fort . Ich bin so gesund und stark , daß ich mich schäme , in der Sänfte gesessen zu haben wie eine kraftlose Urahne sämtlicher Großmütter aller kranken Schwiegereltern . Du hast dich um nichts zu bekümmern . Ich werde für alles sorgen , auch für Futter für die Pferde . « Als er das sagte , sah er so frisch und munter aus , als ob die Sänfte vollständig überflüssig gewesen sei . Der Scheik forderte ihn auf , mit ihm in das Zelt zu gehen ; er wolle ihm den Vorrat von Bla ed Dud52 zeigen . Er folgte ihm , und da ich nun allein war , so schlenderte ich langsam durch das Lager und dann über dasselbe hinaus , um vollends bis auf die Kuppe des Berges zu steigen . Als ich da oben angekommen war , sah ich den Fakir über den jenseitigen Abhang schreiten . Indem ich ihn mit den Augen verfolgte , blieb er stehen , hob den rechten Arm empor , bewegte ihn , als ob er jemand warnen wolle , und ging dann weiter . Wem hatte das gegolten ? Mir ? Geheimnisvoller Mann