und Spiele vor , weil sie sich vorgenommen hatte , an diesem Tage recht heiter zu sein . So wurde denn getanzt , und in allen Wendungen , feierlichen wie lebhaften Tänzen , figurierte jener beschriebene Conegiani , und spielte seine zärtliche Rolle mit der Herzogin Isabella . Nachher ward gesungen , dann trieb man das Spiel , schwere Worte hintereinander schnell zu sagen , was die tollsten Redensarten , burleske unsinnige Silben hervorbrachte ; wer aber fehlte , stotterte , oder falsche Worte sagte , erhielt von einer kleinen vergoldeten Kelle einen derben Schlag in der flachen Hand , so wie es wohl den kleinen Kindern in den Schulen geboten wird . Viel Schläge , und heftige , bekam unser Gesandter , denn die Dame , die das Strafamt verwaltete , spaßte mit ihm nicht , wenn er wegen Fehler gezüchtiget wurde , so daß seine Hand am Ende rot aufgelaufen war , und er mit den lächerlichsten Grimassen die schmerzende an seinen Kleidern rieb . Jetzt schlugen die jungen Leute ein tolles Spiel vor , das Affenspiel , Mattacini genannt , in welchem einer der Herren hüpft , springt , Gebärden macht , und alle übrigen nachahmen und ebenso tun müssen . Bei dieser Tollheit sind die Damen natürlich nur Zuschauer . Man legt bei diesem Spaß die Mäntel ab und zeigt sich im Wams , ein nachlässiges Kostüm , in welchem schöne junge Männer , welche gut gewachsen sind , nur gewinnen können , in welcher Tracht aber das dürre , arme , fleischlose Skelett , an welchem man weder Waden , Schenkel noch Hüften wahrnehmen konnte , sich vollends erst wie ein aufrecht wandelnder Affe ausnahm . Dieses übermütige Spiel führte nun ein Vetter der Herzogin Isabella an , der Graf Troilo Orsini , ein großer schöner Mann , in voller Kraft der Jugend , und so mit Grazie begabt daß alle Weiber in ihn vernarrt sind . Dieser ersann nun die tollsten Sprünge , Stellungen und Gebärden , und wie einem reizenden Jünglinge , der seinen Körper in der Gewalt hat , und sich kennt , um zu wissen , was er sich erlauben darf , alles schön steht , und er auch das Komische und seltsam Abgeschmackte veredelt so erschien an unserm Gesandten selbst das Gewöhnliche verzerrt und widerwärtig , das Absurde aber abscheulich . Ihr könnt euch die Lust und Freude der übermütigen Jugend und der Weiber und Mädchen vorstellen ; ich habe die edle Großherzogin noch niemals so lachen sehn . Wie wurde es aber erst , als der tolle Troilo anfing , seinen ihm Vorstehenden mit aufgehobenem Bein und Fuß einen Tritt in die Hüften zu geben . Wie ein kreisendes Rad ging diese Gebärde mit der größten Schnelligkeit durch die Versammlung : mancher Getretene fiel um , mancher Tretende war in Gefahr : am schlimmsten erging es dem armen Conegiani , dessen lange , dürre Figur sich zuweilen vom gewaltigen Tritt hintenüber bog , wie ein Bogen . Die Gesichter , die er dabei schnitt , lassen sich gar nicht beschreiben . Er versäumte es aber auch nicht , es nach Vermögen seinen Mitspielenden zu vergelten , so daß er , wie die übrigen , in Schweiß geriet , die Großherzogin sich aber von Lust und übermäßigem Gelächter so angegriffen fühlte , daß sie nach diesem Spiele den Saal verlassen mußte . - Nun kleidete man sich wieder an , und der Gesandte setzte sich freudetrunken nieder zu seiner angebeteten Donna Isabella , im Wahn , wie zauberreich er in diesen verschiedenen Windungen und Gebärdungen die Schönheit seines Körpers entfaltet habe . Sie drückte ihm die Hände , lobte seine Gewandheit und er war entzückt « - » Doch der Gemahl der Isabella - trieb er auch diese geistreichen Spiele mit ? « fragte Don Giuseppe . » Ihr scheint es nicht zu wissen « , sagte der Fremde , » daß der Herzog Bracciano schon seit Jahren von Florenz abwesend ist ; wenn er nicht im Kriege ficht , so lebt der schon bejahrte Mann hier und dort . Er hat , sagt man , seine Gemahlin nie geliebt , und sie ihn wohl ebensowenig . So sieht man auch fast niemals unsern Fürsten Francesco in den Zimmern seiner Gemahlin , wenn diese ihre Gesellschaften hat . Bei unsern Großen fällt dergleichen kaum mehr auf , wie Ihr es ja auch aus eigener Erfahrung wissen müßt . - Erlaubt aber , daß ich jetzt zu jener seltsamen Geschichte übergehe , zu welcher das Bisherige nur die Einleitung sein sollte , um den Helden derselben kennenzulernen . Der junge Troilo unterhielt , der Wohnung des Gesandten gegenüber , ein schönes junges Mädchen , die auch mit der Geliebten des Paduaners , des Freundes unsers Conegiani , sehr vertraulich war , wie unter diesen jungen Wesen , die das ganze Leben von der leichtsinnigen Seite nehmen , diese Verbindungen sehr natürlich sind . Da der alte Gesandte das Kleinod des Troilo täglich aus seinen Fenstern , sich ziemlich nahe gegenüber sah , so ward er leichtsinnig , wie er ist , in dieses artige Wesen entbrannt , und es schien ihm um so merkwürdiger , daß sein Herz neben jener hohen , erhabnen Leidenschaft für die Herzogin , auch noch einer leichteren Empfindsamkeit fähig war , und er schadenfroh imstande sei , einem jungen Manne auf diese Weise Eintrag zu tun . Da sein Liebäugeln , Kußwerfen und Grimassieren mit jedem Tage zunahm , so erzählte die mutwillige Kleine diese Neuigkeit ihrem Troilo . Dieser jubelte auf , als er seinen Conegiani wieder von dieser Seite kennenlernte . Er befahl der kleinen Lisa , sich gegen den Alten freundlich zu stellen , und ihm Hoffnung zu machen , als wenn sie sich ihm und seinem Liebreiz wohl nach einiger Zeit ergeben könne . Dem stets lustigen Paduaner wurde auch mitgeteilt , was sich ergeben solle , und dessen junge , leichtfertige Giannina mußte ebenfalls darum wissen , um das möglich zu