! rief der Graf mit Erstaunen . Derselbe , bester Graf , erwiederte der General , indem er ihn herzlich in seine Arme schloß . Wir haben uns lange nicht gesehen , sagte endlich der Graf lächelnd , Vieles hat sich seitdem geändert , und es ist nicht leicht , in dem General Clairmont den heitern , schlanken , tanzenden Clairmont , meinen damaligen Freund , wieder zu erkennen , und gewiß hättest Du es damals wohl nicht geglaubt , daß Du jemals unter Umständen , wie die gegenwärtigen , mein Gast sein würdest . Gewiß , gewiß nicht , sagte der General und sah sich mit einiger Unruhe nach seinem Adjudanten um . Erlaube , sagte er drauf zum Grafen , ein kleines Dienstgeschäft . Der Graf zog sich zurück , und der General trug dem Adjudanten auf , jede Gewaltthätigkeit zu verhindern , alle Vorräthe unberührt zu lassen , Alles , so viel als möglich , in die Nebengebäude einzuquartieren und sich überhaupt so zu betragen , als ob sie zum Besuch bei einem Freunde wären . Der Adjudant eilte , diese , den früheren so entgegen gesetzten Befehle zu ertheilen , und der General wendete sich wieder zu dem Grafen . Hätte ich nur ahnen können , sagte er , daß dieß Dein Schloß wäre , mein alter Freund , so hätte ich Dich zwar besucht , aber nicht mit so ansehnlicher Begleitung , nicht auf Kriegsfuß ; aber man hat Dich mir nur immer als den reichen Grafen , ohne Dich zu nennen , bezeichnet , und da dachte ich dann , - ich dachte , man könne es sich hier etwas bequem machen , ohne daß ich nach Deinem Namen fragte . Der Adjudant kehrte zurück ; der Befehl zu schonen war etwas zu spät gekommen ; die Vorräthe waren schon unter die Truppen vertheilt , noch etwas Wein hatte der Adjudant retten können , weil man ihn zum Gebrauch des Generals zurück gelassen hatte , und auch die Pferde des Grafen hatte er wieder nach dem Stalle zurück führen lassen . Die dem Prediger gehörigen hatten noch keinen Liebhaber gefunden und waren also ebenfalls gerettet . Indem der General noch mit der Verlegenheit hierüber kämpfte , zeigte sich Dübois an der Thüre und winkte mit ängstlichen Mienen dem Grafen . Der General bemerkte es und fragte mißtrauisch : Es giebt doch keine neue Unordnung durch meine Leute ? Und als Dübois statt aller Antwort mit den Achseln zuckte , rief er : Reden Sie , wenn , was Sie zu sagen haben , Jemanden aus meinem Gefolge betrifft . Wenn es Ew . Excellenz denn befehlen , sagte der Haushofmeister zögernd , so muß ich berichten , daß die gnädige Frau Generalin die Zimmer der Frau Gräfin und des Fräuleins in Besitz genommen und unsere Damen daraus verdrängt hat , so daß Alle , auch die Frau Predigerin , nun in das kleine Zimmer der Haushälterin zusammen gedrängt sind , wo die Frau Gräfin krank auf dem Bette liegt ; ich wollte nun um den Befehl des Herrn Grafen bitten , um zu erfahren , was zur Erleichterung und Bequemlichkeit der Frau Gräfin geschehen kann . Eine dunkle Röthe , hervorgerufen von Scham und Zorn , verbreitete sich über das Gesicht des Generals . Führen Sie mich nach dem Zimmer der Frau Gräfin , rief er dem Haushofmeister zu . Voran ! ich folge Ihnen . Dübois that , wie ihm befohlen worden , und schritt voran ; der General folgte und der Graf schloß sich an , um wo möglich einen unangenehmen Auftritt zu verhindern . Dem Prediger wäre es unmöglich gewesen , zurück zu bleiben , auch wenn ihm Jemand diese Qual hätte auferlegen wollen ; er folgte also ebenfalls den Uebrigen . Als dieser Zug das Zimmer der Gräfin erreichte , fanden sie die junge Dame , welche den General zu Pferde hieher begleitet hatte , vor dem Spiegel sitzen . Sie hatte das Reitkleid schon ausgezogen , und hatte um den entblößten Busen und die Schultern einen durchsichtigen Musselin geworfen , der bei jeder Bewegung enthüllte , was er scheinbar verhüllen sollte . Diese leichte Tracht erregte ihr keine Verlegenheit , obgleich drei bis vier Bediente im Zimmer waren , die Schachteln und Pappkasten aller Art herauf gebracht hatten , aus deren Inhalt ihre Gebieterin einen reizenden Anzug wählen wollte . Die eben gebrauchte Schminke stand noch vor ihr , und sie war damit beschäftigt , einen Zweig Rosen in ihre dunkeln Locken zu befestigen , als der General eintrat , dem sie zärtlich entgegen lächelte . Lassen Sie mich meine Kleidung vollenden , bat sie ihn , ehe ich Ihnen zur Tafel folge . Nicht hier ist Ihr Ankleidezimmer , sagte der General mit Härte , folgen Sie mir dahin , wo Sie hingehören ; und all der Kram uns nach ! rief er den Bedienten zu . Er ergriff nach diesen Worten ziemlich unsanft die Hand seiner Freundin und führte sie mit Gewalt in ihrer leichten Tracht nach dem Saale ; die noch nicht recht befestigten Rosen hingen herunter , schlugen bei dem eiligen Schritte , zu welchem der General sie zwang , die Wangen der Schönen ; die Bedienten rafften Reitkleid , Schminke , Blumen und Schachteln unordentlich zusammen , und folgten dem Zuge , der auf diese Weise in die Mitte des Saales gelangte , wo der General die Hand der Dame plötzlich los ließ und dem Grafen sagte : Du wirst gewiß die Güte haben , dieser Person ein Zimmer anweisen zu lassen . Mit ungewissen Blicken betrachtete der Graf die junge Dame und sagte : Wenn Madame Deine Gemahlin ist , - Wenn Madame meine Gemahlin wäre , so würde sie sich wie eine Frau von Stande zu betragen wissen . Dieß Wort klärte die Sache auf , und der Graf befahl , daß man ihr im untern Stockwerk ein Paar Zimmer anweisen sollte . Eben wollte sie , von den Bedienten , die