hier im Park , meinem Fenster gegenüber . Dies wird Dir gefallen , es ist ganz in Deinem Sinn ; das kömmt daher , weil ich nichts anordne , ohne in meinem Sinn den Deinigen zu Rate zu ziehen . Eleonore . Fünfzehntes Kapitel Florentin war allein geblieben . Er ging auf den Platz im Park : er war leer , die Leute waren hinausgegangen auf den Weg zur Kirche , dort wollten sie , in zwo Reihen geordnet , die herrschaftlichen Wagen durchfahren lassen . Er ging verdrüßlich ins Schloß zurück . Auf Gängen und Treppen war alles voller Tumult und Gedränge von wichtig tuenden , mit nichts lärmend beschäftigten Menschen . Allenthalben begegneten ihm fremde Gesichter . Unmutig floh er auf sein Zimmer . Das Gerassel der Wagen zog ihn ans Fenster . Eine lange Reihe von vier- bis sechsspännigen Equipagen , mit goldbedeckten Lakaien behangen , leerte sich , eine nach der andern . Unerträgliche Figuren wurden maschinenmäßig aus dem glänzenden Kasten gehoben , und ins Schloß gefördert . Florentin schauderte bei dem Anblick . Endlich ward er von den prächtigen Kleidungen erinnert , daß er sich wohl auch noch anders anziehen müsse , und nun fiel es ihm erst ein , daß ihm die wesentlichen Stücke zum gehörigen Anzug mangelten . Halb verlegen , halb lustig , war er noch unschlüssig , was er zu tun habe , als ihn ein Bedienter zu Julianen rief . Er fand sie in ihrem Zimmer völlig angekleidet . » Kommen Sie her , Florentin « , rief sie ihm entgegen , » ich will nicht allein bleiben . Haben Sie die Mutter nicht gesehen ? Ist Eduard nicht bei Ihnen ? Es kömmt auch kein Mensch zu mir . Aber wie Sie mich anstaunen ! Nicht wahr , es kleidet mich nicht ? « - Sie war mit fürstlicher Pracht gekleidet . Sie blitzte und funkelte vom köstlichen Geschmeide und reicher Stickerei . An der Stelle des frischen Morgenkranzes war eine kleine Krone von Juwelen gesetzt , die Arme und der freie Hals waren mit den auserlesensten Perlenschnüren geschmückt , und diesen angemessen schimmerte der übrige dazugehörige Schmuck . » Wundert Sie mein Erstaunen ? « fragte Florentin , » Sie sind blendend , Juliane ! « - » Aber ich gefalle Ihnen nicht , nicht wahr ? « - » Ich suche vergebens den leichtfüßigen schalkhaften Knaben im Walde ; wo ist die gedemütigte Übermütige hin , im geliehenen Wams und kurzen Rock ? Wo sind die Umrisse der gewohnten Gestalt vom heutigen schönen Morgen ? « - » Ich glaube es Ihnen gern « , sagte Juliane . » Der Himmel behüte mich auch vor einer Existenz , wo ich oft so gekleidet sein müßte ; ich glaube , am Ende könnte man das Lachen dabei verlernen . « - » Ja , es mag wohl ernsthaft machen , aber was zwingt Sie dazu ? « - » Wir haben herzlich gewünscht , diesen Tag mit Festen ganz anderer Art zu begehen ; aber Sie wissen , der Vater läßt nicht leicht eine alte Sitte abändern ; um ihm nun seine Freude auf keine Weise zu stören ... wären nur erst diese Tage vorüber ! « - » Sie werden durch sie auf alle künftige glücklich ! « - » O über alles glücklich werde ich sein ! Ohne diese Hoffnung müßte ich der glänzenden Last erliegen . Es ist schön von Ihnen , daß Sie meine augenblickliche schlechte Laune durch diese Erinnerung verscheuchten . Wie man doch oft so undankbar sein kann ! « - » Üble Laune ist freilich am ersten dazu aufgelegt . « - » Lieber Florentin , Sie müssen ein Andenken von mir nehmen , um sich dieser Stunde und meines Glücks zu erinnern . « - Sie suchte einen Augenblick unschlüssig in einigen Schubladen . - » Nehmen Sie diese Brieftasche , die Stickerei darauf ist von mir , dies mag ihr einigen Wert in Ihren Augen verleihen . « - Er kniete nieder vor ihr und küßte ihre Hand : » - So empfange ich den Dank aus Euren Händen , schöne Jungfrau ; wäre mir doch der erste Dank bestimmt , so dürfte ich ihn von den holden Lippen einsammeln ! « - Die Tür ward geöffnet , Eduard trat herein , Florentin stand auf . - » Was hast du vor , Florentin ? « - » Anbetung , mein Freund ! « - » Tolle Possen ! und noch nicht anders gekleidet ? Fort , fort , es kömmt Gesellschaft . « - Florentin ging hinaus . Auf der Treppe begegnete ihm der Jockei , der ihn noch vom ersten Augenblick an , da er ihn im Walde gesehen , zugetan war . - » Sattle mir gleich den Schimmel , mein guter Heinrich « , sagte er ihm leise , » reite ihn durch das Hintertor hinaus vor das Dorf , und erwarte mich dort , daß dich aber niemand sieht ; sage es auch niemanden ! Hörst du ? « - » Verlassen Sie sich auf mich . « - Er sprang fort ; Florentin ging wieder auf sein Zimmer . - » Du hältst es nicht aus « , rief er unmutig ; » was soll dir das widersinnige Wesen ? Immer wieder die alte Weise : wieder einige bessere Menschen , die vom Haufen der Gewöhnlichen bestimmt werden ! Halte es nicht aus ! ... aber die wenigen Stunden noch ; es ist kindische Ungeduld , ... nicht einen Augenblick will ich mir selbst zur Last sein ... Was werden sie aber dabei denken ? ... Gut gefragt , wer steht mir in irgendeinem Falle für die Gedanken der Menschen ? ... Es ist aber ungesittet , wenn ich gehe ... es ist aber unwürdig , wenn ich bleibe . Eduard ! wirst du mich verstehen ? wirst du dein schwankendes , zweifelndes Gemüt bald beruhigen können ? ... Wie hat sich aber