einmal über das andre » daß er dem Queiß den getanen Schritt nicht vergessen und ihn seinerzeit zu züchtigen wissen werde . « » Der stolze Bischof « nennt ihn die Geschichte der Bischöfe von Lebus , und es mag hier eingeschaltet werden , wer dieser stolze Bischof war . Georg von Blumenthal , geb . 1490 auf dem Rittergut Horst in der Priegnitz , war nach dem Ableben des Bischofs Dietrich von Waldow seitens der Lebusischen Domherren einstimmig zum Nachfolger von Waldows erwählt worden , was als eine durchaus gerechtfertigte Wahl gelten konnte . Denn in früher Jugend schon hatte sich der nunmehr Erwählte durch Klugheit und Charakter hervorgetan . Er war mit siebzehn Jahren Sekretär im Dienste seines Vorgängers , mit dreiundzwanzig Jahren Rektor an der Universität zu Frankfurt gewesen , und hielt als solcher eine Rede , darin er die Studierenden zu Fleiß und gutem Betragen ermahnte . Bald danach empfing er den Grad eines Doktors beider Rechte . 1520 erwählte man ihn , den erst Dreißigjährigen , zum Bischofe von Havelberg , in welche Wahl jedoch Kurfürst Joachim , als Landesherr nicht willigte , trotzdem die Wahl bereits die päpstliche Bestätigung erfahren hatte . Dies führte zu Weiterungen , aus denen der Kurfürst anscheinend als Sieger , in Wahrheit aber als Besiegter hervorging , indem er dem Erwählten und durch die Kurie Bestätigten zum Ausgleich für einen freiwilligen Verzicht auf Havelberg nicht bloß das alsbald zur Erledigung stehende Bistum Lebus zusagte , sondern ihm nebenher auch noch seine geflissentlichste Verwendung für das mecklenburgische Bistum Ratzeburg in Aussicht stellte . Der Verzicht geschah , ebenso hielt der Kurfürst Wort , und wenige Jahre später war Georg von Blumenthal ein Doppelbischof geworden : ein Bischof von Lebus und Ratzeburg . Heinrich Queiß verbindet sich mit Nickel Minckwitz und Otto von Schlieben und rächt sich an dem Bischofe , der ihm sein Recht verweigert Aus solchen Erfolgen und solchem Besitzstande konnte schon ein » stolzer Bischof « geboren werden , und Georg von Blumenthal in seinem nur zu begreiflichen Unmut über die Kränkung , die der Appell an den niederlausitzischen Landvogt ihm bereitet hatte , beschloß jetzt den kleinen Vasallen , der ihm diesen Tort angetan , seine starke Hand fühlen zu lassen . Bis dahin war alles mehr oder weniger unverschuldete Säumnis gewesen , wenigstens soweit der Bischof in Person mitspielte , nunmehr aber schob auch dieser die Rechtsgebung absichtlich hinaus , behauptete , daß den Angaben des Queiß nicht ohne weiteres Glauben zu schenken sei , und verlangte von ihm ( dem Queiß ) , daß er sich dem Gerichtszuge nach Friedersdorf , allwo der Schäfer einen Unterschlupf gefunden , anschließen solle , damit gleich an Ort und Stelle Kläger und Beklagter einander gegenübergestellt und ihre Sache gehört werden könne . Dieser Aufforderung aber , weil er dem Bischof nicht traute , widerstrebte der von Queiß , und verlangte nur immer eindringlicher und hartnäckiger eine Verhaftung des Schäfers . Eine Folge davon war , daß der Zug selbst unterblieb . Erbittert über dies Verfahren entschloß sich Queiß » wegen ihm verweigerten Rechtes « Rache zu nehmen und wandte sich an Otto von Schlieben auf Baruth und den Ritter Nickel von Minckwitz auf Sonnenwalde , mit welchen beiden er übereinkam , den wegen seines Stolzes überall im Lande wenig geliebten Bischof in seiner Stadt Fürstenwalde heimzusuchen und nach Sonnenwalde hin gefangen zu setzen . Alle drei : Minckwitz , Schlieben und Queiß ( welcher letztere von jetzt ab zurücktritt ) hatten in Kürze 60 Reiter beisammen , mit denen sie den 7. Juli 1528 aufbrachen . Unterwegs aber vergrößerte sich ihr Zug bis auf 400 Berittene , darunter auch ein Kracht von Lindenberg und die beiden Löschebrands von Saarow und Pieskow . In der Nacht vom 8. auf den 9. Juli hielten sie vor Fürstenwalde . Die Tore waren selbstverständlich geschlossen , und Minckwitz ersann eine List , um ohne Lärm und Gefahr in die Stadt hineinzukommen . Er hatte nämlich erkundschaftet , daß einige polnische Frachtfuhrleute , die zu früher Morgenstunde weiter östlich auf Frankfurt und die Oder zu wollten , in einer Vorstadts-Ausspannung Quartier genommen hätten , und schickte deshalb den Herrmann Schnipperling , einen von Schliebenschen Diener , in eben diese Vorstadts-Ausspannung ab , um sich daselbst den Fuhrleuten als einer der ihrigen anzuschließen . Es gelang auch über Erwarten , und der Schliebensche , der durch Geld und gute Worte die Polacken leicht zu gewinnen gewußt hatte , war mit unter den ersten , die bei Tagesanbruch in das eben geöffnete Tor einritten . Unmittelbar hinter dem Tore floß ein breiter und sumpfiger Spreegraben , und als der Schliebensche des hier seines Dienstes wartenden Torwächters ansichtig wurde , ritt er an diesen heran und bat ihn , ihm den Sattelgurt etwas fester zu schnallen . Der Torwächter war auch bereit , ehe er aber den Riemen fassen und scharf anziehen konnte , stieß ihn der böse Schnipperling ins Wasser und schoß im selben Augenblick ein Pistol ab . Das war das verabredete Zeichen für die bis dahin in einem Kusselbusch versteckt gehaltenen Reiter , die nun in raschem Trabe das Tor passierten und über die lange Holzbrücke in die Stadt eindrangen . Anfangs versuchten hier die grade bei der Frühsuppe sitzenden Bürger einen Widerstand und schlugen sich tapfer mit dem Reitervolk herum , als ihnen Minckwitz aber zu rief : » es gelte dem Bischof und nicht ihnen « , ließen sie vom Kampf ab und gaben den Weg nach der bischöflichen Burg hin frei . Freilich ohne daß man auf Minckwitzischer Seite noch irgendeinen Vorteil davon gezogen hätte , denn als die Rotte bald danach in die Burg einstürmte , fand sie nur noch das leere Nest . Der Bischof hatte Zeit gefunden , seine Flucht zu bewerkstelligen , und nur wenige Dienstleute wurden zu Gefangenen gemacht , darunter Matthias von Blumenthal , des Bischofs Bruder . Das däuchte nun den Minckwitzischen zu wenig , und wenn es ihnen anfänglich unzweifelhaft nur um