und der Jessaul so glücklich schon diesseits des Yaila-Gebirges gefunden . Unter dem Schutz des alten Kosacken kehrte die Fürstin zu dessen verborgenen Aufenthalt zurück , während der Colonel mit den Husaren zur Befreiung der Engländer eilte . Fußnoten 1 Führer einer kleinern Abtheilung Kosacken . 2 Die Dame spricht in ihrem später veröffentlichten Tagebuch : » Journal kept durind de Russian War etc. « sehr viel von ihrem Pferde , aber sehr wenig von ihrem Manne ! D.V. Während des Winters . I. Wiederum in der Steppe . Es war ein frostheller Nachmittag im Januar , gegen Ende des Monats , als ein Schlitten vor einer Stanzia1 auf dem Wege nach Perecop hielt , in der nämlichen Gegend , die wir im Sommer in den Gefahren des Steppenbrandes gesehen . Die unermeßliche Eintönigkeit der Steppe war geblieben und schien nur die Farbe geändert zu haben . Das in Myriaden Krystallen glitzernde Eistuch des Schnees spannte sich über die weite Fläche , nur an einzelnen Punkten des Horizonts unterbrochen durch die lichten Schatten einer der aufsteigenden Moginen2 . Im Schlitten , in den dunklen Bärenpelz gehüllt , saß ein junger Offizier in Ulanenuniform , seine Waffen und sein Gepäck füllten den Vordertheil , auf dessen Brett der Führer des Gespanns gesessen . Der Wirth und Aufseher der Stanzia stand bereits an der Thür , vor der sich auch viele andere Personen versammelt hatten : Knechte , Muschiks und Tataren , darunter einige Kosacken , die hier zu Depeschendienst stationirt waren . Die Leute beeilten sich , mit der Unterthänigkeit des niedern Russen gegen Jeden , der Offiziere-Uniform trägt , herbeizuspringen , die Pferde abzuschirren und dem Reisenden herauszuhelfen . » Ich wünsche Ihnen Gesundheit , Euer Wohlgeboren , « sagte der Stationsaufseher , die Pelzmütze in der Hand . » Wenn Sie weiter wollen , so muß ich Ihnen gehorsamst melden , daß keine Pferde auf der Station sind . Aber ich hoffe . Euer Gnaden werden die warme Stube nicht verschmähen und einen Napf Blinh und Kascha3 oder ein Glas warmen Getränkes . « Dem jungen Offizier schien die Nachricht , daß keine Pferde zu haben seien , höchst gleichgültig , denn er kannte die auf allen Stationen sich wiederholende Ausrede , dagegen die Aussicht auf die warme Stube nicht unangenehm , weil ein eisig scharfer Wind über die Steppe zog und die Kälte fortwährend zunahm . Ohne zu antworten , trat er in die Küche und durch deren erstickenden Rauch in die wohlgewärmte , für den Aufenthalt der Reisenden bestimmte Stube , denn das Stationshaus war auf kaiserliche Kosten erbaut und hatte die vorgeschriebenen Einrichtungen . Er setzte sich auf die Bank am Ofen , zog die Uhr und sagte einfach zu dem ihm gefolgten Aufseher : » In einer Stunde , Brat4 , lasse die Pferde auspannen . Einstweilen gieb mir , was das Haus vermag . « » Aber ich versichere Euer Wohlgeboren , es ist ein Huf im Stalle ... « » Mir gleich . In einer Stunde ! Dienst des Kaisers ! « Er hielt ihm die offene Ordre entgegen . Der Postmeister krümmte sich wie ein Wurm . - » Der heilige Michael möge mir beistehen , - wo soll ich die Pferde hernehmen ? Der Dienst ist jetzt unaussprechlich schlimm seit dem Kriege . Die letzten sind heute Mittag mit dem Herrn fort , der das Bataillon begleitete . « Sein flehender Blick traf auf eine sehr unempfindliche Miene ; der Offizier hatte seine kleine Kabardiner Pfeife auf ' s Neue gefüllt und sich bereits auf die Bank gestreckt . - » Was giebt es Neues von Ssewastopol ? « » Die Heiligen mögen es schützen ! « entgegnete der Wirth . » Es kam heute Morgen ein Courier hier durch , dem Sie vielleicht begegnet sind . Er ging auf der großen Straße nach Petersburg . « » Ich komme nicht von dort . Welche Nachrichten ? « » Schlimm genug . Die Arbeiten der Feinde in den Laufgräben haben wieder begonnen und die Feinde viele Verstärkungen erhalten . General Osten-Sacken , der , wie Euer Wohlgeboren wissen werden , jetzt das Kommando in Ssewastopol führt , soll viele nächtliche Ausfälle machen , bei denen sich unsere Truppen mit Ruhm bedecken . « » Sind die Großfürsten noch in Ssewastopol ? « » Ja , Euer Wohlgeboren . Ich habe gehört , daß Seine Kaiserliche Hoheit , der Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch , die Vertheidigung der Nordforts kommandirt . Euer Vohlgeboren werden sich selbst davon in einigen Tagen überzeugen können ? « Der Offizier schüttelte den Kopf . - » Ich gehe nicht nach Ssewastopol . « Der Aufseher schante ihn erstaunt an - das war in diesen Tagen eine seltene Antwort . - » Darf ich mir die Freiheit nehmen , Euer Wohlgeboren zu fragen , wohin Ihr Weg führt ? « » Ich will nach dem Kuban und gehe daher nach Kertsch . Hat unsere Armee in der letzten Zeit Verstärkung erhalten ? « » Es kommen täglich Truppen , trotz der strengen Kälte . Das dritte Infanterie-Corps ist seit Weihnacht auf dem Durchmarsch . Fast täglich kommen Abtheilungen vorbei , noch heute Mittag passirte ein Bataillon . « » Sie werden einen schlimmen Tag haben . Wie weit ist die nächste Stanzia ? « » Acht und zwanzig Werst , Herr ! Es ist die Colonie der Frommen5 . « » Zum Henker ! Ein schlimmer Marsch - es wird nicht viel weniger sein , als 24 Grad . « Der Wirth zuckte bedenklich die Achseln . - » Wenn es nur das Schlimmste wäre ! « » Wie meinst Du das ? « » Die Tataren , die das Wetter kennen , fürchten einen Sturm , und ein Schneesturm ist ein bös Ding in der Steppe . Die Heiligen mögen uns bewahren ! « Der Offizier , der einen tüchtigen Schluck von dem heißen , stark mit Rum versetzten Thee genommen , der eben herein gebracht worden ,