Weiber , seit nicht mehr Männer , nur Tuch und Leder ihrer Sehnsucht antworten . In den ursprünglichen Gewaltakten vom Opferblick gekitzelter Urmenschgatten sah ich die Eltern unserer Moden . Und so wandelte auch das Mädchen lieb und voll versteckter Demut in ihrem Gefängnis , trug es mit sich die Straße entlang und empfand sich prachtvoll . Ihr Rock brachte die doppelte Sattelung ihres Leibes über den Hüften und an den Knien zur Geltung . An den Knien wogte die Kontur ihres Rumpfes mit einer großartigen Schwingung zurück . Dieser Engpaß beschloß die schnittige Mulde ihres Schoßes . Sanftmut und Ergebenheit stiegen aus warmen Formen , folterten durch eine laue , entnervende Zärtlichkeit , die sich zwecklos in ihnen zu verschwenden schien . Das Tuch liniierte die Geheimnisse dieses Mädchens . Mein Kopf barst von uralten Empfindungen , entlegene Eigentümlichkeiten und Liebhabereien aus Kinderzeit fielen mir nachträglich ein . Schönheit , war es das , was wir als Fixes , mystisch geregeltes Göttliches anbeteten oder : Pietät gegen gute Erfahrungen ? In der langen Straße einer großen Stadt geschah es , daß mich die Sehnsucht nach dem Weibe ankam . Ich sah das Mädchen wandeln . Plötzlich begriff ich unseren Urzustand und erfaßte unser Verhältnis als eine primitive Frage erwünschter Gewalt diesseits von Sitte und Benehmen . Und nun geschah etwas , dessen Sonderbarkeit mir deutlich zum Bewußtsein kam . Der böse Palmzweig , den das Mädchen mit den schadhaften Stöckeln über mir geschwungen hatte , wurde eine vollständige und wirkliche Palme . Etwas Neues und Zusammenhängendes baute sich um mich auf . Ich begrüßte es mit einem schwachen Schimmer von Wiedererkennen . Es erlöste das Gemüt wie Langvertrautes ; vage Bilder von Urgefühltem reiften langsam herauf : und da , mit einem Schlage war es da , hatte ich einen Namen und nannte es : Tropenlandschaft . Ich lag mit dem Rücken unter einer Palme . Das Kreuz schmerzte mich , so daß ich Bewegungen unterließ . Meine rechte Hand lag schwer unter mir , sie war gleichsam eingeschlafen und hing leer herab . Links über mir glomm in einem wilden Gewimmel von Sternen ein großer prallweißer Planet mit intensivem Lichte . Er stach nach meinen Augen , bändigte mich mit seinem Strahl wie jener lange Muskel , die Schlange . Er übte einen erstarrenden Einfluß aus . Er bannte mich , und ich träumte schwer , aber mein Scharfsinn blieb wach und kritisierte den Traum . Ich sah mich in einer Tropenlandschaft vor einer triangulären Hütte liegen , die aus Palmstroh bestand . Meine Augen waren rund aufgeschlossen und gebrochen : ich gewahrte sie mit Entsetzen wie etwas Fremdes ; in ihnen saß kalt und fett ein weißer Stern und fraß sich wie ein metallischer Wurm , wie eine weißglühende Entzündung in den aasigen Glanz der Augäpfel ein . War ich tot oder war ich krank , daß ich so dalag und die Zeichen fiebernder Verwesung ihren Glanz in meine Augen bohrten ? War es Erinnerung oder war es Vorzeichen ? Oder war es Symbol , war alles nur Symbol für einen inneren Zustand ? Ich dachte normal und schnell . Dieser Zustand entbehrte trotz einer leisen Qual , trotz Schauder und Zweifel nicht der Seligkeit . Ich war vor Glück erfroren , war in einem frostigen Wohlsein gelähmt . Ich ahnte die Tatsache Trance . In diesem Zustande waren die zwei Tiefen der Seele , Traum und Untraum , verschiebbar , und alles war Traum , alles war Wirklichkeit . Die Welt der Logik , das Phantoplasma , das Bild gewordene System der zureichenden Erklärungen war zwiefach . Es pendelte zwischen zwei Rhythmen , davon jeder bloß der Umschwung des anderen war . Was ich hier dachte , konnte ich auch dort denken . Derselbe seelische Verlauf konnte ein verschiedenes Phantoplasma , sei ' s Traum , sei ' s Wachleben , unterlegen . Phantoplasma , so nannte ich diese Entdeckung , die ich in meinem höchsten entkörperten Augenblicke , in der Trance , entdeckt habe . Diese stramme Kopfarbeit , für die ich sonst ungefähr die Konzentration einer Stunde berechnet hätte , wurde in wenigen körperlichen Sekunden geleistet . Denn das Mädchen hatte sich inzwischen erst einige Schritte entfernen können . Sein Entschwinden erweckte mich . Ich war wieder in der Straße zwischen den großen Häusern . Aber diese Schnelligkeit war gering zu dem Nichts an Zeit , mit dem sich die bildlichen Grundlagen meiner geistigen Erregung änderten . Diese Erregung war das einzige Solide und Dauernde während der ganzen Trance . Ich habe einen außerordentlich treu überlieferten Zusammenhang meiner Gedanken davon bewahrt . Mein Leib aber schien indessen doppelt vorhanden , ich fühlte zwei Leben mit derselben gemeinsamen , geistigen Spitze , ich lebte in der großen Straße und lebte in einem indianischen Dorfe ; freilich ahnte ich im Grunde , daß die Stadt eine Realität , das Dorf aber eine , wenn auch heftig empfundene Vision war . Manchmal verschmolzen die Eindrücke ; der eine war der , daß ich mich in einer städtischen Straße befände und mir gegenüber eine Figur , die ich intensiv als weibliches Wesen empfand , sich entferne . Plötzlich stand das Mädchen nackt da . Nein , es war nicht ganz nackt , sondern trug bis über die ominösen Knie schwarze Strümpfe und auf dem ein wenig schiefgelegten Kopfe einen pompösen Hut . Als ich mich mit den Knien beschäftigte , fielen die schwarzen Strümpfe fort . Die Knie sahen jetzt um ein gutes Stück harmloser aus . Der Hut mit der großartig wallenden Straußfeder machte gleichfalls eine Metamorphose durch . Das Kothurnprinzip , auf Schädel angewandt , das in diesem Hutriesen stack , vergrößerte den Maßstab der Figur , der weibliche Helm gab ein übertriebenes Zeugnis dämonischer Macht . Sein Nachfolger war ein mystisch und böse blickendes Geflecht , das nun das weibliche Haupt bedeckte , und Büffelhörner und Vogelschwingen spielten eine dräuende Rolle darin . Im Nu war auch dieser Standpunkt überwunden . Das nächste war jetzt