' so langmächti z ' schwatzen ghabt hast mit ihr ! « Ich hatt wohl Lust , dem alten Schelmen sein Getue mit einem losen Wort zu schlagen ; sagts aber lieber nicht , indem ich bedacht , der Alt möcht schon seinen guten Grund haben , daß er der liebtollen Schnapslies so spottete . Und da er mir zu trinken bot , tat ich es willig und trollte mich darnach wieder davon , den Markt weiter zu besehen . Da standen und lehnten allenthalben die Handwerker und Handelsleut , hatten die Händ im Gewand vergraben und schrien einander ihre Klagen über die unruhigen , schlechten Zeiten zu , belobten , kaum ich an einen Stand trat , ihre War mit vielen Worten und machten , daß ich , noch ehe man von der Sankt Veitskirch drüben zum Mittag läutete , meine Taschen gefüllt hatte mit verschiedentlichen Dingen , indes mein Beutel gemach um vieles lockerer ward . So hatte ich fünf Kreuzer gezahlt für ein karmisinrotes Halstuch aus florentinischer Seide , und sagte mir der Händler im Vertrauen , daß der Kaiser von Ninive das nämliche von ihm um zehn Kreuzer gekauft hätt . Fünf Kreuzer gab ich für ein zierlichs Besteck , das man in ein lederns Behältnis schließen und im Hosensack verwahren konnt ; fünf Kreuzer für ein feins Büchlein , darin von einem jungen Abt zu lesen war , der eine tiefe Lieb zu einer Maid gefaßt und zum End sich selber den Tod gegeben hatte aus übergroßem Leid , da sie einen andern nahm zum Ehgemahl ; dabei ich wieder in heftigem Schmerz an mein liebs Kathreinl denken mußt . Konnt auch nicht anders - mußt mich auf eine einsame Steinbank hinter dem Gottsacker Sankt Veit setzen und das Büchlein vom Anfang bis zum End lesen , und kam unversehens dabei ins Brüten und Sinnieren , bis mich plötzlich ein lustigs Lachen daraus aufscheuchte und ein abenteuerlich gekleideter Bursch einen roten Zettel in mein Büchlein fallen ließ , darauf eine wunderliche Anzeigung stand : Im Wirtshaus zum Hirschen sollt denselben Abend ein ergötzlichs und feins Theaterstück aufgeführt werden , das den Titel trug : Kätherlein , die schöne Kupferschmiedstochter , und der Teufel . Als besonderer Glanzpunkt der Vorstellung waren hervorgehoben und angepriesen : die wunderseltsamen Zauberkunststücke des Magister Zaranka , der als Teufel die Jungfer Kätherlein auf offener Bühne verzaubern wollte . Jedermann war dazu gar höflich eingeladen gegen ein Eintrittsgeld von fünf Kreuzern , und jeder Gast sollte nach der Vorstellung vom Direktor ein artigs Andenken zum Geschenk erhalten . Ich überlas die Anzeigung etlichemal , und es kam mich ein Gelüsten an , die also gepriesene Komedie zu sehen und zu hören . Lief also eilends auf den Markt und zum Vater , ihm von meinem Begehren zu sagen ; der aber , da er meine Red vernahm , lachte wieder still vor sich hin , blinzelte lustig mit den Augen und meinte : » So , so ! Nach der Komedie verlangts di ! - Is schon recht , geh nur . I geh nit hin ; i bin lieber bei meine Leut ; bin nit so drauf eingsprengt auf die Tausendkünstler und die Komediespieler ! « Darnach suchte er umständlich in seinem Geldbeutel und reichte mir endlich fünf Kreuzer , indem er weiter sagte : » Da , schau her ! Nit , daß d ' wähnst , i gunn dir ' s nit ! - Kimmt mir nit drauf an , auf die paar Gräten , wannst a Freud hast an dem Gschnaks . « Und da ich meine Händ nicht aus dem Sack zog und trotzend vor mich hinsah , wurde seine Red schier bittend , und er sagte : » Geh nur hin , wanns di glust ! Habs schon reichli verdient und profitiert , die fünf Kreuzer , mit deine Rahmerl . - Zwanzg Taferl gibts wieder z ' machen für d ' Kirch von Ebbs , daß koa Krieg nimmer auskemmen sollt . -Alsdann ! - Vielleicht helfen s ' so viel , daß der Napoli sein Viduz aufs Tirolerland verliert ! « Damit steckte er mir das Geld in die Joppentasche und fragte mich , wo ich schon überall gewesen sei ; doch kam ich nimmer zum Antworten , denn die dicke Stasi vom Stiefelwirt kam mit einem dampfenden , kupfernen Kessel daher und schrie : » Heiße Würst ! - Wer mag a heiße Kreuzerwurst ? « Ei , da gings ! » He , Stasi ! Mir ein Paar ! « - » I krieg aa zwee Stuck ! « - » Halt , Mädla ! Mir au e Paar Würschtle ! « Und auch der Thomas gab nochmals fünf von seinen Kreuzern hin und erstand vier von den langen Würsten und einen weißen Weck dazu und teilte es mit mir als Mittagsmahl ; darnach tranken wir ein Schlücklein Enzian , und ich machte mich gemächlich wieder durch die Marktreihen , besah mir dies und erhandelte das und wartete mit großem Verlangen auf den Abend , da die wundersame Aufführung sein sollte . Komedie Gemach ging der Tag hin ; um die Berge zogen dichte Nebelschwaden , und die Marktgäst zündeten ihre Laternen an und trieben ihr Vieh heim mit schwankendem Tritt und fröhlichem Sinn , da leichtlich ein jeder vermeinte , er hätt allein den besten Tausch und wohlfeilsten Kauf gemacht auf diesem Markt , und also in solcher Freud gutding seine sieben , acht Krüg hinabgoß , bis der Wirt eine qualmende Öllampe auf den Tisch stellte , die schwarze Holztafel an das trübe Licht hielt und jedem liebwerten Gast mit großer Bedauernis seine Strichlein abzählte und in Münz umrechnete . Darauf dann einer um den andern den gefalteten Lederbeutel zog und fluchend und kreißend die paar Kreuzer herausklaubte , den hagelbuchernen Stecken mit dem gefüllten Bschaidtüchl dran unter der Bank hervorholte und nach dem Stall schwankte . Also sein Stück Vieh mit Wohlgefallen betastete und tätschelte in dem Bewußtsein