dessen , das nicht erkannt werden will und garnicht erkannt werden soll . « Wieder verwirrten sich Lesas Gedanken . Er fühlte nur , daß er sich immerzu drehte , und empfand einen seligen Rauschzustand . Und er freute sich darüber . Dann - kams ihm so vor - als spräche was neben ihm - in einer geheimnisvollen Zeichensprache . Und ihm war so , als verstände er die Zeichensprache . » Du willst wissen « , glaubte er zu vernehmen , » warum die Planeten die große Sonne umkreisen . Oh - sie ist nicht nur groß - sie ist auch so gütig ! Das ist das Wichtigste . Sie gibt Licht und Wärme in Hülle und Fülle . Sie ist tätig für alle , die sie umkreisen . Ihre Tätigkeit für die Andern - das ist ihre Güte . Sie belebt alles - auch das Kopfsystem des Pallas - und Dich , Lesa , ebenfalls . Fühlst Du nicht , was die große Sonne denkt ? « Lesa sammelte sich und schaute mit seinen neuen Sehorganen ganz heftig in die Sonne hinein , und da wars ihm so , als spräche die große Sonne zu ihm . Er horchte - Und er hörte , daß sie sprach . Aber er verstand nicht , was sie sprach . Da wurde er traurig . Dann vernahm er deutlich abermals Worte in seiner Nähe - sie sagten : » Eine der größten Weisheiten unsrer großen , eigentlich nicht so ganz gütigen Sonne ist die , daß nur Schmerz und Qual als die größten Glückserzeuger bezeichnet werden dürfen . Wir haben kein Recht , uns vor dem Entsetzlichen zu fürchten . Das Entsetzliche führt uns doch immer weiter . Es wandelt uns um . Und wir sind nicht imstande , uns umzuwandeln , wenn wir Schmerz und Qual fliehen . Höre nur , was die Sonne Dir jetzt sagen wird ! « Und Lesa hörte nach einer Weile klare Töne und dann diese Worte : » Fürchtet nicht den Schmerz - und fürchtet auch nicht den Tod . « Dreiundzwanzigstes Kapitel Die Sofanti-Musik verstummt . Und oben auf dem obersten Stockwerk verbinden sich die Lichtstrahlen des Kopfsystems mit der Turmlaterne . Lesa sieht immer mehr von dem Innern der Sterne und von dem , was sie wollen . Der karminrote Lichtkegel geht durch den ganzen Stern Pallas hindurch . Und dann wird der Stern Quikko Mond des Pallas . Lesa kann sich dem Biba verständlich machen . Die Pallasianer wohnen nur noch auf der Außenseite des Pallas-Rumpfes und bauen mit Hilfe der Quikkoïaner große Teleskope . Das Kopfsystem strahlt große Kometenbüschel aus , und die Spinngewebewolke leuchtet so hell wie einst . Da die Lichtwolke nicht mehr des Nachts herunterkam , war auch die Sofanti-Musik in den Häuten des Centrums nicht mehr zu hören . Anfänglich wurde das nicht beachtet . Als Sofanti darauf aufmerksam machte , schüttelte man mit dem Kopf , hielt das aber für ganz natürlich . » Wir werden noch « , sagte der Nuse , » das Ungeheuerlichste für ganz natürlich halten . Alle meine Lichttürme sind für die dunkle Nacht berechnet gewesen - jetzt leuchten sie am Tage , der allerdings mehr ein Abend genannt werden muß . Die grünen Sterne bleiben immer für uns sichtbar . Ein Zwielicht wird durch die Lichttürme in der Dämmerung erzeugt . Das ist so köstlich , daß ich behaupten möchte : wir haben etwas Köstlicheres noch nie erlebt . « » Die Sterne « , sagte Dex , » sind uns jetzt , wie mir deucht , viel näher als bisher . Wir sollen uns wohl mehr um sie kümmern . « Sofanti aber sagte dazu : » Wenn soviel wie jetzt auf unserm Pallas sich ereignet , so können wir uns vorläufig noch nicht um die Sterne bekümmern . Kommt rasch hinauf in die Laterne . Ich habe da wieder etwas Neues entdeckt . « Und die beiden Andern folgten dem Sofanti auf den flinken Band- und Seilbahnen des Turms hinauf in die Laterne . In der leuchtete der karminrote Lichtkegel . Und sie bemerkten , daß der Lichtkegel viel breiter war . Nun führte Sofanti den Dex und den Nuse in dem letzten Stockwerk durch die Seitenklappen hinaus auf einen Balkon , und da sahen die Drei , daß sich die gelben leuchtenden Schlangenleiber , die man oben im Kopfsystem entdeckt hatte , in ganz merkwürdigen Knoten um den oberen Teil des obersten Stockwerks herumgeschlossen hatten . » Jetzt hat sich « , sagte der Dex rasch , » das Kopfsystem unlöslich mit dem Rumpfsystem des Pallas verbunden . Jetzt wird Niemand mehr sagen , daß wir den Turm zwecklos gebaut haben . Dazu also haben wir soviel Kaddimohnstahl verarbeiten dürfen . Wir haben getan , was Rumpf und Kopf unsres Sterns zusammen wollten . « Als das bekannt wurde , kamen Alle hinauf und staunten das neue Wunder an . Lesa empfand nun oben immerfort ganz neue Dinge im Planetensystem . Er konnte garnicht alles erfassen . Er sah in das Innere der Planeten hinein und sah , wie heftig sie lebten - wie sie immerzu bemüht waren , den Bewegungen des Sonneninnern zu folgen . Und dieses glühte so heftig , daß Lesa nicht wußte , was er zuerst sehen sollte . Er fühlte sich einsam und wollte einen Führer . Kaum hatte er das gewollt , so vernahm er ganz fremde Töne - und er verstand sie - sie sagten : » Nur ganz allmählich wirst Du mehr von unserm großen Sonnenleben begreifen . Die Asteroïden kamen hierher in großen Scharen , als sie sahen , daß große Planeten die Sonne umkreisten . Wir verstehen selber noch recht wenig von den innern Zusammenhängen . Jedenfalls wissen wir jetzt , daß hier nicht Rücksicht auf die kleinsten Dinge genommen wird . Wir müssen uns daran gewöhnen , daß Vieles an die Seite geschoben wird , damit Wichtigeres Platz bekommt . Das führt zu manchen Brutalitäten