, wie beispielsweise Steckerlinge , hat er nicht . Steckerlinge fehlen ihm . « » Aber , Stechlin , Sie werden doch nicht den Empfindlichen spielen . Rittmeister in der Garde ! « » Nein , Gräfin . Und außerdem , den wollt ich sehen , der das Ihnen gegenüber zuwege brächte . « » Nun dann also , was ist es ? Worin bestehen seine vornehmen Beziehungen ? « » Er steht mit den höchsten und allerhöchsten Herrschaften , deren genealogischer Kalender noch über den Gothaischen hinauswächst , auf du und du . Und wenn es in Java oder auf Island rumort oder der Geiser mal in Doppelhöhe dampft und springt , dann springt auch in unserm Stechlin ein Wasserstrahl auf , und einige ( wenn es auch noch niemand gesehen hat ) , einige behaupten sogar , in ganz schweren Fällen erscheine zwischen den Strudeln ein roter Hahn und krähe hell und weckend in die Ruppiner Grafschaft hinein . Ich nenne das vornehme Beziehungen . « » Ich auch « , sagte Melusine . Wrschowitz aber , dessen Augen immer größer geworden waren , murmelte vor sich hin : » Sehr warr , sehr warr . « Vierzehntes Kapitel Es war zu Beginn der Woche , daß Woldemar seinen Besuch im Barbyschen Hause gemacht hatte . Schon am Mittwoch früh empfing er ein Billet von Melusine . » Lieber Freund . Lassen Sie mich Ihnen noch nachträglich mein Bedauern aussprechen , daß ich vorgestern nur gerade noch die letzte Szene des letzten Aktes ( Geschichte vom Stechlin ) miterleben konnte . Mich verlangt es aber lebhaft , mehr davon zu wissen . In unsrer sogenannten großen Welt gibt es so wenig , was sich zu sehen und zu hören verlohnt ; das meiste hat sich in die stillen Winkel der Erde zurückgezogen . Allen vorauf , wie mir scheint , in Ihre Stechliner Gegend . Ich wette , Sie haben uns noch über vieles zu berichten , und ich kann nur wiederholen , ich möchte davon hören . Unsre gute Baronin , der ich davon erzählt habe , denkt ebenso ; sie hat den Zug aller naiven und liebenswürdigen Frauen , neugierig zu sein . Ich , ohne die genannten Vorbedingungen zu erfüllen , bin ihr trotzdem an Neugier gleich . Und so haben wir denn eine Nachmittagspartie verabredet , bei der Sie der große Erzähler sein sollen . In der Regel freilich verläuft es anders wie gedacht , und man hört nicht das , was man hören wollte . Das darf uns aber in unsern guten Vorhaben nicht hindern . Die Baronin hat mir etwas vorgeschwärmt von einer Gegend , die sie Oberspree nannte ( die vielleicht auch wirklich so heißt ) und wo ' s so schön sein soll , daß sich die Havelherrlichkeiten daneben verstecken müssen . Ich will es ihr glauben , und jedenfalls werd ich es ihr nachträglich versichern , auch wenn ich es nicht gefunden haben sollte . Das Ziel unsrer Fahrt - ein Punkt , den übrigens die Berchtesgadens noch nicht kennen ; sie waren bisher immer erheblich weiter flußaufwärts - , das Ziel unsrer Reise hat einen ziemlich sonderbaren Namen und heißt das Eierhäuschen . Ich werde seitdem die Vorstellung von etwas Ovalem nicht los und werde wohl erst geheilt sein , wenn sich mir die so sonderbar benamste Spreeschönheit persönlich vorgestellt haben wird . Also morgen , Donnerstag : Eierhäuschen . Ein Nein gibt es natürlich nicht . Abfahrt vier Uhr , Jannowitzbrücke . Papa begleitet uns ; es geht ihm seit heut um vieles besser , so daß er sich ' s zutraut . Vielleicht ist vier etwas spät ; aber wir haben dabei , wie mir Lizzi sagt , den Vorteil , auf der Rückfahrt die Lichter im Wasser sich spiegeln zu sehen . Und vielleicht ist auch irgendwo Feuerwerk , und wir sehen dann die Raketen steigen . Armgard ist in Aufregung , fast auch ich . Au revoir . Eines Herrn Rittmeisters wohlaffektionierte Melusine « Nun war der andre Nachmittag da , und kurz vor vier Uhr fuhren erst die Berchtesgadens und gleich danach auch die Barbys bei der Jannowitzbrücke vor . Woldemar wartete schon . Alle waren in jener heitern Stimmung , in der man geneigt ist , alles schön und reizend zu finden . Und diese Stimmung kam denn auch gleich der Dampfschiffahrtsstation zustatten . Unter lachender Bewunderung der sich hier darbietenden Holzarchitektur stieg man ein Gewirr von Stiegen und Treppen hinab und schritt , unten angekommen , an den um diese Stunde noch leeren Tischen eines hier etablierten » Lokals « vorüber , unmittelbar auf das Schiff zu , dessen Glocke schon zum erstenmal geläutet hatte . Das Wetter war prachtvoll , flußaufwärts alles klar und sonnig , während über der Stadt ein dünner Nebel lag . Zu beiden Seiten des Hinterdecks nahm man auf Stühlen und Bänken Platz und sah von hier aus auf das verschleierte Stadtbild zurück . » Da heißt es nun immer « , sagte Melusine , » Berlin sei so kirchenarm ; aber wir werden bald Köln und Mainz aus dem Felde geschlagen haben . Ich sehe die Nikolaikirche , die Petrikirche , die Waisenkirche , die Schloßkuppel , und das Dach da , mit einer Art von chinesischer Deckelmütze , das ist , glaub ich , der Rathausturm . Aber freilich , ich weiß nicht , ob ich den mitrechnen darf . « » Turm ist Turm « , sagte die Baronin . » Das fehlte so gerade noch , daß man dem armen alten Berlin auch seinen Rathausturm als Turm abstritte . Man eifersüchtelt schon genug . « Und nun schlug es vier . Von der Parochialkirche her klang das Glockenspiel , die Schiffsglocke läutete dazwischen , und als diese wieder schwieg , wurde das Brett aufgeklappt , und unter einem schrillen Pfiff setzte sich der Dampfer auf das mittlere Brückenjoch zu in Bewegung . Oben , in Nähe der Jannowitzbrücke , hielten immer noch