dachte Cethegus , besser für dich , schlimmer für mich . Nein , kein Held soll mehr diese Krone tragen . - Rasch hatte er erkannt , daß Amalaswintha ihm nichts mehr nützen könne - und rasch gab er sie auf . Schon sah er sich nach einem neuen Werkzeug für seine Pläne um . Doch beschloß er , ihr einen Teil seiner Gedanken zu enthüllen , damit sie nicht auf eigne Faust handelnd jetzt noch ihre Versprechungen widerriefe und dadurch Thulun die Krone zuwende . » Ich gehe , o Herrin , « sprach er , » doch ich verlasse dich darum nicht . Hier kann ich dir nichts mehr nützen . Man hat mich aus deiner Nähe verbannt und man wird dich hüten , eifersüchtig wie eine Geliebte . « » Aber was soll ich tun mit diesen Versprechungen , mit diesen drei Herzogen ? « » Abwarten , zunächst dich fügen . Und die drei Herzoge , « setzte er zögernd bei - » die ziehn ja in den Krieg - vielleicht kehren sie nicht zurück . « » Vielleicht ! « seufzte die Regentin . » Was nützt ein vielleicht ! « Cethegus trat fest auf sie zu : » Sie kehren nicht zurück - sobald du ' s willst . « Erschrocken bebte die Frau : » Mord ? Entsetzlicher , was sinnst du ? « - » Das Notwendige . Mord ist das falsche Wort dafür . Es ist Notwehr . Oder Strafe . Hattest du in dieser Stunde die Macht , du hattest das volle Recht , sie zu töten . Sie sind Rebellen . Sie zwingen deinen königlichen Willen . Sie erschlagen deinen Nauarchen , den Tod haben sie verdient . « » Und sie soll ' n ihn finden , « flüsterte Amalaswintha , die Faust ballend , vor sich hin , » sie soll ' n nicht leben , die rohen Männer , die eine Königin gezwungen . Du hast recht - sie sollen sterben . « - » Sie müssen sterben - sie , und , « fügte er ingrimmig bei , » und - - der junge Seeheld ! « » Warum auch Totila ? Er ist der schönste Jüngling meines Volks . « » Er stirbt , « knirschte Cethegus , » o , könnt ' er zehnmal sterben . « Und aus seinem Auge sprühte eine Glut des Hasses , die , plötzlich aus der eisigkalten Natur brechend , Amalaswintha in Schrecken überraschte . » Ich schicke dir , « fuhr er rasch und leise fort , » aus Rom drei vertraute Männer , isaurische Söldner . Die sendest du den drei Balten nach , sobald sie in ihren Heerlagern eingetroffen . Hörst du , du sendest sie , die Königin : denn sie sind Henker , keine Mörder . Die drei müssen an Einem Tage fallen . - Für den schönen Totila sorge ich selbst ! Der Schlag wird alles erschrecken . In der ersten Bestürzung der Goten eile ich von Rom herbei . Mit Waffen , dir zur Rettung . Leb ' wohl . « Er verließ rasch die Hilflose , an deren Ohr in diesem Augenblick von dem Forum vor dem Palatium jubelndes Freudengeschrei der Goten schlug , die den Erfolg ihrer Führer , die Besiegung Amalaswinthas feierten . Sie fühlte sich ganz verlassen . Daß die letzte Verheißung des Präfekten kaum mehr als ein leeres Trostwort zur Beschönigung seines Abgangs war , ahnte sie mit banger Seele . Gramvoll stützte sie die Wange auf die schöne Hand und verlor sich eine Weile finster in ihren ratlosen Gedanken . Da rauschten die Vorhänge des Gemaches : ein Palastbeamter stand vor ihr : » Gesandte von Byzanz bitten um Gehör . Justinus ist gestorben : Kaiser ist sein Neffe Justinian . Er bietet dir seinen brüderlichen Gruß und seine Freundschaft . « » Justinianus ! « rief die ganze Seele der bedrängten Frau . Sie sah sich ihres Sohnes beraubt , von ihrem Volk bedroht , von Cethegus verlassen : ringsumher hatte sie in trübem Sinnen vergeblich Hilfe und Halt gesucht , und aufatmend aus tiefer Brust wiederholte sie jetzt : » Byzanz - Justinianus ! « Viertes Kapitel . In den Waldbergen von Fiesole findet heutzutage der Wandrer , der von Florenz heranzieht , rechts von der Straße die Ruinen eines ausgedehnten villenartigen Gebäudes . Efeu , Steinbrech und Wildrosen haben um die Wette die Trümmer überkleidet : die Bauern des nahen Dorfes haben seit Jahrhunderten Steine davongetragen , die Erde ihrer Weingärten an den Hügelrändern aufzudämmen . Aber noch immer bezeichnen die Reste deutlich , wo die Säulenhalle vor dem Hause , wo das Mittelgebäude , wo die Hofmauer stand . Üppig wuchert das Unkraut auf dem Wiesgrund , wo dereinst der schöne Garten in Zier und Ordnung prangte : nichts davon hat sich erhalten als das breite Marmorbecken eines längst vertrockneten Brunnens , in dessen kiesigem Rinnsal sich jetzt die Eidechse sonnt . Aber in den Tagen , von denen wir erzählen , sah es hier viel anders aus . » Die Villa des Mäcen bei Fäsulä , « wie man das Gebäude damals , wohl mit wenig Fug , benannte , war von glücklichen Menschen bewohnt , das Haus von sorglicher Frauenhand bestellt , der Garten von hellem Kindeslachen belebt . Zierlich war die rankende Klemmatis hinaufgebunden an den schlanken Schäften der korinthischen Säulen vor dem Haus und der Wein zog freundlich schmückend über das flache Dach . Mit weißem Sande waren die schlängelnden Wege des Gartens bestreut und in den Nebengebäuden , die der Wirtschaft dienten , glänzte eine Reinlichkeit , waltete eine stille Ordnung , die nicht auf römische Sklavenhände raten ließ . Es war um Sonnenuntergang . Die Knechte und Mägde kehrten von den Feldern zurück : die hoch mit Heu beladenen Wagen mit Rossen nicht italischer Zucht bespannt , schwankten heran : von den Hügeln herunter trieben die Hirten Ziegen und Schafe herzu , von großen