doch als Magd nicht anstellen . « » Aber - « » Gut - weiß schon , daß Dorothee Euch im Weg ist , Euer Goldfischlein unterzubringen und reichen Fischfang zu halten . Der gute Hans könnte mich wahrhaftig dauern . Er ist schon was Rechtes wert , und die Dorothee auch . - Nur nicht gemuckst ! Wo die ganze Gemeinde fürs Reden und Lügen bezahlt wird , darf der Pfarrer doch auch noch etwas sagen , wenn er es umsonst tut . Der Dorothee tät ich ein rechtes Glück gönnen , aber dreinreden möcht ' ich weder so noch so , denn ich hab ' in Konstanz studiert - « Der Krämer war zum Pfarrhof hinaus , als ob ein Sturmwind ihn erfaßt hätte , und heim kam er , ohne etwas davon zu merken . Aber müde fühlte er sich , unaussprechlich müde , so daß er eine Weile sich erschnaufen mußte , bevor er seiner Tochter das Erlebte zu erzählen imstande war . Der Bericht wurde etwas ungenau , so daß Zusel daraus die Überzeugung schöpfte , der Pfarrer müsse von Dorotheen schon gewonnen sein . » Zum Pfarrer hätte man eigentlich gar nicht gehen sollen « , meinte sie . » Wär ' s aber anders gegangen , so würdest du alles jetzt dein Werk heißen « , antwortete der Krämer ärgerlich . » Beim Kaplan werden deine Freundinnen sicher das Ihrige tun . Mein Gang hat doch zuwege gebracht , daß wir wissen , woran wir mit dem alten Konstanzer sind . « » Das hätte man sich denken können . « » Nicht so leicht « , widersprach der Krämer . » Nicht viele würden Dorotheen vor dir den Vorzug geben . « Jetzt stellte sich Zusel in Gedanken zum erstenmal neben das stille , fleißige , bescheidene Kind . Sie dachte sich an den Platz des Pfarrers und derer vom Stighof und wechselte die Farbe . » Heiraten wird sie Hans aber doch nie « , tröstete der Krämer . » Da wird die alte Stigerin entschieden auf deiner Seite sein , und die ist denn doch noch mehr als der wunderliche Pfarrer . « » Mir ist Hans am meisten « , klagte Zusel . » Der sollte wollen , und sonst sollte dann meinetwegen alles dagegen sein . Ja , erst dann wär ' s hübsch und könnte man seine Freud ' haben an einer Liebschaft . So aber , wie du die Sache nimmst , ekelt ' s mich ordentlich an , und ich hab ' s schon gesagt , daß ich keinen mag , den man mir mit Gewalt zuführen muß . Weit lieber ging ich noch heut ' in ein Kloster . « » Oho ! « » Ja ja , man hat mir schon gesagt , wie es dort eine mit meinen Mitteln so gut haben könnte , und der Himmel wäre gewiß . « Der Krämer kannte die Launenhaftigkeit seines Kindes zu gut , um diese Worte besonders ernsthaft aufzunehmen . Vielleicht war ' s auch nur ein Seitensprung , um ihn von der Hauptsache abzubringen . Das sollte aber nicht so leicht gehen . Er fragte geradezu : » Du willst also den Hans nicht ? « » Eben will ich ihn , und nur daß er nicht auch will , noch lieber als ich , könnte mich zum Weinen bringen . « » Dann sind wir ja eins . « » Bei weitem nicht . Mir ist sein Vermögen ganz gleichgültig . « » Du bist halt eben verliebt . In der Ehe wird das schon wieder anders kommen . « » Verliebt bin ich nicht . Wenigstens war mir Hansjörg einmal viel lieber . Wenn nur der nicht gerade jetzt gekommen wäre , daß noch eine Weile alles beim alten bleiben dürfte . Aber ich bin im Gerede . Es muß etwas geschehen , und ich weiß nicht , was . In meinem Kopf dreht sich alles um und um . Vater , du kluger Mann , mach ' mich ruhig . Du hast mir den Hansjörg genommen , nimm mir auch den Hans ! Dir muß das noch viel leichter werden . Gib ihnen Geld , tu , was du kannst , daß niemand mehr von mir und von ihm und von Dorotheen rede . Tu das , oder ich werde krank und sterbe . « Der Krämer verließ unmutig die Stube , Zusel blieb allein . Aber schon einige Minuten später schlich eine ihrer Freundinnen , die Köchin des Kaplans , so leise zu ihr herein , daß Zusel sie erst bei ihrer leisen Anrede erschrocken auffahrend wahrnahm . » Ich hab ' dir nur noch geschwind etwas erzählen wollen « , flüsterte die Betschwester . » Ich dir auch « , sagte Zusel etwas unfreundlich . » So erzähle nur , ich muß gleich wieder gehen , damit mich niemand hier sieht . « » Man darf dich hier schon sehen . « » Aber so erzähle doch « , drängte die Köchin . » Wir haben die arme Dorothee denn doch zu sehr ins Geschrei gebracht . Es könnte sie leicht den Dienst kosten , wenn einmal die alte Stigerin etwas davon erfährt . « » Das soll es auch « , fuhr die Betschwester auf . » Wenn du auch erkalten solltest im frommen Eifer , die Mitglieder des Dritten Ordens , den der Kaplan selbst errichtete in diesem Dorfe , haben sich der Sache kräftig angenommen , und dir winkt die Siegespalme schon auf Erden , wenn du nicht wankst . Dorothee ist eine Sünderin , und die Mutter unseres Ordens , bei der du sehr wohlan bist , hat unter den Schwestern ein tägliches Gebet für sie und um Ausrottung des Ärgernisses angeordnet . Das wird wirken . « » Ist Dorothee denn auch im Orden ? « » Keine Rede , aber wir haben die Pflicht , für große Sünder und für Bedrängte zu