Fauteuil gesessen . » Ach , wer auch eine Frau hätte , die uns Strümpfe strickte ! « » Ist Ihre Schuld , Bovillard . Warum haben Sie nicht wieder geheirathet ? « » Wo jetzt Frauen finden , die wie Excellenz nur für das Glück ihres Mannes leben ? « » Wenn man sie suchte , würde man sie schon finden . « » Alles will jetzt ästhetisch sein . « » Und Sie , wenn Sie eine Frau hätten , die Ihnen Strümpfe strickte , würden französische Spottverse auf sie machen . Im Ernst , Geheimrath , bessern Sie sich ein Bischen . « » Soll ich katholisch werden , wie Graf Stollberg ? Wenn Excellenz befehlen tout à vos ordres . « » Pfui über den Spötter und Atheisten ! Da sitzen Sie nun wieder mit dem Rücken gegen die Natur . « » Ich kann Excellenz doch nicht den Rücken kehren . « » Sinn für Häuslichkeit einem so eingefleischten Admirateur der französischen Literatur beizubringen , müssen wir wohl aufgeben , aber rührt Sie denn gar nicht die Natur , hat nie eine Nachtigall Sie ergriffen ? « » Nein Excellenz ! Aber ich hätte beinahe mal eine ergriffen . Sie flatterte nur wieder fort . « » Inkorrigibler Flattergeist ! Sehen Sie , meine Angelique lass ' ich Vossens Louise lesen und freue mich , wie das Kind immer mehr Sinn dafür bekommt . « » Ach , wer wieder ein Kind werden könnte ! « » Und wer kein Staatsmann geworden wäre ! « seufzte der Minister . » Ich war eigentlich zum Herrnhuter geboren . Warum musste man mich hinausreißen an die Höfe , ins Feld der Intriguen ? Ich hätte ein Vater unter meinen Unterthanen gelebt , sie beglückend , selbst beglückt . « » Und nun beglücken Excellenz ein ganzes Volk . Voilà la différence . « » Das mich verunglimpft , weil ich - solche gute Freunde habe . « » Wer wollen uns Alle bessern , Excellenz ! Diese Laube sei der Tempel der Tugend , wo wir ihr Gehorsam geloben , und die Frau Ministerin die erhabene Priesterin , welche unsere Schwüre empfängt . « » A propos , « hub die Ministerin an , » wissen Sie denn den Vorfall von gestern bei Hofe ? « Der Geheimrath kannte ihn noch nicht . » Der König und die Königin hatten eine Landpartie verabredet nach Pichelswerder . Sie laden die alte Voß ein , daran Theil zu nehmen . Aber ganz ländlich heißt es . Wird das unserer lieben Gräfin auch anstehen ? Sie fühlt sich unendlich geehrt , an einem Vergnügen Theil zu nehmen , was Ihro Majestäten nicht verschmähen , und in voller Galla rauscht sie die Treppen hinunter , worüber die Majestäten schon kaum ihre Lust zurückhalten . Denn mit Schrecken sieht die Gräfin die Mütze des Königs , und die Königin in dem Morgenrock , der ihr so reizend steht . Aber unten im Charlottenburger Hofe ! Was steht vor der Thür ? Ein Leiterwagen mit Stroh ! - Sie fragt nach der königlichen Kutsche . - Dies ist sie , sagt der König , wir werden uns etwas behelfen müssen ; ländlich , sittlich . Die alte Voß ist erstarrt , aber noch entsetzter , als sie sieht , wie der König die Königin hinaufhebt . Die anderen Hofdamen helfen sich selbst . Der König bietet endlich der alten Dame seine Dienste an , aber sie erklärt feierlich : so lange sie ihr Amt als Ober-Ceremonienmeisterin nicht verwirkt oder verloren werde und könne sie sich dazu nicht entschließen . Und , setzte sie hinzu , wenn ich auch so unglücklich wäre , darüber die Gnade Ihro Majestäten zu verlieren . - Der König sagte freundlich : Um des Himmels willen , liebe Voß , wenn Sie nicht mit wollen , bleiben Sie zurück , aber meine volle Gnade bleibt bei Ihnen . Und hinauf sprang er , und der Wagen rollte fort . « Der Geheimrath schnalzte auf : » Délicieux ! die alte Voß allein am Thor , wie die Henne am Teich ! « » Ich glaube , Komteß Laura , « fuhr die Ministerin fort , und zog ihren Strumpf - » ich glaube , die hat auch nicht sehr vergnügte Mienen auf dem Leiterwagen gemacht . Es ist erschrecklich , welche Airs sie sich giebt . « » Ich finde sie nicht mal schön , « sagte Bovillard am Halstuch zupfend . Er fand sie nicht schön , weil auf dem Gesicht der Ministerin etwas stand , was ihm sagte , daß die Ministerin eine solche Findung wünschte . » Sie fischt ihn auch nicht weg , « sprach der Minister . » Und wenn , meine weisen Herren - « fiel die Ministerin ein , » was hätten Sie gewonnen ? Hat sie den Esprit , um ihn zu gouverniren ? So wenig als die Fromm , die Pauline und die andern . Er ist zu impetuös . Ueberdies , erlauben Sie mir , ich finde es von so klugen Leuten unverantwortlich , eine solche Person in ihre Confidence zu ziehen . « » Der Minister meinte , sie hätte wohl neulich beim thé dansant zu scharf gesehen . Als Frau sei die Komteß ein gutmüthiges Geschöpf . « » Daß sie sich mir da vordrängte , will ich ihr vergeben haben , « sagte die Ministerin , » sie hat keinen Takt ; aber ich bitte Sie , wenn auch Komteß Laura sich unterstehen will , das Mulltuch um den Hals zu binden , wie unsere tugendhafte Königin , so finde ich das rebutant , ja geradezu rebutant , meine Herren , und ich wenigstens mit meinem schwachen Verstande begreife nicht , wie man das hingehen lasien kann . Aber die Herren werden wohl Gründe dafür haben . - Die Herren haben auch zu sprechen , was ich nicht hören soll , « setzte sie , das