sie lustig . « » Nun , wie soll ich sein , um Ihnen zu gefallen ? « » Theilnehmend « - sagte sie und eine Thräne trat in ihr Auge . Mengen erbleichte . Sie weinte und er hatte sie geneckt , in guter Absicht zwar , um sie von der Traurigkeit zu zersteuen , die er beim ersten Blick in ihrem Gesicht entdeckt ; aber sie weinte . Er nahm ihren Arm unter den seinen und führte sie zu einem ruhigeren Platz in einer Fensternische . Da sagte er erst : » Was ist Ihnen widerfahren ? « - Und Faustine erzählte . Zum Schluß bat sie ihn , seinerseits sich zu bemühen , damit Cunigundens Wunsch erfüllt werden möge . » Feldern selbst muß uns dafür dankbar sein , « fügte sie hinzu , » wenn er nur das geringste ächte Gefühl für dies edle Geschöpf hat . « Mengen hatte gespannt zugehört . Er war beglückt , weil nicht Faustine persönlich von einem Leiden heimgesucht ; und zwiefach beglückt , weil er im Stande war , das fremde , welches ihr so zu Herzen ging , zu heben . Er sagte : » Thun Sie mir den Gefallen , sich recht innig über die Verlobung meiner Schwester Matilde zu freuen . « » Recht gern , mein lieber Mengen , besonders darüber , daß Sie ein so zärtlicher Bruder sind , denn ich habe Sie nun doch einmal lieber , als Ihre mir unbekannte Schwester Matilde . « » Aber diese Verlobung macht ja , daß meine jüngste Schwester , eine allerliebste Person , nun ganz allein bei den Eltern sein wird , weshalb ich den Auftrag habe , eine junge und liebenswürdige Gesellschafterin für sie ausfindig zu machen . « » Mengen ! lieber Bester ! ist es wahr ? « fragte Faustine mit innerm Jubel . » Und da könnte ich wol keine liebenswürdigere finden , als Fräulein Stein . « Die Thränen rollten rasch und heiß aus Faustinens Augen . » Dank ! « sagte sie , » o tausend , tausend Dank ! « Sie drückte seine Hände , sie sah ganz verklärt aus . » Sie sind ein Engel ! « sagte Mario rasch und leise . » Ich nicht , « sprach sie und trocknete die Augen ; » aber Sie ! Sie bringen ja eine himmlische , eine rettende , trostreiche Botschaft . « » Wer sich so freuen kann , ist ein Engel ! der gewöhnliche harte , kalte , engherzige Mensch hat kein solches Mitgefühl . « » Wenn Sie wüßten , wie froh Sie mich machen ! dies ist der erste gute Augenblick , den ich heute gehabt . Ich konnte gar nichts für Cunigunden thun ! solch Wesen paßt nicht überall hin . Unter meinen nähern Bekannten konnte ich niemand ausfindig machen , mit meiner Schwester würde sie nicht harmonirt haben - und nun nehmen Sie mir die schwere Sorge vom Herzen . Nicht wahr , Sie schreiben gleich morgen früh an Ihre Eltern ? ich werde Ihnen Cunigundens Brief senden , damit die Ihrigen sich überzeugen mögen , wie anspruchlos sie auftritt . Nicht wahr , Sie zweifeln nicht , daß es uns glücken wird , sie aus ihren trüben Verhältnissen zu erlösen ? Machen Ihre Eltern , macht Ihre Schwester besondere Ansprüche an die Gesellschafterin ? « » Gar keine , als daß sie musikalisch sei . « » Das ist Cunigunde ! sie singt lieblich . « » Sie hat freilich eine glockenreine Stimme , aber ihr Gesang ließ mich eiskalt . « » Kurz , sie singt und spielt das Piano - das ist die Hauptsache . - O ich bin froh über die Verlobung Ihrer Schwester Matilde ! .... Wollen wir walzen ? « Sie tanzte selten , weil sie es übernatürlich langweilig fand , den Tanz , diesen jubelnden Ausdruck des Frohsinns , bis zur Ermüdung und Erschlaffung durch lange Stunden , gleich einer aufgegebenen Arbeit , auszudehnen . Es würde ihr eben so unmöglich gewesen sein , einen ganzen Abend hindurch zu tanzen , als zu lachen . Was sie auch that - es geschah nie ohne eine innere Nothwendigkeit . Darum tanzte sie auch wie Niemand sonst , obschon ihre Bewegungen so regelrecht waren , wie vom Tanzmeister eingeübt . Faustine wollte Mario eine Freude machen , darum tanzte sie mit ihm . Als mehre andre Herren sie um gleiche Gunst baten , sagte sie lachend : » Sie kommen zu spät ! « - und war zu keinem Schritt zu bewegen ; was man denn freilich wunderlich genug fand . » Ich mußte heute doch einen Spaß haben , « sagte Faustine zu Mengen , » nachdem ich einen sehr hübschen versäumt - eine Fahrt auf dem Eise im großen Garten mit Walldorf ; Alles wegen der bewußten Angelegenheit . Auch mein Diner hab ' ich darüber versäumt ! um vier Uhr war ich in Schreiberei vertieft , und hernach , als meine gewohnte Speisestunde vorüber - hatte ich keinen Hunger mehr . « » Es muß immer Jemand Ihnen zur Seite stehn , der für Sie sorgt : sonst begreife ich nicht , wie Sie durch das Leben kommen sollen , Gräfin Faustine . « » Es ist mir auch unbehaglich genug . « » Für das verlorne Diner kann ich Ihnen freilich keinen Ersatz bieten . Wollen Sie sich aber morgen von mir im Eisschlitten fahren lassen , so sind Sie wol sicher , daß Sie mich erfreuen . « » Ich bin heute in gnädiger Stimmung für Sie - dann thue ich Alles , was man wünscht , und sage gewiß nicht Nein . « » Thun Sie das je , wenn ein Anderer Ja sagt ? « » Wenn ich nicht diesem Andern gegenüber meine Selbständigkeit dadurch verloren , daß ich ihn liebe - so muß ich allerdings für mich selbst denken und handeln , und dann kann es kommen , daß