: daß sein Vetter Johannes ein gar braver Mann sei , soviel me emel wüß , seine Gefährtin ein ehrbares , unbescholtenes Weib , und daß der Bodenbauer allerdings einen berühmten Knecht hätte , den ihm schon Mancher gerne abgedinget hätte ; aber der Meister und der Knecht seien gar bsunderbar wohl für einander , die ließen nicht von einander . Ob es denn nicht kurzum etwas zwischen ihnen gegeben habe , frug Joggeli . Gar nichts , daß man wisse ; sie hätten erst am Sonntag hier miteinander eine Halbe getrunken , daneben wüßten sie nichts Genaueres , erhielt er von den Wirtsleuten zur Antwort . Unterdessen war Johannes heimgefahren , hatte Anne Mareili bis zum Hause mitgenommen , und als die Frau zum Wägeli kam und die Geißel abnahm , sagte Johannes : » Jetz , Frau , magst recht freini sein , sonst will Anne Mareili bei mir bleiben . « » Da werde ich anwenden müssen , « sagte die Bäurin freundlich , nahm auch die Körbchen ab , hieß Anne Mareili hineinkommen , sie hätte Kaffee zweg und tät es nicht anders , als daß Anne Mareili ein Kacheli nähme . Anne Mareili wehrte sich , sagte , es werde daheim auch finden , sagte , es hätte schon früher absteigen wollen , es wüßte Weiber , es wollte nicht um zwanzig Batzen mit ihren Männern bis zum Hause fahren . » Hast du geglaubt , ich sei son e Schalusi ? « sagte die Bäurin lachend . » Nein , da bin ich zu alt dazu . Nit , ich will nicht sagen , daß es nicht auch eine Zeit gegeben habe , wos mr vrflüemeret i Kopf cho ist , wenn dr Johannes eine Andere angesehen hat ; selbist het es mih düecht , er sollte alle Andern angrännen , nur mich nicht . Aber das vergeht einem so nach und nach , wenn man sieht , daß man keine Ursache hat , schalus zu sein . « Das gab zu einigen Geschichten Anlaß von schalusen Weibern , bis die Bäurin auffuhr und fragte : » Was kommt dort für ein Reitwägeli gegen das Haus ? « » Tüfel abenandere , das ist dr Vetter us dr Glungge , er kommt zu uns zum Übernachten , « sagte Johannes . » Und sagst einem nichts , du bist mir doch einer ! Was will der , daß der kömmt ; der ist ja viel Jahr nie dagewesen ? « » Du wirst es schon erfahren , « sagte Johannes , und Anne Mareili nahm Abschied und ging am herbeifahrenden Vetter vorbei . Beim Hause stund alles zweg , den Vetter zu empfangen , der etwas schlotternd und mühselig vom Wägeli stieg , während Uli herbeisprang , das Roß abzunehmen . » Reib es mir doch ein wenig ab , « sagte Joggeli , » und gib ihm nicht gleich zu saufen , es hat warm . Ihr füttert doch Dürrs ? « fragte er den Johannes , und erst , als er über alles beruhigt war , ging er auf seinen wackeligen Beinen ins Haus . Kaum war er abgesessen , so fragte er : » Ist das ne gsi ? « » Ja , « sagte Johannes . » Er düecht mih no wohl junge und gar so lüftig . « » Er ist bald dreißig , « sagte Johannes , » und e Gleytige , das ist wahr ; aber es ist kommöder so , als wenn er nicht fürers möcht . « Mit dem ging er in den Keller und holte Wein und Käs , und im Vorbeigehen in der Küche frug ihn die Frau : » Was hat der nach Uli zu fragen , was wott der mit Uli ? « » Ich habe jetzt nicht Zeit , es dir zu sagen , « antwortete Johannes , » komm herein , du wirst es dann schon hören . « » Was hats dem Johannes gä ? « dachte die Frau , » er ist ganz wunderliche , und so agschnellt hat er mich jetzt lange nie . « Darinnen fing der Vetter wiederum an , sein Leid zu klagen und wie sie arme , beschissene Leute wären , und kaum war Johannes hinaus , um das heutige Tagewerk zu überschauen , so fragte er : » Base , was ist mit Eurem Knecht , dem Uli ? Dr Johannes wett mr ne gä für Meisterknecht . « » Das wird öppe nicht sein ! « fuhr die Baurin auf , » dr Uli ist der beste Knecht , den man weit und breit antrifft , wir haben noch nie so einen gehabt . « » So ? « sagte der Vetter , » aber wie hat ers denn mit dem Weibervolk ? Es hat mir geschienen , er sei gerade so einer , wie sie am schlimmsten seien . « Es wäre gut , sagte die Frau , wenn es keine Schlimmern gäbte ; er sei mehr als ein Jahr zNacht nie aus dem Hause gewesen . » So , so , « sagte der Vetter . » Dr Johannes ist da mit einem lustigen Wybli heimgeritten und hats bis zum Haus gebracht , wie ich gesehen ; wer ist das gewesen ? « » Das ist unsere Nachbäurin , es hauptäntisch bravs Fraueli , und sie ist bsunderbar wohl für mich . Es ist ds einzig Hus , in das ich so jeweilen gehe . « » So , so , « sagte der Vetter , » dr Uli war Euch denn mit Schein nicht erleidet ? « » Wer sagt das ? « fragte die Frau ; » der Johannes wird doch nicht so dumm sein und den Uli fort , tun wollen , da wollte ich auch noch ein Wort dazu sagen . « Mit dem kam Johannes wieder herein , redete von Gleichgültigem ; die Frau ging hinaus , und der Vetter sagte : »