in dem Streite , Der Sonne Strahlen schienen blutge Speere ; Es rollte leiser Donner in der Weite , Und unentschieden schwankt des Kampfes Ehre Von Tag zu Nacht , neigt sich zu jeder Seite ; Dann sinkt die Glut , es brechen sich die Glieder , Es drückt die Nacht den schwarzen Schild hernieder . Da fühlte ich in mir ein tiefes Sehnen Nach jenem Wechsel der Natur , es glühte Das Blut mir in den Adern , und ich wünschte In einem Tage so den Frühling , Sommer , Herbst , Winter in mir selbst , und spann So weite , weite Pläne aus , und drängte Sie enge , enger nur in mir zusammen . Der Tag war hinter Berge still versunken , Ich wünschte jenseits auch mit ihm zu sein , Weil er mir diesseits , mit dem kalten Lehrer Und seinen Lehren , stets so leer erschien . Der Ekel und die Mühe drückte mich , Ich blickte rückwärts , sah ein schweres Leben , Und dachte mir das Nichtsein gar viel leichter . Dann wünscht ich mich mit allem , was ich Freude Und wünschenswertes Glück genannt , zusammen Vergehend in des Abendrotes Flammen . Der Gärtner ging nun still an mir vorüber Und grüßte mich , ein friedlich Liedchen sang er , Von Ruhe nach der Arbeit und dem Weibe , Das freundlich ihn mit Speis und Trank erwarte . Die Vöglein sangen in den dunkeln Zweigen , Mit schwachen Stimmen ihren Abendsegen , Und es begann sich in den hellen Teichen Ein friedlich monotones Lied zu regen . Die Hühner sah ich still zur Ruhe steigen , Sich einzeln folgend auf bescheidnen Stegen . Und leise wehte durch die ruh ' ge Weite Der Abendglocke betendes Geläute . Da sehnt ich mich nach Ruhe nach der Arbeit , Und träumte mancherlei von Einfachheit , Von sehr bescheidnen bürgerlichen Wünschen . Ich wußte nicht , daß es das Ganze war , Das mich mit solchem tiefen Reiz ergriff . Des Abends Glut zerfloß in weite Röte , So löst der Mühe Glut auf unsern Wangen Der Schlaf in heilig sanfte Röte auf . Kein lauter Seufzer hallte schmerzlich wieder , Es ließ ein Leben ohne Kunst sich nieder , Die hingegebne Welt löst ' sich in Küssen , Und alle Sinne starben in Genüssen . Da flocht ich trunken meine Ideale , Durch Wolkendunkel webt ich Mondesglanz . Der Abendstern erleuchtet , die ich male , Es schlingt sich um ihr Haupt der Sternenkranz , Die Göttin schwebt im hohen Himmelssaale Und sinkt und steigt in goldner Strahlen Tanz . Bald faßt mein Aug nicht mehr die hellen Gluten , Das Bild zerrinnt in blaue Himmelsfluten . Und nie konnt ich die Phantasie bezwingen , Die immer mich mit neuem Spiel umflocht ; So glaubte ich auf einem kleinen Kahne In süßer Stummheit durch das Abendmeer Mit fremden schönen Bildern hinzusegeln . Und dunkler , immer dunkler ward das Meer , Den Kahn und mich , und ach , das fremde Bild , Dem du so ähnlich bist , zogs still hinab . Ich ruht in mich ganz aufgelöst im Busche , Die Schatten spannen Schleier um mein Aug , Der Mond trat durch die Nacht , und Geister wallten Rund um mich her , ich wiegte in der Dämmrung Der Büsche dunkle Ahndungen , und flocht Aus schwankender Gesträuche Schatten Lauben Für jene Fremde , die das Meer verschlang . Und neben mir , in toter Ungestalt , Lag schwarz wie Grab mein Schatten hingeballt . Und es schien das tiefbetrübte Frauenbild von Marmorstein , Das ich immer heftig liebte , An dem See im Mondenschein , Sich mit Schmerzen auszudehnen , Nach dem Leben sich zu sehnen . Traurig blickt es in die Wellen , Schaut hinab mit totem Harm , Ihre kalten Brüste schwellen , Hält das Kindlein fest im Arm . Ach , in ihren Marmorarmen Kanns zum Leben nie erwarmen ! Sieht im Teich ihr Abbild winken , Das sich in dem Spiegel regt , Möchte gern hinuntersinken , Weil sichs unten mehr bewegt , Aber kann die kalten , engen Marmorfesseln nicht zersprengen . Kann nicht weinen , denn die Augen Und die Tränen sind von Stein . Kann nicht seufzen , kann nicht hauchen , Und erklinget fast vor Pein . Ach , vor schmerzlichen Gewalten Möcht das ganze Bild zerspalten ! Es riß mich fort , als zögen mich Gespenster Zum Teiche hin , und meine Augen starrten Aufs weiße Bild , es schien mich zu erwarten , Daß ich mit heißem Arme es umschlinge , Und Leben durch den kalten Busen dringe . Da ward es plötzlich dunkel , und der Mond Verhüllte sich mit dichten schwarzen Wolken . Das Bild mit seinem Glanze war verschwunden In finstrer Nacht . In Büsche eingewunden , Konnt ich mit Mühe von der Stelle schreiten . Ich tappe fort , und meine Füße gleiten , Ich stürze in den Teich . Ein Freund von mir , Der mich im Garten suchte , hört den Fall , Und rettet mich . Bis zu dem andern Morgen War undurchdringlich tiefe Nacht um mich , Doch bleibt in meinem Leben eine Stelle , Ich weiß nicht wo , voll tiefer Seligkeit , Befriedigung und ruhigen Genüssen , Die alle Wünsche , alle Sehnsucht löste . Als ich am Turm zu deinen Füßen saß , Erschufst du jenen Traum zum ganzen Leben , In dem von allen Schmerzen ich genas . O teile froh mit mir , was du gegeben , Denn was ich dort in deinem Auge las , Wird sich allein hoch über alles heben . Und kannst du mir auf jenen Höhen trauen , So werd ich bald das Tiefste überschauen . Ich glaube , daß es mir in jener Nacht , Von der ich nichts mehr weiß , so wohl erging ; Als ich erwachte , warf sich mir die Welt Eiskalt und unbeweglich hart ums Herz