Lehmdorf , von dem wendischen Worte Glin der Lehm . Kaum irgendein Wort , wie schon Seite [ hier ] hervorgehoben , kommt häufiger vor in der Mark . Außer dem Landesteile » der Glin « mit der Hauptstadt Cremmen , gibt es zahlreiche Dörfer dieses Namens . Vergleiche das Kapitel Groß-Glienicke . ) 43 Dieser Aufsatz wurde 1870 geschrieben . Seitdem haben sich die Dinge wieder zugunsten der Ziegeleibesitzer geändert . 44 Die Feuerung geschieht von oben her durch eine runde Öffnung ; ein eiserner Stülpdeckel von der Form eines Zylinderhutes ( dessen Krempe übergreift ) schließt die Öffnung und wird abgenommen , sooft ein Nachschütten nötig ist . Man sieht dann , wie durch eine schmale Esse , in die Kammer hinein und hat die aufgetürmten , rotglühenden Steine unter sich . Der Anblick , den man sich nur verschaffen kann , indem man auf die Gewölbedecke der Kammer tritt , hat etwas im höchsten Grade Unheimliches und Beängstigendes . Man steht über einer Hölle und blickt in sie hinab . Eine Schicht Steine , vielleicht kaum einen Fuß dick , trennt den Obenstehenden von dieser Unterwelt und der Gedanke hat etwas Grausiges : wenn jetzt dies Gewölbe – Spreeland Vorwort Entstanden zwischen 1859 und 1881 . Erstdruck : Berlin ( W. Hertz ) 1882 . Der Text folgt der » Wohlfeilen Ausgabe « von 1892 . Vorwort Wie sich Band II und III der Oder und Havel zuwendet , so wendet sich dieser IV. Band der Spree zu , dem Laufe des Flusses von Ost nach Westen hin folgend . In dem der Lausitz angehörigen Spreewalde beginnend , verweilt Band IV , nach einem kurzen Abstecher ins Beeskow-Storkowsche , zu größtem Teil auf jener nur wenige Meilen messenden Strecke , wo die Spree die Grenze zwischen dem Barnim und dem Teltow zieht , und schildert hier eine nicht unbeträchtliche Zahl der im östlichen Halbkreis um Berlin herum gelegenen Ortschaften . Und so wird sich auch in bezug auf diesen vierten Band sagen lassen , daß sich der Inhalt desselben in allem wesentlichen seinem Titel anschließt . Als Ausnahme könnte nur der Schlußabschnitt » An der Nuthe « gelten , aber auch dieser mehr dem Schein als der Wirklichkeit nach , insoweit die Nuthe vorwiegend einen Spreelandscharakter hat , vorwiegend unsern Spreeterritorien angehört , und erst im letzten Moment ihren bis dahin ausschließlich nordwärts gerichteten Lauf in plötzlich nordwestlicher Biegung zugunsten der Havel abändert , fast als wär ihr die Spree , nachdem diese Berlin passiert , nicht mehr anheimelnd genug . Die Kapitel auch dieses IV. Bandes entstanden zu sehr verschiedener Zeit , weshalb einige der älteren und ältesten einer eingehenden Umarbeitung unterzogen wurden , allerdings immer nur in dem Falle , daß etwas tatsächlich Neues geboten werden konnte , wie beispielsweise bei Saalow , Friedrichsfelde ( Gabriel Lukas Woltersdorf ) und Groß-Beeren . Am meisten in dem Kapitel Buch , wo die mittlerweile publizierten Tagebücher der Gräfin Voß , geb . von Pannewitz , einen völligen Umguß der alten Form erheischten . Auf Hervorhebung bloß baulicher Veränderungen , insonderheit wenn sie das in den betreffenden Kapiteln Erzählte gar nicht oder nur sehr nebensächlich berührten , habe ich meistens verzichtet und immer nur angedeutet , daß dieselben überhaupt stattgefunden hätten . Ein Abweichen von dieser Regel würde mich gezwungen haben und auch in alle Zukunft weiter zwingen , immer neue Kontrollreisen eintreten zu lassen . Was sich selbstverständlich verbietet . Es gilt eben auch hier wieder , was ich schon im Vorworte zu Band III über diesen Punkt geäußert habe . Die Dinge geben sich einfach so , wie sie sich mir zu dieser oder jener ganz bestimmten Zeit darstellten , weshalb ich denn auch vorhabe , falls eine neue Auflage mir die Gelegenheit dazu bieten sollte , jedem Einzelkapitel seine besondere Jahreszahl zu geben . In einem Abschiedswort am Schlusse dieses Bandes hab ' ich noch einen Rückblick und in diesem Rückblick eine Darlegung dessen versucht , was diese » Wanderungen « wollen und nicht wollen , und bitt ' ich deshalb diejenigen meiner Leser , die sich für einen solchen Rechenschaftsbericht interessieren , auch diesem Abschiedswort ihre Aufmerksamkeit zuwenden zu wollen . Berlin , 15. November 1881 . Th . F. In den Spreewald 1. Lübbenau 1. Lübbenau Es ist Sonntag , und die Stille , die wir vorfinden , verrät nichts von dem sonst hier herrschenden lebhaften Verkehr . Die Spreewaldprodukte haben nämlich in Lübbenau ihren vorzüglichsten Stapelplatz und gehen erst von hier aus in die Welt . Unter diesen Produkten stehen die Gurken obenan . In einem der Vorjahre wurden seitens eines einzigen Händlers 800 Schock pro Woche verkauft . Das würde nichts sagen in Hamburg oder Liverpool , wo man gewohnt ist nach Lasten und Tonnen zu rechnen , aber » jede Stelle hat ihre Elle « , was erwogen für diese 800 Schock eine gute Reputation ergibt . Im übrigen verweilt Lübbenau nicht einseitig bei dem Verkauf eines Artikels , der schließlich doch vielleicht den Spott herausfordern könnte , Kürbis und Meerrettich 1 schließen sich ebenbürtig an und vor allem die Sellerie , hinsichtlich deren Vorzüge die Meinungen nicht leicht auseinandergehen . Wir halten nun vor dem geräumigen Gasthofe » Zum braunen Hirsch « , darin das Amt eines Kellners noch ausschließlich durch eine Spreewaldsschönheit verwaltet wird , und nachdem wir Toilette gemacht und einen Imbiß genommen haben , brechen wir auf , um keine der spärlich zugemessenen Stunden zu verlieren . Ein Leichenzug kommt über den Platz und acht Träger tragen den Sarg , über den eine schwarze tief herabhängende Sammetdecke gebreitet ist , aus dem Kirchenportal aber , daran der Zug eben vorüberzieht , erklingt Orgel und Gesang , und wir treten ein , um eine wendische Gemeinde , lauter Spreewaldsleute , versammelt zu sehen . Es bot sich uns ein guter Übersichtsplatz ; Männer und Frauen saßen getrennt , und nur die Frauen , soviel ich wahrnehmen konnte , trugen noch ihr spezielles Spreewaldkostüm . In jedem Einzelpunkte