Es scheint zweifelhaft , ob Tegel 1765 durch Kauf , oder 1766 als Frauengut an den Major von Humboldt kam . Ich finde nämlich anderen Orts , aus ersichtlich guter Quelle , folgendes : » 1766 vermählte sich der Oberstwachtmeister ( Major ) von Humboldt mit Marie Elisabeth geb . Colomb , verwitwete Frau von Hollwede . Aus dieser Ehe wurden Wilhelm und Alexander von Humboldt geboren . Die Mutter der beiden Brüder war , als Erbtochter des Direktors Johann Heinrich Colomb , Besitzerin von Ringenwalde in der Neumark , Tegel und Falkenberg ( anderthalb Meilen von Berlin ) . In der Falkenberger Kirche ließ Frau von Humboldt 1795 ein Erbbegräbnis bauen , in dem so wohl sie selbst wie ihre beiden Ehemänner : Hauptmann von Hollwede 1765 und Oberstwachtmeister von Humboldt 1779 , beigesetzt wurden . Frau v. Humboldt starb 1796 . « 22 Der berühmte Bildhauer Canova war im Jahre 1815 Kommissarius für die Zurückforderung der aus den päpstlichen Staaten nach Paris entführten Kunstdenkmäler . 23 Der Prozeß lief im wesentlichen auf bloße Schikanen hinaus und kann einem keine besonders hohe Meinung von der Rechtspflege jener Epoche beibringen . Der Beklagte sollte eingeschüchtert , abgeschreckt werden . Als ihm Unterschleife nicht nachgewiesen werden konnten , richtete man schließlich die Frage an ihn : was denn bei all dem Laborieren und Experimentieren in einer Reihe von Jahren herausgekommen sei ? Das ist nun in der Tat eine Frage , die schließlich jeden Menschen in Verlegenheit setzen kann , und Kunckel gab die beste Antwort , die er unter so bewandten Umständen geben konnte . Er sagte : » Der hochselige Herr Kurfürst war ein Liebhaber von seltenen und kuriosen Dingen und freute sich , wenn etwas zustande gebracht wurde , was schön und zierlich war . Was dies genützt hat , diese Frage kann ich nicht beantworten . « 24 Sie zerfiel bald . 1832 wurde deshalb eine zweite , als Ersatz , durch Lord Fitz Clarence überbracht . Diese existiert noch , ist aber auch schon wieder defekt . 25 Es heißt in dem genannten Gedichte , das allerdings mehr den Charakter einer Romanze als eines Idylls hat , wörtlich : Wir sind da ! Faßt dich ein süßer Schrecken Zwischen diesen Bergen hier von Kalk , Wo der Blutfink baut in Kreuzdornhecken , In der Eiche Kranz der Lerchenfalk ? Witterst du der wilden Erdbeer Würze Und des wilden Wermuts bittren Duft ? Mahnt dich an des Herbstes Regenstürze Des zerriss ' nen Berghangs tiefe Schlucht ? So geht es weiter im Stile von » Spinneweb mit Blut betaut « , ohne daß von Blutfink und Lerchenfalk das geringste zu bemerken wäre . Überhaupt ist es charakteristisch für die ganze Dichtungsweise Schmidts von Werneuchen , daß er sich in allen Gattungen der beschreibenden Poesie der höchsten Korrektheit , die dann sein Stolz war , befleißigt , sofort aber in Unnatur verfällt , wenn er den Boden des äußerlich Gegebenen verläßt und aus sich selbst zu schöpfen beginnt . 26 Eine spätere Notiz des Kirchenbuchs ist nicht gut auf diesen Hans von Stechow , der der erste lutherische Prediger in Fahrland war , zu sprechen . Es wird darin gleichsam Protest gegen die Ernennung von Junkern zu Pfarrherren eingelegt , wenn die betreffende Pfarre auf dem Grund und Boden derselben adligen Familie , der der Junker angehört , gelegen ist . Die Notiz lautet kurz und barsch : » War Hans von Stechow des Gutsherrn Vetter oder Sohn ? etwa Cadet des Hauses ? warum ward die Einrichtung des Dorfes und der Pfarre damals nicht besser gemacht ? etwa darum , weil der Junker seinen Auszug aus dem Gute bekam und also doch leben konnte . Das wäre nichts , wenn nur die gnädigen Junker gnädigst geruhen würden , Landprediger zu werden ! Kurz , wir freuen uns unseres Ahnherrn nicht , da er die zukünftigen Zeiten nicht besser beherziget hat . Aus der Hölle ist keine Erlösung . Und der Schlendrian herrscht nirgends ärger als im heiligen statu ecclesiastico . « 27 Diese Aufzeichnungen sind im wesentlichen wörtlich wiedergegeben , nur selten gebot es sich , einzelne Worte , Namen , Sätze fortzulassen oder umgekehrt zur Erklärung einzuschalten . Alles trägt den Stempel des Ernstes , der Wahrheit und absoluter Phrasenlosigkeit . Das letztere führt zu einer gewissen Herbheit ; nichts ist beschönigt , das Leben , eignes wie fremdes , gegeben wie es war . Darin liegt aber , bei manchem ästhetisch Anfechtbaren , auch wieder der Wert dieser Notizen . Sie gehen ein Zeit- und Sittenbild aus dem letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts ; die Laxheit des Herrenhauses , die Kümmerlichkeit der Pfarren , beide finden eine gleich treffende Darstellung . 28 Generalleutnant von Röder kommandierte im dänischen Kriege 1864 die » Düppel-Brigade « Regimenter 24 und 64 , und war unter den ersten , die auf Alsen landeten . Auf dem bekannten Bleibtreuschen Bilde » Übergang nach Alsen « ( Nationalgalerie ) steht er , ein großer schöner Mann , in einem der vordersten Boote . Während meines Militärjahres war er Offizier in der Kompanie des Kaiser Franz-Regiments , in dem ich diente , und bewahrte mir seitdem sein Wohlwollen . 29 Rösels Bezichungen zum Hause Zimmermann waren schon Erbstück , zweite Generation . Eigentlich befreundet war er mit den Pflegeeltern der Geheimrätin Zimmermann , der Familie Jordan , die das große , schöne Haus am Gendarmenmarkt , Ecke der Französischen- und Markgrafenstraße bewohnte . Die weiterhin mitzuteilenden Röselschen Briefe sind denn auch fast alle an Fräulein Fanny Jordan gerichtet , die später den Steuerrat Hedemann heiratete . Frau Geheimrätin Zimmermann , geb . Palis , war eine Pflegeschwester der letztgenannten Dame . 30 In einem sehr viel späteren Briefe ( 27. Januar 1841 ) heißt es : » Es war gestern , trotz der kalten Witterung , ein schwüler Tag für mich . Der Abschied aus dem alten , ehrwürdigen Hause Feilner hatte mich windelweich gemacht . Ich hätte stundenlang wie ein Kind