Schwester Hochzeit im Scharfrennen mit einem Klitz ( Pfeil oder kleinen Lanze ) verwundet worden und davon verstorben , allhier begraben . Anno 1285 ist Markgraf Johannes ( V. ) Churfürst zu Brandenburg gestorben und allhier begraben . Anno 1298 starb zu Beerwalde Markgraf Otto Sagittarius ( der Pfeilschütze ) des Churfürsten Johannes zu Brandenburg Sohn und ist allhier begraben . Anno 1304 ist zu Sched ( ? ) gestorben Markgraf Conrad ( I. ) Churfürst zu Brandenburg und ist allhier begraben . Anno 1307 bestätigte Markgraf Hermann von Brandenburg , Markgraf Otten des Langen Sohn , dieses Kloster Chorin . Anno 1319 starb Markgraf Waldemar ( I. ) zu Beerwalde und ist allhier begraben . Tu mater Lehnin et filia tua Chorin , Ex te est orta nova Cella et Coeli Porta . ( Diese Inschriften , wie schon im Text hervorgehoben , waren 1769 sicherlich noch vorhanden . 1823 suchte sie Konsistorialrat Bellerman , Direktor des grauen Klosters , vergeblich . Er vermutet , daß sie 1772 bei einer Reparatur übertüncht oder beseitigt worden sind . ) 13 Wenn man hier einwenden wollte , daß das Land im wesentlichen diese Schwankungen und Wandlungen mitmachte , und daß deshalb kein Grund vorliege , für Chorin einen besonderen Vorwurf daraus herzuleiten , so darf man drei Dinge nicht übersehen : 1. daß Chorin besser wissen konnte , ob echt oder unecht , und wahrscheinlich es wirklich wußte , 2. daß Chorin sich mit Vorliebe bayrisch gezeigt und deshalb eine größere Pflicht hatte , Farbe zu halten , und 3. daß andere Plätze , die zum Teil dieselbe Wandlung durchmachten , doch wenigstens länger ausdauerten und etwas schamhafter verfuhren . 14 Zu den vielen Eigentümlichkeiten der Havel gehört auch die , daß sie , von Norden kommend , auf dem letzten Drittel ihres Laufes wieder nach Norden fließt . Sie beschreibt also einen Halbbogen und umfängt mit ihrem gekrümmten Arm ein fünfzig Quadratmeilen großes Stück Land , das » Havelland « . 15 Diese Verse , wie ich nachträglich erfahre , rühren nicht aus der Jahnschen Zeit her , sondern sind erst , vor kaum zwanzig Jahren , niedergeschrieben und an der Brieselangeiche befestigt worden . Das geschah an einem heißen Augustnachmittage 1862 durch zwei Mitglieder des kurz zuvor gegründeten Nauener Turnvereins . Der eine dieser beiden Turner hatte die Verse verfaßt , der andere die technische Niederschrift geliefert . Beide Turner blieben seitdem vereint ; sie dienten in demselben Truppenteil der Garde ; sie fochten am 3. Juli bei Königgrätz ; und abermals an einem heißen Augusttage , heißer als jener Wandertag , der sie acht Jahre vorher zur Königseiche geführt hatte , stürmten sie gemeinschaftlich gegen St. Privat . Beide fielen schwerverwundet , der eine durch den Schenkel , der andere durch die Brust geschossen ; beide sind genesen . 16 Die schönste Zeder ( eigentlich ein Taxodium ) steht im Schloßpark zu Gusow , der größte Birnbaum im Predigergarten zu Werneuchen . 17 England , wie bekannt , ist überhaupt das Land schöner alter Bäume und einer entsprechend sorglichen Kultur . So befindet sich beispielsweise in der Nähe vom Cumberlandlodge im Windsor-Park ein Leviathan-Weinstock , welcher ein einzelnes Haus von 138 Fuß Länge und 20 Fuß Breite gänzlich ausfüllt . Er bedeckt gegen 2870 Quadratfuß Glas und bringt jedes Jahr durchschnittlich 2000 Trauben hervor . Der mehr bekannte Weinstock in Hampton Court trug vor einigen Jahren 1400 Trauben , deren Wert man auf mehr als 100 Lstr . veranschlagte . 18 Dagegen spräche nur , daß es in der Lebensbeschreibung des berühmten Grafen Rochus von Lynar heißt : » Zu gleicher Zeit ( etwa 1578 oder 1580 ) gab der Graf allerhand Verbesserungen an dem kurfürstlichen Schloß oder Jagdhaus zu Bötzow an . « Diese Verbesserungen waren schwerlich im gotischen Stil . 19 Pastor Ballhorn , in seiner trefflichen Geschichte Oranienburgs , hat dieser architektonischen Skizze des großen Bildes eine Beweiskraft beigelegt , die sie schließlich doch kaum besitzen dürfte . Pastor B. vermutet , daß das Bild zwischen 1653 und 1654 gemalt worden sei , was aber unmöglich ist , da der Holländische Maler , Augustin Terwesten , von dem es herrührt , erst 1649 geboren wurde . Augustin Terwesten ( von 1696 ab Direktor der Akademie der Künste ) kam 1690 nach Berlin , wohin er , vierzig Jahre nach der Gründung Schloß Oranienburgs , durch Kurfürst Friedrich III. gerufen wurde . Er begann damit , die kurfürstlichen Lustschlösser mit großen Tableaus zu schmücken , und da um 1690 Schloß Köpenick bereits beendet und Schloß Charlottenburg noch nicht angefangen war , so ist es wohl möglich , daß er in den Sälen von Schloß Oranienburg debütierte , das eben damals einem Umbau im großen Stil unterworfen wurde . Da dieser Umbau jedoch im Jahre 1688 bereits seinen Anfang nahm , so ist es mindestens fraglich , ob Terwesten das ursprüngliche Schloß , wie es die Kurfürstin hier entstehen ließ , noch gesehen hat . Dennoch möcht ' ich auf diesen Umstand kein allzu bedeutendes Gewicht legen , da es , zwei Jahre nach dem Neu- und Umbau des Schlosses , allerdings nicht schwer halten konnte , bei Malern und Architekten Auskunft darüber zu erhalten , wie denn eigentlich das Schloß der Oranierin gewesen sei , immer vorausgesetzt , daß dem Künstler daran gelegen war , über diesen Punkt zuverlässiges zu erfahren . Es ist aber sehr zweifelhaft , daß ihm daran lag . Denn wir dürfen nicht vergessen , daß er den Moment der Landesschenkung ( 1650 ) bildlich darzustellen hatte , also einen Moment , der dem Schloßbau um vier , mindestens aber um zwei Jahre vorausging . Er konnte sich also in seinem künstlerischen Gewissen nicht im geringsten gedrungen fühlen , ein Schloß in historischer Treue darzustellen , das 1650 noch gar nicht existierte , sondern erst 1654 fertig aus der Hand des Baumeisters hervorging . 20 Die Zahl der Baumeister , Bildhauer und Maler belief sich damals im Brandenburgischen auf hundertdreiundvierzig . 21