und spielte nachlässig damit . » Sie wollen sich beschweren ? « » Z ' erscht kimm i zu Eahna selm , Herr Bezirksamtmann . « » Schön . Aber wer is denn Ihr Begleiter ? « » Dös is der Florian Weiß von Erlbach ; früherszeit war er der Metzbauer , jetzt lebt er im Austrag . « » Hat er mit der Sache was zu tun ? « » Eigentli hab ' i mit der Sach ' selm nix z ' toa , « sagte Weiß . » Da Schuller hat mi g ' rad mitg ' numma , weil i Kirchapfleger g ' wen bi und an Pfarra Held guat kennt hab ' . « » Das ist doch nicht von Belang ! Ich denke , Vöst , bei dieser Unterredung haben wir besser keinen Zeugen . In Ihrem Interesse . « - » Herr Bezirksamtmann , is dös verbot ' n im G ' setz , daß da Weiß dableibt ? « » Nein ; für so etwas gibt es kein Gesetz . Aber es ist unnötig und vielleicht auch für Sie unangenehm . « » Wenn ' s net verboten is , nacha lassen S ' an Weiß da ! Was i sag ' , derf a jeder hör ' n. « » Gut , meinetwegen . Haben Sie den Akt , Mayerhofer ? « Der Amtsdiener überreichte Otteneder ein blaues Heft . Dieser las die Aufschrift . » Betreff Gemeindewahlen in Erlbach . Stimmt . Sie können gehen , und wenn jemand kommt , soll er warten . Ich will nicht gestört werden . « Otteneder legte das Heft vor sich hin und schlug es auf . » Also , Vöst , Sie sind am 18. November zum Bürgermeister gewählt worden . Mit neun Stimmen Mehrheit . Die Wahl ist ordnungsgemäß verlaufen . Das stimmt ? « » Ja , Herr Bezirksamtmann . « » Dann gehen wir weiter . Sie wissen , daß jede Gemeindewahl von dem zuständigen Bezirksamte bestätigt werden muß . Die Ihrige also von mir . Die Wahl ist erst gültig , wenn ich als Vertreter der Aufsichtsbehörde die Genehmigung erteile . « » Dös is alles so eing ' richt , « sagte Weiß . » Was ist eingerichtet ? « » I moan bloß , weil i an Schuller scho dös nämliche ausdeutscht hab ' beim Einafahr ' n. « » So ? Das is ja anerkennenswert , wenn Sie Bescheid wissen , aber unterbrechen Sie mich nicht ! Also die Gültigkeit hängt von der Bestätigung ab . Es ist wohl nicht notwendig , daß ich Ihnen ausführlich erkläre , warum die Staatsregierung sich dieses Recht gesetzlich vorbehalten hat ? « » Mir wissen ' s recht guat , « sagte Weiß . » Das bezweifle ich . Übrigens habe ich es nicht mit Ihnen zu tun , sondern mit dem Vöst . Wünschen Sie eine Rechtsbelehrung ? Ich verweigere sie grundsätzlich nie . « » Na , Herr Bezirksamtmann , i will ganz was anders wissen . « » Darauf kommen wir gleich . Mein Recht , einer Wahl die Bestätigung zu versagen , ist durch das Gesetz festgelegt . Und ich habe in Ihrem Falle von diesem Rechte Gebrauch gemacht . « » Warum , Herr Bezirksamtmann ? « » Das ist in meinem Beschlusse ausführlich begründet . Ich will es Ihnen vorlesen , wenn Sie darauf bestehen . « » I dank ' schö . Dös hat gestern scho inser Lehrer to . « » Schön . Dann kann ich mich darauf beschränken , auf diese Gründe hinzuweisen . Kurz und gut , Vöst , ich habe aus den Ihnen bekannten Tatsachen die Überzeugung gewonnen , daß Sie sich für diese Ehrenstelle nicht eignen . « » Also , daß i a Lump bin . « » Wir wollen keinen solchen Ausdruck wählen . Das führt zu nichts . « » Derf i jetzt reden ? « » O ja . « » Sie hamm g ' sagt , kurz und guat , Herr Bezirksamtmann . Dös is aber net guat , und dös derf net kurz sei , wenn ma ' r an Menschen sei Ehr ' nimmt . Sie hamm g ' sagt , wegen de bekannten Tatsachen halten Sie mi net für den richtigen Mann . De Tatsachen san aber net bekannt ; net amal mir . Weil ' s überhaupts koane Tatsachen net san , sondern auf und auf nix als wia miserable Lugen und Verleumdungen . « » Einen Augenblick , Vöst ! Ich habe nichts dagegen , Sie anzuhören , aber Sie dürfen nicht in diesem Tone reden . « » Vielleicht hamm Sie schönere Wörter , als wia ' r i. I bin bloß a Bauer . Aber was taten Sie dazua sag ' n , wenn auf amal über Eahna was g ' sagt wurd ' , was recht Gemein ' s ? So was Gemein ' s , wo Sie glei merken , es is a so herg ' richt , daß ' s Eahna recht schad ' n soll ? Und Sie wissen , net oa Silben is wahr , taten Sie net aa reden von aa Lug ? Oder was gibt ' s da für an andern Nam ' ? « » Ich würde mich nicht auf Schimpfen verlegen , sondern mit Ruhe und Anstand das Unrecht nachweisen . « » Entschuldigen S ' halt ! Und erlauben S ' de Frag ' , Herr Bezirksamtmann , was hat Eahna zu der Überzeugung bracht , daß i z ' schlecht bin , oder net geeignet , wia Sie sag ' n ? « » Zunächst der Umstand , daß Sie Ärgernis gegeben haben , durch die Mißhandlung Ihres Vaters . « » Und woher wissen Sie den Umstand ? « » Das ist Ihnen doch bekannt ! Warum fragen Sie mich ? Aus der Aufschreibung Ihres verstorbenen Pfarrers . « » Vom lebendigen Pfarrer