Wasserfässer des Fahrzeuges , zugleich trennte ein Windstoß dasselbe von der Konvoi und trieb es gegen die französische Küste . In dieser Verlegenheit zog der Kapitän die amerikanische Flagge auf und ging auf der Reede von La Rochelle vor Anker , wo eben kein französisches Fahrzeug von Bedeutung lag , sich aber zwei amerikanische Fregatten befanden . Man hielt sich soweit als möglich von den Batterien entfernt und schickte die Schaluppe ans Land , um einen Vorrat von Wasser einzunehmen . Die Amerikaner kümmerten sich wenig um die Ankömmlinge , sondern waren beschäftigt , die Anker zu lichten und die Segel beizusetzen , um mit dem eben umsetzenden Winde in See zu gehen . Der Mond war aufgegangen und erhellte wechselnd den wolkigen Himmel ; die Freunde waren auf dem Verdeck und betrachteten das eilende Gewölk . Da blitzte in Pinellis Seele ein Gedanke an Rettung auf . Unvermerkt ergriff er ein daliegendes Tau , schlang es um seinen Freund und stürzte sich mutig mit ihm über Bord . Die Wellen schlugen hoch auf , der kühne Schwimmer arbeitete sich jedoch mächtig empor und zog den Gefährten mit sich , welcher sich bald begriff und ebenfalls seine Kräfte anstrengte , ihm zu folgen . Gewölk verdunkelte den Mond , und man ward die Schwimmer vom Schiffe aus nicht gewahr . Sie nahmen ihre Richtung den absegelnden Fregatten zu , welche sie auch bald erreichten und von welchen sie , bei einem aufblitzenden Lichtstrahle , bemerkt wurden . Man warf ihnen ein Tau zu und brachte sie glücklich an Bord . Hier gaben sie Kunde von ihrem Schicksal und von der falschen Flagge des Engländers , ihre Rettung war vollendet . Die Fregatte war in wenigen Minuten außer dem Gesichte des Schiffes , welches ohnehin an kein Verfolgen denken konnte . Die Fahrt ging gerade auf Boston , wo man ohne alle Abenteuer einlief . Die beiden Freunde waren hinreichend mit Golde versehen , und man richtete sich genügsam ein . Pinellis froher Mut und seine Lebenslust halfen dem schwermütigen Mucius tragen . Er brachte , zu seiner Zerstreuung , eine Reise ins Innere in Vorschlag und zu den Denkmälern der Vorzeit am Ohio , zu den Wildenvölkern am Missouri , und wirklich hatte diese Reise einen günstigen Einfluß auf Mucius ' gramvolles Gemüt . Noch jetzt spricht er mit Entzücken von der Schönheit der südlichen Provinzen , verliert sich noch in philosophische Betrachtungen über den Urzustand dieses Weltteils , über die untergegangene Kultur dieser zersprengten Stämme . Nach fast zwei Jahren kehrten die Pilger nach Boston zurück , ihre Barschaft war indessen sehr verringert . Pinelli suchte seine Kunst , mit vielem Glück , geltend zu machen . Er führte die auf der Reise entworfenen Landschaften mit großem Fleiße aus und fand Käufer zu ihnen . Auch die Porträtmalerei übte er wieder , und man war entzückt von dem eigentümlichen Charakter und der Idealisierung , welche er seinen Physiognomien , bei aller Ähnlichkeit , zu geben wußte . Mucius beförderte seine Reise , mit seinen Altertumsforschungen , zum Druck und gab daneben Unterricht in alten Sprachen . Mitten unter diesen Beschäftigungen erhielten sie die Nachricht von den großen Umwälzungen im Vaterlande , welche ihnen für immer den Wunsch zur Rückkehr benahmen . Sie betrachteten nunmehr das fremde , freie Amerika als ihre Heimat und eilten , zu seiner Verteidigung die Waffen zu ergreifen , als es von den Engländern in seinem Innern bedroht wurde . In Baltimore hatte Mucius wirklich im Hause des Herrn Davson gewohnt , wie mein ahndendes Herz es mir damals sagte . Mistreß Davson fühlte sich von der sanften , freundlichen Schwermut ergriffen , welche den schönen jungen Mann so anziehend machte . Herr Davson fing nach und nach an , Eifersucht zu hegen , welches die Freunde veranlaßte , bald nach ihrer Rückkehr aus der Gegend von Washington eine Reise zu den Wasserfällen zu unternehmen . Sie durchstrichen lange die umliegenden Gegenden . Mucius konnte sich nicht wieder losreißen von dieser wildromantischen Natur , und hier , wo er nur Nahrung für seinen Schmerz suchte , fand er die Heilung desselben . Laut dankte ich Gott , nach Endigung jener Erzählung , für seine väterliche Führung ; nächst ihm dem treuen Pinelli , denn ohne ihn , den Schutzgeist meines Mucius , hätte ich diesen nicht wiedergesehen . Oh , wie unendlich teuer muß dieser neue Freund mir sein ! Aber auch ohne diese Rücksicht muß man den Mann liebgewinnen . Er lebt nur für seine Freunde und hegt ein gefühlvolles Herz für die ganze Welt . Seine gute Laune ist unerschöpflich , jeder Unannehmlichkeit weiß er eine heitere Seite abzugewinnen . Von unserer Reisegesellschaft wird er allgemein geliebt . Er unterhält sich mit Humphry , läßt sich von ihm über Amerika belehren und bewundert seine Kenntnisse ; John muß ihm von den wilden Stämmen erzählen , und er schüttelt ihm treuherzig die Hand ; den ehrlichen Ismael umarmt er und sagt der kleinen Corally tausend schmeichelhafte Dinge . Er will damit niemand gewinnen , es ist der notwendige Ausdruck seines heiteren Herzens , seiner warmen Menschenliebe , aber er nimmt jedermann ein . Mucius , bloß mit seiner Liebe beschäftigt , hat in dem Herzen unserer Reisegefährten nur den zweiten Rang , ja in Humphrys Augen begegne ich sogar zuweilen einem zweideutigen , vorwurfsvollen Blicke . Er ist wohl , nach und nach , von seinem ersten Gedanken zu Corallys Voraussetzung übergegangen , und dies muß dem ehrlichen Kerl wehe tun , welcher sich gewöhnt hatte , mich im stillen als die Braut seines Herrn zu betrachten . Sein stummer Vorwurf erinnert mich oft mit einiger Ängstlichkeit an Ellison , welcher jetzt meinetwegen die Meere durchkreuzt . Was wird der gute William sagen , wenn er zurückkehrt ? Zwar spricht mein Gewissen mich frei , ich habe ihn nicht getäuscht , aber ich habe nicht jede Hoffnung in ihm niedergeschlagen und werfe mir jetzt fast die kleinste freundschaftliche Äußerung vor , welche mein dankbares