ihm liegende Gründe in Deutschland und Italien , wer möchte ihm dann widerstehen ; das Papsttum macht er erblich , indem er allen Geistlichen das Heiraten erlaubt , römisches Kaisertum und römisches Papsttum ist dann unauflöslich verbunden , der alte Spuk mit den Hohenstaufen und ihren vermeintlichen Abkömmlingen , die überall und nirgends stecken , sinkt wie die Stunde schlägt . « In diesem Augenblicke wurden sie durch ein Lärmen vor dem Fenster gestört , das Volk schrie und lachte , alle traten an die Fenster . Sie sahen Kunz von Rosen , den Hofnarrn des Kaisers , der wie ein Huhn , das Enten ausgebrütet hat , neben dem Brunnen umher lief , in welchem drei Bettelmönche umher schwammen und sich wie gebadete Mäuse heraus arbeiteten . Kunz kam dann heran und erzählte , mit welcher Begierde die Mönche dem Essen zugesehen und auf den Zehen am Rande des Brunnens gestanden hätten . Er habe sich zu ihnen gestellt und getan , als ob er das Gleichgewicht verliere , einer habe sich am andern fest gehalten , einer den andern hinein geworfen , » so geht ' s den deutschen Fürsten bald auch « , damit schloß er . - » Aber wirst du auch Ablaß bekommen ? « fragte Marx . - » Den habe ich schon , seht da in der Tasche , auf eine Sünde , die ich mir vorgenommen , den hatte ich eben von ihnen gekauft « , antwortete Kunz . » Der eine graue Esel predigte heute , so wie der Pfennig in des Papstes Kiste falle , so müßten bei dem Silberklange die Teufel eine erlöste Seele loslassen . Ich antwortete ihm darauf aus der Menge : Der Papst sei grausam , daß er bei seinem Reichtum nicht alle Tage eine Million in den Kirchenkasten würfe , daß es recht klappere , er könne sie alle Abend wieder heraus nehmen , so hätte er keinen Schaden und die armen Seelen hätten den Nutzen . « - Jetzt rief der Kaiser den Kunz ab und dieser tat so eilfertig , als ob etwas Wichtiges bevorstehe , warf aber im Vorbeigehen ein prachtvolles , venedisches Trinkglas vom Kredenztische , das der Augsburger Rat dem Kaiser verehrt hatte . - Die Ratsherren sprangen erschrocken und zornig auf , viele nannten den hohen Preis des Glases , andre suchten die Stücke auf , als ob sie das Glas wieder zusammen leimen wollten , andre baten beim Kaiser , den Narrn zu strafen , der sich so ungeschickt durch kluge Leute dränge . Kunz warf sich vor dem Kaiser nieder und fragte ihn , ob wohl einer von diesen , die sich für klug hielten und ihn für einen Narrn , so wie er zu ihm durch den Graben geschwommen wäre , ihn zu sehen , ihn zu retten , als er in den Niederlanden gefangen saß . - Maximilian klopfte ihm freundlich die Backen und sagte : » Mit den Narren ist immer am meisten auszurichten in der Welt , darum nimm den Titel für keinen Tadel : Ihr Herren beruhigt euch , ich habe das Glas verloren , aber ich will nicht vergessen , daß ihr es mir geschenkt habt . Wäre es von Silber gewesen , da könnten wir die Stücke noch brauchen und doch kostet es so viel , wie das feinste Silber und das Geld kommt unsern Feinden , den Venezianern zugute . « - Bei diesen Worten merkten die Ratsherren , daß Kunz nur ausgeführt hatte , was seinem Herrn durch den Kopf gegangen , sie konnten nichts darauf entgegnen und der Kaiser hob mit einem Trunk auf das Wohl aller Jungfrauen der Stadt Augsburg die Tafel auf . Diese Gesundheit trank Berthold mit Innigkeit herunter . Vierte Geschichte Die Ringe Ehe Berthold sich auf den Weg machte , sein Geschick zu erfahren , trat ihn Treitssauerwein an und flüsterte ihm ins Ohr , er möchte sich bereit halten , am nächsten Morgen mit dem Kaiser zu sprechen , der ihn zu einigen Nachforschungen ausersehen habe . Berthold fragte bestürzt , ob er sich vielleicht vorbereiten könne auf diese Unterredung , wenn er ihm den Gegenstand der kaiserlichen Wißbegierde anzeigte . Der Geheimschreiber meinte , es würde wohl von den versteckten Hohenstaufen die Rede sein , für die unter den Bauern ein Anhang gesammelt werde . Mit diesem Worte entließ er ihn und Berthold ging doppelt angeregt durch die Stadt zu den stillen Vorstadtgassen . Als er sich dem kleinen Hause näherte , das mit Weinreben bezogen , durch kleine Blumengärten vor den Fenstern gegen Neugierde gesichert war , da sah er am Fenster eine seltsame , zweifelhafte Erscheinung . Er sah seinen Becher abwechselnd erscheinen und verschwinden ! - Lag dieses Glanzspiel in seinen Augen , wallte die Luft von der Sonne erhitzt ? Jetzt war er verschwunden , und schon wollte er sich traurig zum Stadttore zurück wenden , da blickte er noch einmal nach dem Hause , wie zum Abschiede und sah den Becher vor dem Fenster . Er nahte sich jetzt schnell und sah , daß Anna mit der Mutter und Fingerling am Fenster stand , daß die Mutter den Becher neckend zurückzog , wenn jene beiden ihn hinaus gestellt hatten und seine Sorge löste sich in lebhafte Freude . Er sprang eilig ins Haus , daß ihn keiner bemerkte und lauschte nun durch die offene Stubentüre . Die Mutter sagte , Anna sei jung und unbesonnen , sie dürfe nicht gleich dem fremden Manne trauen , keiner wisse , ob er nicht zehn Bräute habe sitzen lassen , dann sei er auch älter , wie sie , könne wohl eifersüchtig , böse und herrisch im Hause sein und ihr die Armut vorrücken , weil sie ihm wenig mitbringe , vielleicht wolle er sie nur als eine dienende Krankenwärterin seiner späteren Jahre sich annehmen . - Aber Anna schwor , keiner könne das glauben , der Berthold einmal recht angesehen habe , sein Antlitz sei von Ehre