dem Unzählige ertranken . Die Chronisten geben das Wendenheer auf 200000 Mann an . » Die Gefangenen wurden alle , wie ihnen verheißen , an einem Tage geköpft . « 3 In einer 1619 zu Wittenberg gedruckten Jubelpredigt eines Jüterboger Geistlichen findet sich folgendes : » Das uralte Templein allhier , welches ungefähr nun vor vierzig und etlichen Jahren ist eingerissen worden , darinnen der heidnische Götzendienst der Wendischen Morgengöttin soll sein geleistet worden , dies Templein ist in der Länge , Breite und Höhe bis an das Dach recht viereckigt von Mauersteinen aufgeführt gewesen , hat oben ein Kreuzgewölbe und darüber ein viereckigt zugespitztes Dach von hellen Steinen gehabt . Die Tür oder Eingang von abendwärts ist niedrig gewesen , also daß man im Eingehen sich etwas bücken müssen . Es hat auch keine Fenster gehabt , sondern nur ein rundes Loch usw. – – also habe ich ' s von mehreren Personen die noch am Leben sind , beschreiben hören . « ( Allerdings ist diese Angabe , der man wohl einen größeren Wert , als ihr zukommt , hat beilegen wollen , kein Beweis , daß das » Templein « wirklich heidnisch gewesen sei . Das Kreuzgewölbe spricht sogar dagegen . Als man hierlandes Kreuzgewölbe baute war es mit dem Wendentum schon vorbei . ) 4 Dies weiße Kleid der Zisterzienser war ihr besonderer Stolz , und unter den zahlreichen Legenden dieses Ordens bezogen sich viele auf die besondere Gunst , in der bei Gott und Menschen das » weiße Kleid « stand . Im Jahre 1215 starb ein Zisterziensermönch zu Cher in Frankreich und wurde ohne sein Chorkleid begraben . Er kam zurück , um sein Kleid zu holen weil der heilige Benedikt ihm nicht anders den Himmel aufschließen wollte . Der Prior gab es ihm , und er hatte nun Ruhe und kam nicht wieder . Unter den anderweiten Legenden des Ordens ist mir keine schöner erschienen als die folgende : Im Jahre 1167 dachte Mönch Herrn in Glattziehen in der Frühmette über die Worte nach : » Tausend Jahre sind vor Dir , Herr , wie der Tag , der gestern vergangen ist . « Er fand dies unbegreiflich und zweifelte . Als er aus der Kirche kam , flatterte ein bunter Vogel über ihm und sang sehr lieblich . Herrn , von der Schönheit und dem Gesang des Vogels bezaubert , folgte ihm , wohin er flog , aus dem Kloster in einen benachbarten Wald , der Vogel hüpfte von Zweig zu Zweig und sang immerfort dreihundert Jahr lang . Als nun Herrn dreihundert Jahr lang weder gehungert , noch gedürstet , sondern allein von dem lieblichen Vogelsang gelebt hatte , flog der Zaubervogel davon , und die Entzückung hörte auf . Herrn kam nun wieder zu sich selbst und besann sich , daß er soeben aus der Frühmette ge kommen sei . Er kehrte zurück zum Kloster und klopfte an die Klosterpforte , aber da waren weder Pförtner , noch Abt , noch Brüder mehr , die ihn kannten . Sie waren alle längst tot ; dreihundert Jahre waren verflossen . » Tausend Jahre sind wie ein Tag . « 5 Der Orden , ohne geradezu in Askese zu verfallen , war doch in den ersten fünfzig Jahren seines Bestehens überaus rigorös , und unterschied sich auch dadurch von den Benediktinern , die , gestützt auf die Unterweisungen des heiligen Benedikt selber , diesen Rigorismus vermieden . Schon im zehnten Jahrhundert hieß es deshalb spöttisch » die Regel des heiligen Benedikt scheine für schwächliche Leute geschrieben . « Die Gründer des Zisterzienserordens gingen von einer verwandten Anschauung aus , und aus der ersten Zeit des Ordens her finden sich folgende Vorschriften : 1. Die Unterlage des Bettes ist Stroh . Polster sind untersagt . 2. Als Speise dienen gekochte Gemüse , darunter Buchenblätter . Kein Fleisch . 3. In der Kirche soll sich ein offenes Grab befinden , um an die Hinfälligkeit des Daseins zu mahnen . 6 Daß die Majorität des Klosters und dadurch das Kloster selbst entschieden bayrisch war , ergibt sich unter anderm daraus , daß Papst Clemens in seiner Bannbulle am 14. Mai 1350 eigens Veranlassung nahm , dem Kloster seine Hinneigung zur Sache des bayrischen Hauses vorzuwerfen . Auch das Erscheinen des Klage führenden Mönchs vor dem Papst , während ihm doch andere Tribunale , weltliche wie geistliche , so viel näher gelegen hätten , spricht dafür , daß der zu verklagende Abt Hermann , samt der Majorität des Klosters ( der Loburg-Partei ) , antipäpstlich , d.h. also bayrisch war . 7 Dieser Altarschrein , der jetzt eine Zierde und Sehenswürdigkeit des schönen Brandenburger Domes bildet , hat eine Höhe von etwa neun Fuß bei ca. zwölf Fuß Breite . Die Einrichtung ist die herkömmliche : ein Mittelstück mit zwei Flügel- oder Klapptüren , die je nach Gefallen geöffnet oder geschlossen werden können . Das Mittelstück zeigt in seiner schreinartigen Vertiefung die Gestalt der Heiligen Jungfrau ; rechts neben ihr Paulus mit dem Schwert , zur Linken Petrus mit dem Schlüssel . Diese drei Figuren sind Holzschnitzwerk , buntbemalt , mehr derb charakteristisch als schön . Der hohe Kunstwert des Schreins besteht lediglich in der Schönheit der Malereien , die sich auf beiden Flügeln , und zwar auf der Vorder- wie auf der Rückseite derselben befinden . Sind diese Flügel , wie gewöhnlich , geöffnet , so erblicken wir die beiden besonderen Schutzheiligen der Zisterzienser , den heiligen Benedikt , aus dessen Orden sie hervorgingen , und den heiligen Bernhard , der den Orden zu höchstem Glanz und Ansehen führte . ( Die Zisterzienser werden deswegen auch oft Bernhardiner genannt . ) Neben den beiden Heiligen stehen die Gestalten der Maria Magdalena und der heiligen Ursula . Auf der Rückseite befinden sich : der heilige Gregorius , St. Ambrosius , St. Augustinus und der heilige Hieronymus , lauter Kirchenväter , die zu dem Klosterleben der katholischen Kirche in besonderer Beziehung stehen . Die Köpfe aller dieser