, die aufhorchte : Wat soll dat ? Der alte Bettelpape bringt uns einen Menschen her - huckepack - Die Hebamme wußte , wer der alte Bettelpfaff war ... So ? sagte sie ruhig und erhob sich , trotz des Pochens noch zweifelnd ... Einen Mann trägt er - ich sah ihn über die Lehmgrube kommen und dachte erst : Wer sucht nur da was ? Nun kommt er gerade über ' n Wall - und das da draußen , das sind sie - Wieder pochte es stärker und stärker ... Mutter Schmeling wurde aufs neue aus ihrem Bette getrieben ... Ein Rock war bald übergeworfen ... Mach mal auf ! sagte sie ... Einer Gefahr glaubte sie in keiner Weise gewärtig zu sein ... Der ihr wohlbekannte Bettelbruder Hubertus trat mit seiner schweren Bürde ein , die er von Schloß Westerhof bis hieher getragen hatte . Er hatte Umwege gemacht , um die Landstraße zu vermeiden . Jetzt verließ ihn allmählich die Kraft . Welche Anstrengungen hatten aber auch die Erlebnisse dieses Tages von Beginn der Jagd an ihm schon zugemuthet ! Er ließ den noch immer Bewußtlosen in dem Zimmer , dessen Eingang sogleich zur Rechten lag , auf einen alten Lehnstuhl sinken , rückte sofort zwei Stühle herbei , legte darauf die Füße der über und über geschwärzten abschreckenden Gestalt im gestreiften Kittel und sank selbst , anfangs sogar sprachlos , auf einen Stuhl , den ihm die alte Frau mit Erstaunen hinschob , während die Magd schon nach der Küche lief , um Torf für den kaltgewordenen Ofen zu holen ... Heiliger Lazarus , was ist denn das - für ein Schornsteinfeger - ? Der ist wol verunglückt - auf dem Schloß ? sagte Mutter Schmeling und billigte das Erwärmen der Stube auch schon in Betracht ihrer selbst ... Hubertus machte sich , allmählich wie zu Kräften kommend , mit der Bequemlichkeit seines in Erschöpfung Liegenden zu schaffen und trat mit dem Verlangen hervor , Mutter Schmeling sollte in ihrem verschwiegenen Hause ihre obern Zimmer für diesen allerdings beim Brande Verunglückten öffnen , den er anfangs nach Witoborn ins Spital hätte tragen wollen , nun aber lieber selbst verpflegen wolle ... es wäre ein Mensch übrigens , vollkommen reich genug , sie zu bezahlen ... Ein Wagen würde den Kranken jetzt zu sehr erschüttert haben ... Deshalb hätt ' er lieber ihn selbst getragen ... Ne , dat geiht nicht ! Da oben ? Bruder , dat geiht nicht ! Warum nicht ... ? Ihr wißt , ich habe Euch immer gern gedient , schon - als Ihr noch weltlich wart ! Aber - dat geiht nicht ! Der Mann ist brav , seine Wunden schmerzen ihn - und die Kosten - Das ist ' s nicht - Oben ist ' s bewohnt ! schaltete jetzt die Magd ein ... Frau Schmeling unterbrach die Magd und sagte : Bewohnt oder nicht ... Wat snakt sie ? ... Aber ... Ja ! Ich erwarte - Wieder so eine - Prinzessin - ? Ja - ja ... Was bringt ' s Euch denn ein ? Ich selbst habe nichts ! Der Mann da aber ist reich - Mit zweifelhafter Miene blickten beide alte Frauen auf den sich allmählich Erholenden , der die Augen aufschlug , wieder sinken ließ und sich an die von einem spärlichen Lampenlicht erhellte kleine , nicht unfreundliche Stube erst allmählich gewöhnte ... Die Nähe eines Mönchs mußte ihn annehmen lassen , er wäre im Spital - Die weitere Verhandlung über seine im obern Stock zu bewerkstelligende Unterkunft unterbrach das Verlangen einer Erfrischung , die der Gerettete mit Aufhebung einer seiner blutig rothen und an andern Stellen schwarzen Hände zu begehren schien ... Hubertus lehnte noch das Erbieten der Frauen für Wasser oder Thee ab und zog aus seiner Kutte eine Korbflasche , die er dem Verschmachtenden an den Mund setzte ... Dieser starrte die unheimliche Gestalt des Mönches an , trank ein angenehm duftendes gebranntes Wasser und athmete gestärkter auf ... Frau Schmeling ! Nehmen Sie den Mann nur auf ! begann Hubertus aufs neue . Er ist wohlhabend ! Ein Diener vom Schloß zwar nur , aber in guten Verhältnissen ! Ich habe sein Geld zu mir gesteckt ! Sehen Sie da , zehn Thaler ! Ihr Bett und alle Ungelegenheiten , die er Ihnen macht , sollen vergütet werden ! Wo kann er auch besser gepflegt werden , als bei Ihnen ? Nur einen Tag ! Dann sorgen wir ja schon weiter ! Er will zu seinen Angehörigen ! Das ist drei Meilen von hier und dahin fährt er morgen oder - übermorgen ! So lange wird ' s doch gehen ? ... Frau Schmeling fuhr mit ihrem rechten Zeigefinger sinnend hinter dem rechten Ohr hin und her , während Schneid den Mönch anstarrte , nicht begreifend , was er da alles zu vernehmen bekam ... Für einen Tag wollte denn Frau Schmeling zuletzt wirklich einwilligen und lehnte die hohe Bezahlung ab ... Ich erwarte nur Besuch - sagte sie ... Ja , ja ! Ich weiß schon ! scherzte jetzt hocherfreut Hubertus . Dann werden die Gardinen zugezogen ! Bei Sanct-Franz ! Ich kann ihn ja schon um deswillen nicht zu lange hier liegen lassen , weil hier nächstens der Kirchenbann anklopft ... Darüber lachte zwar erst Frau Schmeling hellauf , zankte dann aber doch über derlei Reden ... Nun , nun ! beruhigte Hubertus ... Wir Mönche beten dann desto mehr für Sie ! ... Schneid sah nur immer den Sprecher und die Frauen an und sprach ein : Diable ! nach dem andern vor sich hin und verschluckte seine Gedanken vor jedem Aussprechen ... Frau Schmeling wetterte über den Pfarrer Müllenhoff , öffnete die Thür , leuchtete voran und schloß eine zweite Thür auf , die zur Treppe in den ersten Stock führte ... Man konnte diesem auch durch eine Hühnersteige und eine geöffnete Fallthür von der Küche aus beikommen ... Hubertus bestellte heißes Wasser , einen Napf mit