man aufgeräumt , man hat den Deckel auf seine Büchse gesetzt , wie es sich gehört . Und nun bilden die beiden zusammen den Begriff Büchse , runde Büchse , genau ausgedrückt , einen einfachen , sehr bekannten Begriff . Mir ist , als entsänne ich mich , daß sie auf dem Kamin stehn , die beiden , die die Büchse ausmachen . Ja , sie stehn sogar vor dem Spiegel , so daß dahinter noch eine Büchse entsteht , eine täuschend ähnliche , imaginäre . Eine Büchse , auf die wir gar keinen Wert legen , nach der aber zum Beispiel ein Affe greifen würde . Richtig , es würden sogar zwei Affen danach greifen , denn auch der Affe wäre doppelt , sobald er auf dem Kaminrand ankäme . Nun also , es ist der Deckel dieser Büchse , der es auf mich abgesehen hat . Einigen wir uns darüber : der Deckel einer Büchse , einer gesunden Büchse , deren Rand nicht anders gebogen ist , als sein eigener , so ein Deckel müßte kein anderes Verlangen kennen , als sich auf seiner Büchse zu befinden ; dies müßte das Äußerste sein , was er sich vorzustellen vermag ; eine nicht zu übertreffende Befriedigung , die Erfüllung aller seiner Wünsche . Es ist ja auch etwas geradezu Ideales , geduldig und sanft eingedreht auf der kleinen Gegenwulst gleichmäßig aufzuruhen und die eingreifende Kante in sich zu fühlen , elastisch und gerade so scharf , wie man selber am Rande ist , wenn man einzeln daliegt . Ach , aber wie wenige Deckel giebt es , die das noch zu schätzen wissen . Hier zeigt es sich so recht , wie verwirrend der Umgang mit den Menschen auf die Dinge gewirkt hat . Die Menschen nämlich , wenn es angeht , sie ganz vorübergehend mit solchen Deckeln zu vergleichen , sitzen höchst ungern und schlecht auf ihren Beschäftigungen . Teils weil sie nicht auf die richtigen gekommen sind in der Eile , teils weil man sie schief und zornig aufgesetzt hat , teils weil die Ränder , die aufeinander gehören , verbogen sind , jeder auf eine andere Art. Sagen wir es nur ganz aufrichtig : sie denken im Grunde nur daran , sobald es sich irgend tun läßt , hinunterzuspringen , zu rollen und zu blechern . Wo kämen sonst alle diese sogenannten Zerstreuungen her und der Lärm , den sie verursachen ? Die Dinge sehen das nun schon seit Jahrhunderten an . Es ist kein Wunder , wenn sie verdorben sind , wenn sie den Geschmack verlieren an ihrem natürlichen , stillen Zweck und das Dasein so ausnutzen möchten , wie sie es rings um sich ausgenutzt sehen . Sie machen Versuche , sich ihren Anwendungen zu entziehen , sie werden unlustig und nachlässig , und die Leute sind gar nicht erstaunt , wenn sie sie auf einer Ausschweifung ertappen . Sie kennen das so gut von sich selbst . Sie ärgern sich , weil sie die Stärkeren sind , weil sie mehr Recht auf Abwechslung zu haben meinen , weil sie sich nachgeäfft fühlen ; aber sie lassen die Sache gehen , wie sie sich selber gehen lassen . Wo aber einer ist , der sich zusammennimmt , ein Einsamer etwa , der so recht rund auf sich beruhen wollte Tag und Nacht , da fordert er geradezu den Widerspruch , den Hohn , den Haß der entarteten Geräte heraus , die , in ihrem argen Gewissen , nicht mehr vertragen können , daß etwas sich zusammenhält und nach seinem Sinne strebt . Da verbinden sie sich , um ihn zu stören , zu schrecken , zu beirren , und wissen , daß sie es können . Da fangen sie , einander zuzwinkernd , die Verführung an , die dann ins Unermessene weiter wächst und alle Wesen und Gott selber hinreißt gegen den Einen , der vielleicht übersteht : den Heiligen . Wie begreif ich jetzt die wunderlichen Bilder , darinnen Dinge von beschränkten und regelmäßigen Gebrauchen sich ausspannen und sich lüstern und neugierig aneinander versuchen , zuckend in der ungefähren Unzucht der Zerstreuung . Diese Kessel , die kochend herumgehen , diese Kolben , die auf Gedanken kommen , und die müßigen Trichter , die sich in ein Loch drängen zu ihrem Vergnügen . Und da sind auch schon , vom eifersüchtigen Nichts heraufgeworfen , Gliedmaßen und Glieder unter ihnen und Gesichter , die warm in sie hineinvomieren , und blasende Gesäße , die ihnen den Gefallen tun . Und der Heilige krümmt sich und zieht sich zusammen ; aber in seinen Augen war noch ein Blick , der dies für möglich hielt : er hat hingesehen . Und schon schlagen sich seine Sinne nieder aus der hellen Lösung seiner Seele . Schon entblättert sein Gebet und steht ihm aus dem Mund wie ein eingegangener Strauch . Sein Herz ist umgefallen und ausgeflossen ins Trübe hinein . Seine Geißel trifft ihn schwach wie ein Schwanz , der Fliegen verjagt . Sein Geschlecht ist wieder nur an einer Stelle , und wenn eine Frau aufrecht durch das Gehudel kommt , den offenen Busen voll Brüste , so zeigt es auf sie wie ein Finger . Es gab Zeiten , da ich diese Bilder für veraltet hielt . Nicht , als ob ich an ihnen zweifelte . Ich konnte mir denken , daß dies den Heiligen geschah , damals , den eifernden Voreiligen , die gleich mit Gott anfangen wollten um jeden Preis . Wir muten uns dies nicht mehr zu . Wir ahnen , daß er zu schwer ist für uns , daß wir ihn hinausschieben müssen , um langsam die lange Arbeit zu tun , die uns von ihm trennt . Nun aber weiß ich , daß diese Arbeit genau so bestritten ist wie das Heiligsein ; daß dies da um jeden entsteht , der um ihretwillen einsam ist , wie es sich bildete um die Einsamen Gottes in ihren Höhlen und leeren Herbergen