in die Herzogtümer ein . Jetzt wird wieder ( zu Kopenhagen , 1658 ) ein Vertrag gemacht , worin dem Hause Holstein- Gottorp die Oberherrschaft über den schleswigschen Anteil zugesichert wird , und da ist es endlich mit der dänischen Lehenshoheit vorbei . Auf ewig vorbei . Gott sei Dank Jetzt finde ich mich doch wieder zurecht . Was geschieht aber durch Patent vom 22. August 1721 ? Einfach dies : der gottorpsche Anteil von Schleswig wird der dänischen Monarchie einverleibt . Und am 1. Juni 1773 wird auch Holstein dem dänischen Königshause überlassen - das Ganze gilt nun als dänische Provinz . Das ändert die Sache : ich sehe schon - die Dänen sind im Recht . Aber doch nicht so ganz . Denn der wiener Kongreß von 1815 erklärt Holstein für einen Teil des deutschen Bundes . Dies aber wurmt die Dänen . Sie erfinden das Schlagwort : » Dänemark bis zur Eider « und streben nach der totalen Besitznahme des von ihnen » Südjütland « benannten Schleswig . Hier hingegen wird das » Erbrecht des Augustenburgers « als Losung gebraucht und zu deutschnationalen Kundgebungen benutzt . Im Jahre 1846 schreibt der König Christian einen offenen Brief , worin er die Integrität des Gesamtstaates als Ziel hinsetzt , wogegen die » deutschen Lande « protestieren . Zwei Jahre später wird vom Throne aus die völlige Vereinigung nicht mehr als Ziel , sondern als fait accompli verkündet , worauf in den » deutschen Landen « der Aufstand ausbricht Jetzt geht das Raufen los . Bald siegen die Dänen in diesem Gefecht , bald die Schleswig-Holsteiner in einem anderen . Dann mischt sich der deutsche Bund hinein . Die Preußen » nehmen « die Düppeler Höhen ; aber das macht dem Streit kein Ende . Preußen und Dänemark schließen Frieden ; Schleswig-Holstein muß nun allein gegen die Dänen kämpfen und wird bei Idstedt geschlagen . Der Bund verlangt nun von den » Aufständischen « , daß sie den Krieg einstellen . Was sie denn auch thun . Österreichische Truppen besetzen Holstein , und die zwei Herzogtümer werden getrennt . Wo ist nun das verbriefte » ewig zusammenbleiben « hin ? Aber noch immer ist die Angelegenheit nicht festgesetzt . Da finde ich ein Londoner Protokoll , vom 8. Mai 1852 ( gut , daß man das immer so ganz genau weiß , unter welchem Datum die zerbrechlichen Verträge gemacht wurden ) , welches die Erbfolge Schleswigs dem Prinzen Christian von Glücksburg sichert . ( » Sichert « ist gut . ) Jetzt weiß ich doch auch , woher die Benennung » Protokoll-Prinz « stammt . Im Jahre 1854 , nachdem jedes Herzogtum eine eigene Verfassung erhalten , werden sie beide » danisiert « . Aber 1858 muß die Danisierung Holsteins wieder aufgehoben werden . Jetzt ist diese geschichtliche Darstellung der Gegenwart schon ganz nahe gerückt , aber noch immer ist mir nicht klar , wo die zwei » Lande « rechtmäßig hingehören , und was eigentlich den Ausbruch des gegenwärtigen Krieges veranlaßt hat . Am 18. November 1858 wird das famose » Grundgesetz für die gemeinschaftlichen Angelegenheiten Dänemarks und Schleswigs « vom Reichsrat genehmigt . Zwei Tage darauf stirbt der König . Mit ihm erlischt wieder einmal eine Linie - nämlich die Linie Holstein-Glückstadt , und als der Nachfolger des Monarchen das zwei Tage alte Gesetz bestätigt , erscheint Friedrich von Augustenburg ( diese Linie hätte ich beinahe vergessen ) auf dem Plan , erhebt seine Ansprüche und wendet sich samt der Ritterschaft um Beistand an den deutschen Bund . Dieser läßt sofort durch Sachsen und Hannoveraner Holstein besetzen und proklamiert den Augustenburger zum Herzog . Warum ? Damit sind aber Preußen und Österreich nicht einverstanden . Warum ? Das verstehe ich heute noch nicht . Es heißt , das Londoner Protokoll müsse respektiert werden . Warum ? Sind denn Protokolle über Dinge , die einem absolut nichts angehen , gar so respektabel , daß man sie mit dem Blut der eigenen Söhne verteidigen muß ? Da steckt wohl wieder irgend eine verborgene » Staatsraison « dahinter ... Als Dogma muß man festhalten : Was die Herren am grünen Diplomatentisch entscheiden , das ist die höchste Weisheit und bezweckt die größtmögliche Förderung der vaterländischen Machtstellung . Das Londoner Protokoll vom 8. Mai 1852 mußte aufrecht erhalten , aber das Kopenhagener Grundgesetz vom 13. Januar 1863 mußte aufgehoben werden , und zwar binnen vierundzwanzig Stunden . Daran hing Österreichs Ehre und Wohl . Das Dogma war ein bischen schwer zu glauben ; aber in politischen Dingen , beinahe noch williger als in religiösen , läßt sich die Masse von dem Prinzip des quia absurdum lenken ; auf das Verstehen und Begreifen wird von vornherein verzichtet . Ist das Schwert einmal gezogen , dann bedarf es nichts mehr , als des Rufes » Hurrah « und des heißen Siegesdranges . Dazu ruft man nur noch den Segen des Himmels auf den Kampf herab . Denn soviel ist gewiß : dem lieben Gott muß daran gelegen sein , daß das Protokoll vom 8. Mai eingehalten und das Gesetz vom 13. Januar zurückgenommen werde ; er muß es so lenken , daß genau so viele Menschen verbluten und Dörfer verbrennen , als es erforderlich ist , damit die Linie von Glückstadt oder die von Augustenburg über ein gewisses Stück Erde regiere ... O du thörichte , grausame , gedankenlose , gängelbandgeführte Welt ! Das war das Ergebnis meiner Geschichtsstudien . Vom Kriegsschauplatze her kamen gute Nachrichten . Die Verbündeten siegten Schlag auf Schlag . Nach den ersten Gefechten schon mußten die Dänen das ganze Danewerk räumen ; Schleswig und Jütland bis Limfjord wurde von den Unseren besetzt und der Feind behauptete sich nur noch in den Düppeler Schanzen und auf Alsen . Das wußte ich alles so genau , weil auf den Tischen wieder die stecknadelbespickten Landkarten auflagen , auf welchen die Bewegungen und Stellungen der Truppen , je nach den einlaufenden Berichten , markiert wurden . » Wenn wir jetzt auch noch die