, das soll der Sonntag und die Kirche bieten . Der Tempel soll die Schutzstätte in den Stürmen dieser Welt und er soll der Vorhof der Ewigkeit sein . Der Turm des Waldkirchleins sei schlank und luftig , wie ein aufwärts weisender Finger , mahnend , drohend oder verheißend . Drei Glöcklein mögen die Dreizahl in der Einheit Gottes verkünden und das dreitönige Lied singen von Glaube , Hoffnung und Liebe . Einen recht guten Platz möchte ich der Orgel bestimmen , denn der Orgelton muß den Armen im Geiste , so die Predigt nicht verstehen , das Wort Gottes sein . Vergoldete Bilder und prunkende Zieraten in der Kirche sind verwerflich ; die Gottesehre soll nicht liebäugeln mit Schätzen dieser Erde . Mit dem Einfachen und durch das Einheitliche kann man am beredtsten und würdigsten den Gott- und Ewigkeitgedanken versinnlichen . Es muß aber noch des weiteren das Zweckmäßige bedacht werden . So habe ich für die Mauern der Trockenheit wegen Backsteine vorgeschlagen . Die Bänke und Stühle müssen zum Ausruhen eingerichtet sein , denn der Sonntag ist ein Ruhetag . Wenn während des Orgelklingens auch einmal einer einnickt , was weiter ? Er träumt in den Himmel hinüber . - Für den Fußboden sind die Steinplatten zu feucht und zu kalt , dicke Lärchenbretter sind dazu geeignet . Für das Dach sind des häufigen Hagelschlages wegen weder Ziegeln , noch größere Bretterlatten anwendbar ; dazu sind kleine Lärchenschindeln am besten . Mein Plan ist angenommen worden . Es werden bereits Wege ausgeschlagen und Baustoffe herbeigeschafft . Im lehmigen Binstal wird eine Ziegelei errichtet ; an der Breitwand ist ein Steinbruch angelegt worden . Die Waldleute stehen da und sehen den fremden Arbeitern zu . Sie haben auch ihre Gedanken dabei . » Eine Kirche wollen sie uns bauen , « sagt einer , » gescheiter , sie täten das Geld den Armen teilen . Der Herrgott soll sich nur selber ein Haus bauen , wenn er nicht unter freiem Himmel bleiben und im Winkelwald wohnen will . « » Was sie uns nur für einen Kirchenheiligen einlegen werden ? « » Den Huberti , denk ' ich . « » Den Huberti ? Je , der ist Weidmann gewesen , der hält ' s nicht mit uns Arbeitsleuten , der mag nur die Jäger leiden . Ich sag ' , für uns wären die vierzehn Nothelfer recht . « » Geh ' , die täten uns zu viel kosten . Und der große Christof ist auch dabei ; für den wäre ja gar keine Kirchtür weit genug . « » Wer verlorne Sachen finden will : Sankt Antoni tut Wunder viel ! « sagt Rüpel , der alte Borstenbart , bei dem sich jedes Wort im Gleichklang zum andern fügt , er mag die Zunge wenden , wie er will . Andere wünschen zum Kirchenheiligen den Florian , der gegen das Feuer ist ; aber die am Wasser wohnen , möchten den Sebastian haben . Ein Weiblein hat gar nicht uneben bemerkt , in den ganzen Winkelwäldern sei kein Mensch , der die Orgel spielen könne , da wisse man doch , daß als Pfarrheilige nur Cäcilia die rechte . Darauf entgegnet ein alter Hirt : » So eine Red ' ist keine Sach ' . Die Leut ' können sich selbander helfen ; aber auf das arme Vieh müßt ihr denken ! Der heilige Erhart ( das ist ein Viehpatron ) geht uns schon herein in das Winkel . « Danach ein anderer : » Mit dem Vieh halt ich ' s nicht . Wir brauchen die Kirche für die Leut ' . Und weil sich einer schon was kosten läßt , so muß was Rechtes werden . Ich bin kein Heid ' und ich geh ' in die Kirche und ich bin für ein sauberes Weibsbild . « » Versteht sich , alter Loter ! « schreit sein Weib , » daß du nur alleweil fürs schlechte Beispiel bist ! « » Hast recht , Alte , für euch muß eine sein , die mit gutem Beispiel vorangeht . « So rechten sie , halb im Spaß und halb im Ernst . Den ganzen Himmel haben sie durchstöbert , und keinen Heiligen gefunden , der allen recht gewesen wäre . Und es muß doch eines kommen , das allen recht ist . Ich habe darüber schon meine Gedanken . Die Waldberge lichten sich immer mehr und mehr , wie wenn es Tag würde aus der Dämmerung . Die Höhenschneiden werden schartig und es dehnt sich der Himmel . Mancher Marder kommt um seinen hohlen Baum , mancher Fuchs um seine Höhle . Unschuldige Vöglein und raubgierige Geier werden heimatlos , da Wipfel um Wipfel hinstürzt auf den feuchten Moosboden , den endlich wieder einmal die Sonne bescheint . Winter und Sommer hindurch sind die Holzschläger tätig gewesen . Draußen im Lande haben Holz und Kohlen in gutem Begehr gestanden . In diesem Sommer habe ich nicht mehr viele freie Zeit . Draußen ist Krieg , der , Gott weiß es , nicht mehr enden will . Zu Holdenschlag sind schon wieder die Hämmer geschlossen worden und es kommt kein Kohlenwagen in den Wald . Die Holzarbeit ist eingestellt ; die kräftigsten Männer streichen müßig umher . Da drüben in den Lautergräben sollen vor kurz zwei Holzschläger eines Beutels Tabak wegen bös gerungen haben . Ich habe den Männern den Rat gegeben , zu den Vaterlandsverteidigern zu gehen . Davon wollen sie nichts hören . Sie haben keine Heimat , sie wissen von keinem Vaterlande . Willkommen sind ihnen die Welschen , wenn sie Geld mitbringen und eine bessere Zeit . Gott gebe die bessere Zeit und halte die Welschen fern ! Für mich ist es ein Glück , daß ich kühlen Blutes bin . Das wilde Jahr hat die Sprossen meiner Leidenschaft getötet . Nun darf ich mein ganzes Streben auf das eine Ziel lenken : aus diesen zerstreuten , zerfahrenen Menschen ein Gemeinsames , ein