seine politischen Lieder pfiffe ! Wie ? erstaunte Dankmar , auch hier , wie auf dem Heidekrug , die Politik Störerin der häuslichen Ordnung ? Das nicht , meinte der Jäger begütigend ; die Frau und das schmucke Lenchen da sehen schon nach dem Rechten . Aber es ist Alles mehr vollauf , wenn der Hausherr selbst für seine trockene Zunge sorgt . Wer viel spricht , muß auch sich und dem Magen viel bieten . Wir im Wald sind immer allein und reden nur einmal mit unserm Phylax oder mit den Grünspechten oder den Maulwürfen und da thut ein Stück Brot , ein Trunk Wasser oder einer aus der Korbflasche seine Schuldigkeit . Zur Nacht freilich gibt ein Jägersmann seinem Magen auch volles Gehör . Da knurrt der und will für sein Tagewerk ein kräftiges Futter .... Das Euch wohl bekommt ... sagte Dankmar , auf des Jägers frisches Aussehen deutend . Besser als vielleicht Herrn Drossel das Essen auf sein vieles politisches Reden , fiel der Fremde ein , der sich bei Seite gesetzt hatte . Ach nein , meinte begütigend der Jäger , es folgt Jeder seinem Geist . Damit wandte er sich zur bedienenden hübschen Lene , den Kindern und dem Hunde Phylax . Er wollte es wol vermeiden , den Wirth zum Gelben Hirsch so anzuklagen , wie die Liese den Heidekrüger angeklagt hatte . Lenchen , sagte er ablenkend , wirst immer schmucker ! Blitzaugen hat das Mädel ! Ganz wie ihre selige Tante ! Bist aus einem Tiegel mit ihr geschmolzen ! Gott verzeihe mir die Sünde , daß ich von Feuer rede .... Die letzten Worte brummte der Jäger mehr vor sich hin . Warum nicht vom Feuer ? meinte Dankmar , eine dargereichte Weinkarte musternd . Die Menschen sind mehr durchs Feuer als durchs Wasser geschaffen . Er bestellte eine Flasche Hochheimer . Lenchen ging mit dem ganzen Kindertroß , der sie in den Keller begleiten wollte . Auch Phylax würde gefolgt sein , wenn ihn der Jäger nicht zurückgehalten hätte . Das Feuer im Wein laß ' ich mir gefallen , sagte der Jäger freundlich , die Bestellung gleichsam lobend . Aber , setzte er mit zusammengedrückten Augen hinzu , das Feuer , das ich meinte , ist ein anderer Brand . Hier das Haus ging vor nunmehr sechzehn Jahren einmal in Feuer auf und mit ihm ... die Schwester Drossel ' s ... ein junges Wesen .... Verbrannte ? Verbrannte . Der Jäger wandte sich auffallend erschüttert zum Fenster hinaus . Die Reisenden aßen . Lenchen kam bald mit dem Wein zurück . Die Kinder lärmten wieder und litten nicht , daß der Jäger nach der Flinte griff , die an der Wand hing , und gehen wollte . Ei , Onkel Heunisch , schon fort ? sagte Lene Drossel . Vater und Mutter müssen von Schönau bald zurück sein . Ich dachte , Sie erzählen uns noch von Franziska ' s letztem Brief .... Komm ins Jägerhaus , Lenchen ! Kannst ihn selbst lesen ! Ins Jägerhaus komm ' ich nicht . Fürchtest dich ? ... Vor der Eule nicht . Vor der Ursula . Ich weiß es . Bist ein Kindskopf . Dabei lachte er wieder und verharrte dabei , daß er gehen müsse . Es wär ' eine tüchtige Strecke nach Hause , meinte er . Dann grüßen Sie aber die Fränz und danken Sie ihr für das hübsche Band ! sagte Lenchen . Solltest ihr selbst schreiben , Lenchen ! Legst es an die Tante bei - Das dürfen wir nicht ! Die Tante Pfannenstiel ? Ist die so ungefällig ? Die reiche ... Die ! Sieh ! sieh ! So schreib ' der Fränz durch die Post . Sie hört gern Etwas von Hohenberg , vom Wald und Gelben Hirsch . Mein Schreiben ist nicht viel nutz . Franziska Heunisch , beim Tischlermeister Märtens auf der Wallstraße .... Franziska Heunisch ? unterbrach Hackert das Verzehren seiner Mahlzeit , ein Geschäft , daß er mit vielem Appetit verrichtete . Kennen Sie die Fränz Heunisch , Herr ? fragte der Jäger , angenehm überrascht . Hackert kaute und antwortete nicht . Er schien nicht das Gemüth zu besitzen , dem Onkel , der seine Nichte zärtlich zu lieben schien , eine Auskunft zu geben , die den freundlichen Waldbewohner glücklich gemacht hätte . Als der Jäger die Frage : Ei ! Kennen Sie die Fränz Heunisch ? nochmals wiederholt hatte , stieß Dankmar ärgerlich mit dem Ellenbogen den kauenden Hackert an und sagte : Hören Sie denn nicht ? Fränzchen Heunisch , antwortete Hackert mit zweideutigem Lächeln ; eine angenehme kleine Putzmacherin .... Ja , Herr , sagte der Jäger , sie macht Putz . Dann aber , da er Hackert ' s Lächeln sonderbar fand , setzte er , indem ihm das Blut in die Wangen schoß , mit unterdrücktem Zorn hinzu : Wissen Sie von Fränz Heunisch etwas Unrechtes ? Ich weiß von ihr nichts , bester Jägersmann , sagte Hackert , als daß sie allerliebste Zähne , hübsche rothe Wangen , braune Augen , schwarzes glattes Seidenhaar und um die Augen eine gewisse reizende Haut wie von Wachs hat und in der Wallstraße Nr. 14 im zweiten Hofe links eine Treppe hoch wohnt . Herr , da wohnt sie ! sagte der Jäger und warf sich jetzt die Flinte so zornig über die Schulter , daß die Jagdtasche hin- und herflog . Was aber nun ? Was nun ? Was nun ? Nun ? Nichts nun ! Sie wollten ja die Adresse genau wissen . Wallstraße Nr. 14 im zweiten Hofe links . Ist ' s nicht so ? Der Fremde , der an dem Jäger Wohlgefallen zu finden schien und einen üblen Ausgang dieser Reibung fürchtete , hielt es für das Angemessenste , dem Gespräch eine andere Wendung zu geben . Eilen Sie schon so ? sagte er zu dem kirschroth gewordenen Mann , der auf Hackert Blicke schoß , die im