noch zeigen , so werde Uli nicht dawider sein , es zurückzunehmen . Er glaube nicht , daß was sei , sagte Uli , daneben könne man sich irren , ja freilich . Und wenn Joggeli was finde , ehe er dieses Geld mit dem seinen zusammengetan , so nehme er es schon wieder . » Du wirst doch nicht etwa glauben , daß ich dich betrügen wolle ? « fragte Joggeli . » Bewahre , « sagte Uli , » aber man kann sich irren . « Joggeli tat wirklich das erhaltene Geld nicht zu dem seinen ; den Genuß , mit Zählen und Sortieren desselben den folgenden Morgen sich zu verkürzen , ließ er sich nicht rauben . Am folgenden Morgen sagte seine Frau : » Schreibe doch dem Johannes , ehe du was anders anfangst , sonst wird heute wieder nichts daraus ; ich muß es sagen , es wäre mir lieb , wenn die Sache an ihren Ort käme , ds Elisi tut so wüst , ich halte es nicht lange mehr aus . « » Freilich , freilich , « antwortete Joggeli , » geschrieben muß werden , aber jetzt muß das Geld gezählt sein , das wirst doch begreifen ! Tue ich es mal weg und komme Uli hintendrein mit Irrtum oder falschem Gelde , so will er nichts mehr davon und ich habe das Nachsehen , begreifst ? « Nun setzte sich Joggeli zurecht zu einem behaglichen , flotten Privatvergnügen ; beide Brillen legte er neben sich , Bleistift und ein Stücklein weißes Papier ebenfalls , schüttete den Sack aus , reihete das Bild recht auseinander und begann nun eine vergnügliche Musterung , welche bei der speziellen Inspektion der einzelnen Stücke anfing . Wo sie geendet hätte , wissen wir nicht , denn wie Joggeli am besten daran war , erschien unter der Türe die breite Gestalt von Sohn Johannes . » Ho , da komme ich gerade recht , « tönte es wie aus einem mächtigen Weintrichter hervor . Wenn ein Blitz ins Stübchen gefahren wäre , Joggeli hätte nicht ärger zusammenfahren können ; die bessere Brille fiel auf den Boden und zertrümmerte , mit beiden Händen fuhr Joggeli über den Haufen her als wie zum Schutze . » Gerade recht , beim - , komme ich , nie hätte es mir anständiger sein können , einen so großen Haufen Geld beisammen zu sehen , « sagte Johannes , » den kann ich brauchen , mit dem läßt sich was machen . « » Ja , ja , « sagte Joggeli , » glaubs ; es weiß ein je , der was zu machen , einen guten Schick hier , einen guten Schick dort , wenn ich auch nur mal was davon hätte ! Aber ob den guten Schicken komme ich am Ende um meine Sache , darum will ich nichts mehr von guten Schicken hören , diesmal brauche ich das Geld selbst ; aber eine feine Nase mußt haben , daß du so manche Stunde weit es gerochen hast , daß ich einen Kreuzer Geld im Hause habe . « » Nicht wahr , Vater ? « sagte Johannes , » die Nase ist noch gut , die habe ich noch nicht versoffen , die muß erst zuletzt an den Tanz . Aber Scherz beiseite , Vater , die Sache ist die , ich muß Geld haben , um mit Wein zu spekulieren ; jetzt ist was zu machen , gerade jetzt , beim Abzug . Wenn einer jetzt mit Geld ins Welschland kömmt , so kann er einen prächtigen Schnitt machen , fünfzig Prozente hat er so gut als einen Kreuzer ; ich habe mit einigen Wirten es abgeredet , hineinzufahren , sie sind gut bekannt , kennen die besten Plätze , aber mit dem Gelde steht es bei ihnen schlecht ; da dachte ich an Euch und komme eben recht , so mit tausend Talern bar läßt sich schon was machen . « Potz Kuckuck , wie speite Joggeli Feuer über diesen Vorschlag ! » Meinst , ich solle einen Geldseckel halten für das ganze Vaterland und mit demselben jedem Hudelwirte zu Gevatter stehn ? Das Geld habe ich schon lange selbst nötig gehabt , brauche es selbst , habe es verheißen , mußte ein ganzes Jahr mit Bangen darauf warten ; es ist der Pachtzins , und kaum habe ich ihn im Hause , so führt dich der Kuckuck daher , als ob das Geld ein Aas wäre und du ein Fleischvogel . Aber da wird nichts daraus , gehe zu deinem Schwäher , der tut immer so groß , hat das Maul voll Gold , soll mal auch die Hand in Sack stoßen und dir helfen , es ist an ihm so gut als an mir ; er soll mal zeigen , daß er Geld noch wo anders hat als nur im Maul . « Während der langen Rede strich Joggeli unwillkürlich den Haufen zusammen und suchte nach dem Sacke , er wähnte wahrscheinlich , wenn es mal darin sei , so sei es geborgen . Aber Johannes kannte den Vater und die eigene Macht . Potz Himmeltürke , wie ließ er eine Rede fahren , was das von einem Vater gemacht sei , wenn er dem Sohne vor seinem Glück sein wolle ! Was er mit seinem Reichtum anfangen wolle , mit in den Boden werde er ihn doch nicht nehmen wollen ? Der Schwäher sei nur der Schwäher , einstweilen ein Unflat ; tue er aber mal die Augen zu , so werde er im Ausmetzgen desto besser ausfallen . Dann sei es ja nicht , daß er das Geld um Gottes willen begehre , er wolle Papier dafür ausstellen , es genügend verzinsen , wenn es sein müsse . Ja , ja , sagte Joggeli , Papiere hätte er viele , er könnte drei Jahre die Pfeife damit anzünden , etwas anders würde er damit wohl nicht anfangen können ; jetzt habe er mal