Form dieses Schutzes beizubehalten . Bei Aufhebung des Zunftzwanges , rief er , hat sich der Zeitgeist , der es liebt , sich zu überstürzen ... Sagte er Das ? fragte schnell die Flottwitz angenehm überrascht . Ja , mein Fräulein , antwortete Dankmar bitter , aber doch mit einer Art schalkhafter Galanterie , er sagte Das , kurz vor einem Angriff auf Vermehrung der Armee ... Halten Sie Das für mein einziges Princip ? fragte das junge Mädchen den Kopf mit Grazie erhebend , daß die Locken in ein angenehmes Schaukeln geriethen . Das nicht , sagte Dankmar , aber ich kann Sie versichern , daß er auch dem Reubund einen recht schneidenden Seitenstich versetzte . Hören Sie nur ! Bei Aufhebung des Zunftzwanges , sagte Egon , hat sich der Zeitgeist , der es liebt , sich zu überstürzen , darin geirrt , daß er das Kind gleich mit dem Bade verschüttete . Das Gute am Zunftzwange hätte schon bleiben sollen . Allein unser damaliger Staat , der Militairstaat , rief er , wie tief stand er ! Wie oberflächlich waren seine Neuerungen ! Wie verbrecherisch seine Bestrebungen , sich auf Kosten der innern Kraft äußerlich auszudehnen ! Er gab die Gewerbe frei , nicht um der Gewerbe willen , sondern um seiner Armee willen ! Er sagte : Ruinirt Euch , wenn Ihr mit dem gescheiterten Versuche , glücklich zu werden , mir nur die Patente , die Freiheiten des Gewerbes bezahlt ! Dieser schlechte Staat von damals , rief er , derselbe Staat , den die blinde Reue bündlerisch wiederherstellen will ... Ah , rief die Trompetta . War Das die Stelle ? Das war die Stelle , gnädige Frau ! sagte Dankmar . Aus dem Munde des Sohnes - Eines Generalfeldmarschalls ! griff Dankmar die zweite Rüge , die vom Fräulein von Flottwitz kam , auf . Die Galerieen waren außer sich darüber , nicht etwa vor Zorn , sondern vor Jubel . Der Präsident mußte die Glocke ziehen und den Zuhörern alle Zeichen des Antheils und der Misbilligung untersagen - Ah ! Das war seine Schuldigkeit ! bemerkte die Trompetta , die sich constitutionell zu bilden anfing . Aber , wie weiter ? Dieser schlechte Staat , fuhr Dankmar fort Egon ' s Worte zu wiederholen , den jetzt die blinde Reue bündlerisch wiederherstellen will , hatte zur Förderung einer unverhältnißmäßigen Kriegsmacht nur die üppige , wuchernde Fortpflanzung der Bevölkerung zum Ziele . Dieser Staat vernichtete die Gewerbe , indem er sie der Willkür preisgab . Er erleichterte das Recht des Ansiedelns , des Meisterwerdens , der Heirathen . Er wollte nur Menschen und raschgewonnene Einnahmen für den Fiskus . Kurz , Egon schilderte die Nothwendigkeit der ernstesten Erwägungen dieser Verhältnisse mit so lebhaften Farben , daß man auf seinen Wunsch einging und den Gewerbeausschuß aus den Elementen der Kammer zusammensetzte , die über die Interessen der Arbeit kompetent sind . Es ergab sich zwar nunmehr , daß die linke Seite bei der Zusammensetzung dieses Ausschusses im Nachtheile war , sie verlor drei Stimmen und hatte die Majorität nicht mehr , aber man beachtete kaum dies Resultat , so wirkte der Zauber der Persönlichkeit des Prinzen und seiner aus der unmittelbaren Anschauung des Volkslebens gewonnenen Überzeugung nach . Die Trompetta , Fräulein Wilhelmine , die drei Gelbsattels , selbst Rudhard waren nur froh , daß die linke Seite in der Minorität geblieben war und bezweifelten jetzt keineswegs die gewaltigen Talente des neuen Staatsmannes . Siegbert sah Dankmarn bedenklich an . Dankmar flüsterte ihm zu : Ich habe viel mit dir zu reden . Ich verlange entschieden , daß wir Beide um acht Uhr heute frei sind ... Siegbert nickte ihm zu , daß er sich darauf verlassen könne ... Die Fürstin erhob sich und bat die Gesellschaft , ihr behülflich zu sein , nun die Trauben vom Stock zu lösen . Einer der Bedienten präsentirte die Körbchen mit den Messern . Die Damen fanden die Idee allerliebst und Alles folgte der Fürstin , um das Werk zu beginnen und dem Dienste des Bacchus in holdesten Grenzen zu opfern . In der Ferne ertönte auf ein von Leidenfrost , der sich wieder genähert hatte , gegebenes Zeichen eine sanfte Musik , die irgendwo in einem hintersten Winkel des Gartens versteckt sein mußte . Die Fürstin war davon auf ' s Angenehmste überrascht und als es sich herausstellte , daß dies eine Idee von Leidenfrost selbst war , söhnte man sich mit dem wunderlichen Manne , der sie Alle durch seine Äußerungen verletzt hatte , im Geiste leidlich wieder aus und ging wohlgemuth , unter den sanften Accorden , scherzend und neckend an die spielende Arbeit . Die Näscherei Paulowna ' s und Rurik ' s hatte nun freilich schon früher dafür gesorgt , daß diese » Weinlese « keine zu lange Zeitdauer in Anspruch nahm . Unter mancherlei Scherzreden und Neckereien war man bald mit der » Ernte « fertig und überließ den Kindern , den helfenden Dienern und Mägden , hie und da die Beeren , die noch versteckt oder schwer zu erreichen waren , vom Stamme zu lösen . Man sollte nun die gefüllten Körbe bei sich behalten , ihren Inhalt entweder selbst verzehren oder mit sich nehmen . Das war die Antwort , die die Fürstin Jedem gab , der einen Ort zu wissen wünschte , wo er seine Beute niederlegen sollte . Die Fräuleins Gelbsattel , die sehr lang waren , kamen dabei gut fort . Sie hatten reichlich gesammelt . Die Trompetta , die Lebhafteste , hatte nur geringe Ausbeute . Sie war zu klein , um mit ihrem Messer besonders hoch zu langen und das Anerbieten von Stühlen , Schemeln und Leitern , die die Diener in Bereitschaft hielten , schien ihr bei ihrem corpulenten Wuchse zu halsbrechend und gefährlich . Sie irrte von Blatt zu Blatt und klagte wie der Fuchs in der Fabel aufblickend , daß man ihr Alles vorweggeschnitten hätte . Wo ist denn noch eine