leck , mastenlos angesprochen bei Kap Finisterrae ; gesunken usw. usw. usw. ! « Denken wir nicht daran ! Malen wir es uns beileibe nicht aus ! Weshalb auch wollten wir uns das so sehr Unwahrscheinliche vor die Phantasie rücken ? Auf die Mondscheinnacht folgte im natürlichen Laufe der Zeit ein Morgen , auf diesen ein zweiter und so fort . Und dann gab es eines Tages einen Auflauf auf der Werft ob des neuen Bauunternehmens , und die Leute liefen zusammen : die einen , um ihren Beifall , die anderen , um ihre Mißbilligung auszusprechen . Alle aber sagten : » Nein , so was ! « Die Eltern Ernestas jedoch sagten noch einiges mehr , und bei der nächsten verstohlenen Zusammenkunft der beiden jungen Liebenden flüsterte die junge Dame : » O Gott , Hilarion , ich habe so viel Verdruß um unsere Liebe , daß ich es gar nicht ausdrücken kann . Seit sie dahinter gekommen sind , bin ich wie verraten und verkauft . Du machst dir keinen Begriff davon , wie sein sie sind , um mich elend zu machen . O , bitte , bitte , tue es nicht wieder , sieh nicht wieder mit dem Opernglase nach unserer Loge wie neulich in Romeo und Julie ! Gegen das , was ich nachher im Wagen beim Nachhausefahren von Mama anzuhören hatte , und meine Gefühle dabei , war das ganze Trauerspiel nichts , nichts , gar nichts ! Und was Papa bemerkte , das war aus dem Leben gegriffen , und der alte Capulet hätte sich dreist ihn zum Muster nehmen können seiner unglücklichen Tochter gegenüber . O Hilarion , ich bin unglücklich , und was daraus werden soll , weiß ich nicht , und wenn du mich totküßtest ! Bitte , laß es jetzt einmal und gib mir einen vernünftigen Rat . « Das war viel verlangt ; aber der junge Schiffsbauer machte wenigstens den Versuch : » Hast du nicht mich , mein Herz , und habe ich nicht dich , du Süße , Süße ? Was will die ganze übrige Welt uns anhaben ? « Ernesta trug ihren Namen nicht umsonst ; – sie konnte sich leider nicht sanft aus den Armen des Geliebten losmachen : aber sie sagte , indem sie ihm durch das zierliche , wenn auch solide eiserne Gartengitter die Hand leicht und doch fest auf das Herz , das heißt auf die in der Brusttasche über demselben ruhende Zigarrentasche legte : » Leider Gottes , sehr viel ! Sie kennt deine Umstände nur zu genau und sagt mir über deinen Charakter Sachen , die ich gottlob für unwahr halte , an denen ich aber sterben würde , wenn sie wahr wären . « » Nun , das muß ich sagen ! « rief der Geliebte . » Kind , ich versichere – « » O , tue das nicht ! Sieh , ich weiß ja , daß sie lügen , und ich weiß auch , aus welchen Gründen , und wenn sie auch stets behaupten , daß es nur geschehe , weil sie es wohl mit mir meinen – « » Der Teufel soll sie holen ! Alle miteinander ! Ernesta , liebe , liebe Ernesta , meinen Charakter , mein Herz kennst ja nur du allein ! Herrgott , ich bin ein guter Mensch , aber in diesem Augenblick und nach dem , was du mir da eben mitteilst , möchte ich doch am liebsten dem Universum den Schädel einschlagen ! « » Mir dann mit ? Mir auch ? « flüsterte die Geliebte . » O , bitte , bitte , tue es nicht . Ich weiß ja , daß sie die Unwahrheit sagen , und daß der Onkel – « » Puh , der Onkel ! « ächzte der Geliebte unter dem so plötzlich auf ihn gehäuften Gebirge der Verleumdung hervor und schloß , mühsam nach Luft ringend , ohne irgendwie abzuschließen , » der Onkel , der Onkel ! Puh , der Onkel Pü – terich ! – U – h ! « – – Dem jungen Manne gingen tausend unheimliche Bilder durch den Kopf , und alle betrafen das Faktum , daß die Hinterfenster des alten Barons auf seine – Hilarions – Vorderfenster blickten und daß der würdige alte Herr wahrscheinlich nicht selten aus seinem Kammerfenster sah . » Ja , ja , « schluchzte Ernesta , » er hat den Eltern kurzweg erklärt , daß er , wenn ich nicht , wie sie ihm versprochen hätten , seinem guten Freunde Magerstedt meine Hand geben würde , seinem Testament ein Ko – Ko – Ko – wie nennt ihr Juristen das doch ? In den Lustspielen kommt es öfters vor , und man lacht darüber ; aber im Leben soll es etwas Entsetzliches sein ! « » Ein Kodizill will er seinem Testament anhängen , wenn du seinen guten Freund Magerstedt nicht heiratest ? « stammelte Hilarion . » Uh , die beiden alten verhuzzelten , nichtsnutzigen Uhus ! Mädchen , daß der Weg zu dir nur über meine Leiche geht , weißt du ; aber dem Herrn von Magerstedt breche ich selbst als Leiche noch den Hals . Den werde ich zum Stolpern bringen ! Und – Ernesta , Ernesta , was des Onkels Testament anbetrifft , so habe ich da meine ganz eigenen Ansichten . Wenn man mir nur Glauben schenken würde , wenn ich nur die Beweise beibringen könnte , daß dem ein Kodizill weder auf- noch niederhilft , so würde ich heute abend noch – jetzt auf der Stelle mit deinem Papa und deiner Mama reden , um den bodenlosen alten Heuchler zu entlarven . Aber sie glauben , sie glauben mir ja nicht ! « » Und außerdem ist dir ja unser Haus von jetzt an auf ewige Zeiten verboten ! « schluchzte Ernesta . » Sie stecken mich in ein Kloster , sie machen mich zur barmherzigen Schwester , sie schicken mich zurück nach Lausanne