was mit . Das is ja so gut wie doppelt . Also funfzig . Knaps ihm nichts ab . « Zweites Kapitel Ziemlich um dieselbe Zeit , wo der Telegraphenbote bei Gundermanns vorsprach , um die Bestellung des alten Herrn von Stechlin auszurichten , ritten Woldemar , Rex und Czako , die sich für sechs Uhr angemeldet hatten , in breiter Front von Cremmen ab ; Fritz , Woldemars Reitknecht , folgte den dreien . Der Weg ging über Wutz . Als sie bis in Nähe von Dorf und Kloster dieses Namens gekommen waren , bog Woldemar vorsichtig nach links hin aus , weil er der Möglichkeit entgehen wollte , seiner Tante Adelheid , der Domina des Klosters , zu begegnen . Er stand zwar gut mit dieser und hatte sogar vor , ihr , wie herkömmlich , auf dem Rückwege nach Berlin seinen Besuch zu machen , aber in diesem Augenblick paßte ihm solche Begegnung , die sein pünktliches Eintreffen in Stechlin gehindert haben würde , herzlich schlecht . So beschrieb er denn einen weiten Halbkreis und hatte das Kloster schon um eine Viertelstunde hinter sich , als er sich wieder der Hauptstraße zuwandte . Diese , durch Moor- und Wiesengründe führend , war ein vorzüglicher Reitweg , der an vielen Stellen noch eine Grasnarbe trug , weshalb es anderthalb Meilen lang in einem scharfen Trabe vorwärts ging , bis an eine Avenue heran , die geradlinig auf Schloß Stechlin zuführte . Hier ließen alle drei die Zügel fallen und ritten im Schritt weiter . Über ihnen wölbten sich die schönen alten Kastanienbäume , was ihrem Anritt etwas Anheimelndes und zugleich etwas beinah Feierliches gab . » Das ist ja wie ein Kirchenschiff « , sagte Rex , der am linken Flügel ritt . » Finden Sie nicht auch , Czako ? « » Wenn Sie wollen , ja . Aber Pardon , Rex , ich finde die Wendung etwas trivial für einen Ministerialassessor . « » Nun gut , dann sagen Sie was Besseres . « » Ich werde mich hüten . Wer unter solchen Umständen was Besseres sagen will , sagt immer was Schlechteres . « Unter diesem sich noch eine Weile fortsetzenden Gespräche waren sie bis an einen Punkt gekommen , von dem aus man das am Ende der Avenue sich aufbauende Bild in aller Klarheit überblicken konnte . Dabei war das Bild nicht bloß klar , sondern auch so frappierend , daß Rex und Czako unwillkürlich anhielten . » Alle Wetter , Stechlin , das ist ja reizend « , wandte sich Czako zu dem am andern Flügel reitenden Woldemar . » Ich find es geradezu märchenhaft , Fata Morgana - das heißt , ich habe noch keine gesehn . Die gelbe Wand , die da noch das letzte Tageslicht auffängt , das ist wohl Ihr Zauberschloß ? Und das Stückchen Grau da links , das taxier ich auf eine Kirchenecke . Bleibt nur noch der Staketzaun an der andern Seite ; - da wohnt natürlich der Schulmeister . Ich verbürge mich , daß ich ' s damit getroffen . Aber die zwei schwarzen Riesen , die da grad in der Mitte stehn und sich von der gelben Wand abheben ( abheben ist übrigens auch trivial ; entschuldigen Sie , Rex ) , die stehen ja da wie die Cherubim . Allerdings etwas zu schwarz . Was sind das für Leute ? « » Das sind Findlinge . « » Findlinge ? « » Ja , Findlinge « , wiederholte Woldemar . » Aber wenn Ihnen das Wort anstößig ist , so können Sie sie auch Monolithe nennen . Es ist merkwürdig , Czako , wie hochgradig verwöhnt im Ausdruck Sie sind , wenn Sie nicht gerade selber das Wort haben ... Aber nun , meine Herren , müssen wir uns wieder in Trab setzen . Ich bin überzeugt , mein Papa steht schon ungeduldig auf seiner Rampe , und wenn er uns so im Schritt ankommen sieht , denkt er , wir bringen eine Trauernachricht oder einen Verwundeten . « Wenige Minuten später , und alle drei trabten denn auch wirklich , von Fritz gefolgt , über die Bohlenbrücke fort , erst in den Vorhof hinein und dann an der blanken Glaskugel vorüber . Der Alte stand bereits auf der Rampe , Engelke hinter ihm und hinter diesem Martin , der alte Kutscher . Im Nu waren alle drei Reiter aus dem Sattel , und Martin und Fritz nahmen die Pferde . So trat man in den Flur . » Erlaube , lieber Papa , dir zwei liebe Freunde von mir vorzustellen : Assessor von Rex , Hauptmann von Czako . « Der alte Stechlin schüttelte jedem die Hand und sprach ihnen aus , wie glücklich er über ihren Besuch sei . » Seien Sie mir herzlich willkommen , meine Herren . Sie haben keine Ahnung , welche Freude Sie mir machen , mir , einem vergrätzten alten Einsiedler . Man sieht nichts mehr , man hört nichts mehr . Ich hoffe auf einen ganzen Sack voll Neuigkeiten . « » Ach , Herr Major « , sagte Czako , » wir sind ja schon vierundzwanzig Stunden fort . Und , ganz abgesehen davon , wer kann heutzutage noch mit den Zeitungen konkurrieren ! Ein Glück , daß manche prinzipiell einen Posttag zu spät kommen . Ich meine mit den neuesten Nachrichten . Vielleicht auch sonst noch . « » Sehr wahr « , lachte Dubslav . » Der Konservatismus soll übrigens , seinem Wesen nach , eine Bremse sein ; damit muß man vieles entschuldigen . Aber da kommen Ihre Mantelsäcke , meine Herren . Engelke , führe die Herren auf ihr Zimmer . Wir haben jetzt sechseinviertel . Um sieben , wenn ich bitten darf . « Engelke hatte mittlerweile die beiden von Dubslav etwas altmodisch als » Mantelsäcke « bezeichneten Plaidrollen in die Hand genommen und ging damit , den beiden Herren voran , auf die doppelarmige Treppe zu , die