Antwort wurde , man hätte schon lange essen können , wenn er dagewesen wäre , mit wem er sich wohl wieder verdampet hätte , und als er ernsthaft sagte : » Mit dem lieben Gott . « so kam seiner Frau fast das Augenwasser , und sie sah ihn gar sinnig an , während sie den Kaffee einschenkte und die Mägde die Knechte riefen und das Essen auf den Tisch stellten . Aus tiefem Schweigen heraus frug der Bauer : » Wer geht zKilche ? « Die Frau sagte , sie habe es im Sinne und deswegen schon züpfet , damit sie zu rechter Zeit hinkommen möge , und in ihre Stimme fielen mehrere Kinderstimmen : » Mutter , ich will mit ! « Zwei Knechte aber und zwei Mägde blieben stumm . Auf die Frage , ob denn Keines gehen wolle , fehlte es dem Einen an den Schuhen , dem Andern an den Strümpfen . In Keinem war der Trieb , zu gehen , aber Ausreden dagegen in Menge . Da sagte der Bauer : So könne das nicht mehr gehen ; das komme ihm doch streng vor , daß sie zu jedem Geläuf Zeit hätten , aber nie zum Kilchengehen . Am Morgen sei Keins vom Hause wegzubringen , und am Nachmittag sei es , wie wenn man sie mit Kanonen davon wegschösse , und bis am späten Abend sei Keins mehr zu sehen . Das sei ihm eine schlechte Sache , wenn man nur Sinn hatte für alles Narrenwerk , aber keinen für seine arme Seele . Und er wolle ihnen gerade heraus sagen , daß kein Meister einem Dienst trauen könne , der Gott aus dem Sinn geschlagen habe und Gott untreu geworden sei . Wenn ein Mensch Gott untreu sei , ob man dann erwarten könne , daß er Menschen treu sein werde ? So wolle er es aber nicht , und heute hätten sie gar keinen Grund , daheim zu bleiben , nur um ums Haus herumzustopfen . Zudem habe er Sachen zu verrichten . Er müßte vierzig Pfund Salz haben ; das könnten die beiden Mägde holen und einander ablösen . Hans Joggi ( der andere Knecht ) solle in die Mühle und fragen , wann man Spreuer haben könne ; er wollte lieber nicht allemal auf Bern fahren , und der Müller gäbe seine eigenen Spreuer ihm selber und nicht andern Leuten . » Aber Vater , « sagte die Mutter , » wer kochet dann zMittag , wenn du alles fortjagst ? « » He , « sagte » der Vater , ds Annebäbeli ( sein zwölfjähriges Mädchen ) kann dazu sehen , es muß sich auch gewöhnen , daß man ihm etwas überläßt , und hat noch Freude daran . Uli muß mit mir daheim bleiben ; ich weiß nicht , was es mit dem Kleb geben kann , er fängt an einzufallen und hat vorhin so trätschet ; ein Kalb ist manchmal ungesinnet da , und dann geht es bös , wenn niemand dabei ist . « Zu den Worten schaute er die Mutter gar ernsthaft an . Da fiel dieser ein , daß der Vater mit Uli allein sein wolle , um mit ihm zu reden , und daß er deswegen alles fortschicke , damit die gwundrigen Jungfern nicht ihre spitzigen Ohren an Orten hätten , wo sie nicht sollten . Und sie musterte also bald die beiden Mägde , die gar langsam herumdrehten und es sichtbar an den Tag legten , wie zuwider es ihnen sei , in die Kirche zu gehen und sich jetzt schon zu waschen und zu strählen , aus Furcht , nachmittags sehe man ihnen beides nur noch halb an und die schön glatt und rot geriebene Haut sei wieder gelb und schlumpelig geworden . Und zweimal eigentliche Toilette zu machen , ist bei Baurenmägden doch noch nicht Brauch , Gottlob ; sie sehen höchstens im Spiegel nach , so oft es sich schickt , wie das Ding noch hält und ob das Trädeli vorn an der Stirne noch schön kruslet sei . Dem Knecht war es auch nicht recht : Er hatte noch nicht bartet , sagte er , und sein Messer haue nichts ; er hätte gedacht , diesen Sonntag überzuspringen und es dann während der Woche schleifen zu lassen . Allein der Meister sagte , er könne diesmal seine Rustig nehmen und hier in der Stube barten , er selbst könne es nachher machen . Diese Befehle waren unwiderruflich , aber ihnen zu folgen , ging hart . Die Mutter mußte zehnmal mahnen . Bald wußte eine den Waschlumpen nicht , die Andere hatte einen ihrer Sonntagstrümpfe vernistet , und als sie den endlich fand zwischen dem Strohsack und der Bettstatt , sah sie zu ihrem Schrecken , daß sie ihren bessern Lumpen nicht hätte , und der war nirgends zu finden . Sie hätte fast Mut gehabt , dem Bauer zu trotzen und nicht zur Kirche zu gehen ; allein die Andere , mit der sie zufällig heute einig war , warnte sie und versprach ihr , den ihren ihr zu leihen , wenn etwa Not an Mann kommen sollte , da man in der Kirche nicht wohl weder in die Finger noch in das Fürtuch die Nase stecken dürfe . Die Bäurin war schon lange fertig , hatte ihrem Johannes » Bhüet dih Gott ! « gesagt und » Machs nit z ' ruch ! « , dem Annebäbeli anbefohlen , nicht zu viel Holz anzulegen , das Fleisch sei von einer jungen Kuh und der Pfarrer mache zuweilen wohl lang , besonders wenn zu taufen sei , und stund mit zweien Kindern , von denen das eine , ein Bube , das Psalmenbuch trug , vor dem Hause , und immer waren die Mägde noch nicht da : der einen wollte sich das Mänteli nicht recht schicken , und die andere ribsete noch an einem Schuh , der halt nicht glänzender werden wollte , als es