, er fänd es eigentlich hübsch , solch Wuschelhaar ... « » Aber war denn Schmolke so ? « » Nein , Corinna , Schmolke war nich so . Schmolke war ein sehr anständiger Mann , und wenn man so was Sonderbares und eigentlich Unrechtes sagen darf , er war beinah zu anständig . Aber nun gib erst deinen Hut und deine Mantille . Gott , Kind , wie sieht denn das alles aus ? Is denn solch furchtbarer Staub ? Un noch ein Glück , daß es nich gedrippelt hat , denn is der Samt hin . Un soviel hat ein Professor auch nich , un wenn er auch nich geradezu klagt , Seide spinnen kann er nich . « » Nein , nein « , lachte Corinna . » Nu höre , Corinna , da lachst du nu wieder . Das ist aber gar nicht zum Lachen . Der Alte quält sich genug , und wenn er so die Bündel ins Haus kriegt und die Strippe mitunter nich ausreicht , so viele sind es , denn tut es mir mitunter ordentlich weh hier . Denn Papa is ein sehr guter Mann , und seine Sechzig drücken ihn nu doch auch schon ein bißchen . Er will es freilich nich wahrhaben und tut immer noch so , wie wenn er zwanzig wäre . Ja , hat sich was . Un neulich ist er von der Pferdebahn runtergesprungen , un ich muß auch gerade dazukommen ; na , ich dachte doch gleich , der Schlag soll mich rühren ... Aber nu sage , Corinna , was soll ich dir bringen ? Oder hast du schon gegessen und bist froh , wenn du nichts siehst ... « » Nein , ich habe nichts gegessen . Oder doch so gut wie nichts ; die Zwiebacke , die man kriegt , sind immer so alt . Und dann in Paulsborn einen kleinen süßen Likör . Das kann man doch nicht rechnen . Aber ich habe auch keinen rechten Appetit , und der Kopf ist mir so benommen ; ich werde am Ende krank ... « » Ach , dummes Zeug , Corinna . Das ist auch eine von deinen Nücken ; wenn du mal Ohrensausen hast oder ein bißchen heiße Stirn , dann redest du immer gleich von Nervenfieber . Un das is eigentlich gottlos , denn man muß den Teufel nich an die Wand malen . Es wird wohl ein bißchen feucht gewesen sein , ein bißchen neblig und Abenddunst . « » Ja , neblig war es gerade , wie wir neben dem Schilf standen , und der See war eigentlich gar nicht mehr zu sehen . Davon wird es wohl sein . Aber der Kopf ist mir wirklich benommen , und ich möchte zu Bett gehen und mich einmummeln . Und dann mag ich auch nicht mehr sprechen , wenn Papa nach Hause kommt . Und wer weiß , wann , und ob es nicht zu spät wird . « » Warum ist er denn nich gleich mitgekommen ? « » Er wollte nicht und hat ja auch seinen Abend heut . Ich glaube bei Kuhs . Und da sitzen sie meist lange , weil sich die Kälber mit einmischen . Aber mit Ihnen , liebe , gute Schmolke , möchte ich wohl noch eine halbe Stunde plaudern . Sie haben ja immer so was Herzliches ... « » Ach , rede doch nich , Corinna . Wovon soll ich denn was Herzliches haben ? Oder eigentlich , wovon soll ich denn was Herzliches nich haben . Du warst ja noch so , als ich ins Haus kam . « » Nun , also was Herzliches oder auch nicht was Herzliches « , sagte Corinna , » gefallen wird es mir schon . Und wenn ich liege , liebe Schmolke , dann bringen Sie mir meinen Tee ans Bett , die kleine Meißner Kanne , und die andere kleine Kanne , die nehmen Sie sich ; und bloß ein paar Teebrötchen , recht dünn geschnitten und nicht zuviel Butter . Denn ich muß mich mit meinem Magen in acht nehmen , sonst wird es gastrisch , und man liegt sechs Wochen . « » Is schon gut « , lachte die Schmolke und ging in die Küche , um den Kessel noch wieder in die Glut zu setzen . Denn heißes Wasser war immer da , und es bullerte nur noch nicht . Eine Viertelstunde später trat die Schmolke wieder ein und fand ihren Liebling schon im Bette . Corinna saß mehr auf , als sie lag , und empfing die Schmolke mit der trostreichen Versicherung , » es sei ihr schon viel besser « ; was man so immer zum Lobe der Bettwärme sage , das sei doch wahr , und sie glaube jetzt beinahe , daß sie noch mal durchkommen und alles glücklich überstehen werde . » Glaub ich auch « , sagte die Schmolke , während sie das Tablett auf den kleinen , am Kopfende stehenden Tisch setzte . » Nun , Corinna , von welchem soll ich dir einschenken ? Der hier , mit der abgebrochenen Tülle , hat länger gezogen , und ich weiß , du hast ihn gern stark und bitterlich , so daß er schon ein bißchen nach Tinte schmeckt ... « » Versteht sich , ich will von dem starken . Und dann ordentlich Zucker ; aber ganz wenig Milch , Milch macht immer gastrisch . « » Gott , Corinna , laß doch das Gastrische . Du liegst da wie ein Borsdorfer Apfel und redst immer , als ob dir der Tod schon um die Nase säße . Nein , Corinnchen , so schnell geht es nich . Un nu nimm dir ein Teebrötchen . Ich habe sie so dünn geschnitten , wie ' s nur gehen wollte ... « » Das ist recht . Aber da haben Sie ja eine Schinkenstulle mit reingebracht . « » Für mich , Corinnchen