eine Palme , die sich kreuzen . « » In Silber ausgeführt wird es gut aussehen , « bemerkte der Vater . » Albrecht wird mir fehlen , wenn er in einem halben Jahre fortgeht . Die Zeichnung zu der Nadel , die Se . Majestät der Scheurlin verehrt , ist auch von ihm . « » Danach wollt ' ich schon fragen , « sagte Willibald ; » ich habe das Kunstwerk eben in der Nähe an ihr gesehen und bewundert . « » Jetzt eben ? « fragte Meister Dürer . » Sie zeigte es meiner Mutter . « » Das ist sonderbar ! « sagte der Goldschmied und versank in Nachdenken . Dann ging er hinaus in die einsame Werkstatt , wie um zu überlegen , was nun zu thun sei . Hatte die Scheurlin die Nadel verloren und wiedergefunden , so würde sie doch die neue abbestellen lassen ; die Sache kam ihm erst sonderbar , dann verdächtig vor , die fremde Frau war es ihm gleich gewesen . Er hatte auch dem königlichen Diener , der die Nadel hatte anfertigen lassen , versprechen müssen , für Niemanden eine gleiche zu machen . Wie er auch geglaubt hatte , nach seinem Gewissen zu handeln , jetzt schien es ihm mit diesem Gewissen nicht verträglich , die Doublette zu verfertigen . Nach einer Weile reiflicher Ueberlegung rief er Albrecht und Willibald heraus , fragte diesen noch einmal , ob die Scheurlin die Nadel wirklich jetzt getragen , und da er entschieden bejahte , sagt er zu den Beiden : » Eilt hinüber und seh ' t , ob die Scheurlin noch da ist , und wenn sie es ist , so sag ' ihr , Albrecht , daß vor drei Tagen Jemand bei mir auf ihren Namen eine große Bestellung gemacht hätte , ich wisse aber nicht , ob es eine Betrügerei sei oder nicht , und ließe sie bitten , mir einen Augenblick Gehör zu schenken , damit ich mich mit ihr verständigen könne . Sie mag Dir sagen , wo und wann , wenn sie sich nicht in meine Werkstatt herüber bemühen will . « Die Freunde eilten den Auftrag auszuführen . Es war die höchste Zeit , denn Elisabeth schlüpfte schon in zierlichen Schnabelschuhen die teppichbelegte Marmortreppe hinab . » Ei , sieh da , meine beiden kleinen Ritter ! « rief sie den Jünglingen zu . » Noch verdienen wir diese Namen nicht , « sagte Willibald , » wenn wir sie auch noch einmal zu bewähren hoffen . Ich will dereinst versuchen , mir unter Kaiser Maxens Fahnen ein Ritterschwert zu erwerben . « » Und während Pirkheimer ihm dienen will mit Schwert und Feder , werde ich ' s nur mit dem Pinsel versuchen , « sagte Albrecht . » Ei , ich hörte schon neulich Aehnliches von Euch , « sagte Elisabeth , » und freute mich , wie Ihr wünschtet des Königs Bild zu malen . « » Wer weiß , thut er ' s nicht einmal , und auch für Euch , hohe Frau , « sagte Willibald ; » Ihr tragt da schon ein Werk von seiner Hand - die Rose , die aus seines Vaters Werkstatt hervorgegangen , hat er gezeichnet . « Albrecht erröthete verlegen , und Elisabeth sagte : » Das ist gewiß ein gutes Zeichen , wenn Ihr schon etwas für die edelste deutsche Majestät arbeiten durftet ; ich wußte bis jetzt nicht , daß Euer Vater der Künstler war , dessen Werk ich trage . « » Er hat mich eben an Euch abgeschickt , « sagte Albrecht und richtete nun den Auftrag des Vaters aus . Elisabeth war höchlich erstaunt und sogleich bereit , dem Sohn zu dem Vater zu folgen . Dies Erstaunen steigerte sich zur Entrüstung , als sie mit dem Goldschmied allein war und von ihm das Zwiegespräch mit jener fremden Frau erfuhr , während er nicht mehr an einem Betrug zweifelte , da er sein Werk , die Nadel , wiedersah . Aber was konnte der Zweck dieses Betruges sein ? » Wenn ich die Frau wieder zu Gesicht bekomme , so laß ich sie festnehmen , « sagte Meister Dürer . » Laßt uns einstweilen gegen Jedermann schweigen , « sagte Elisabeth , » und wenn die Frau in drei Wochen wiederkommt , so wird es Euch leicht sein , sich ihrer zu bemächtigen und vielleicht gesteht sie Euch gleich , wer sie zu dem Betrug gebraucht - dann laßt Ihr sie laufen ; außerdem hat aber die Justiz ja genug Mittel , Verstockte zum Geständniß zu bringen . Uebrigens danke ich Euch für Euer Verhalten , und da ich einmal hier bin , so möcht ich mir ein silbernes Kästchen mitnehmen - wie dies hier . « Sie deutete auf ein solches als den ersten passenden Gegenstand , den sie unter dem kleinen Vorrath fertiger Geräthe erspähen konnte , um durch dessen Ankauf wenigstens in Etwas den Meister für seine Ehrlichkeit zu belohnen . Der Handel war schnell geschlossen und sie fügte hinzu : » Euer Sohn giebt mir wohl das Geleit und nimmt das Geld dafür in meiner Wohnung in Empfang ? « » Es hat ja Zeit , « sagte der Meister . Da sie aber erklärte , daß sie das Kästchen , wie klein es auch war , nicht selbst tragen werde , so ward doch Albrecht zu ihrer Begleitung gerufen . Er wollte bescheiden hinter ihr gehen , aber sie unterhielt sich mit ihm von seiner Kunst und blieb an seiner Seite . » Euer Freund Willibald Pirkheimer , « sagte sie , » hat mir vorhin Euer Konterfei gezeigt , das Ihr schon vor fünf Jahren mit dem Stift auf Pergament gezeichnet hab ' t. Ich hätte es nicht geglaubt , daß Jemand dies von sich selbst im Stande wäre , wenn ich nicht die Unterschrift gelesen : Das hab ' ich aus einem Spiegel nach mir selbst konterfeiet im