können , suchen gegen Feinde und Wetter Höhlungen in Bäumen , Felsen , Mauern oder dergleichen auf , die so enge sind , daß ihnen ihr meistens größerer Feind in dieselben nicht folgen kann , und so tief , daß er auch nicht mit einem Schnabel oder einer Tatze bis auf den Grund zu langen vermag - einige , wie die Spechte , machen sich selber die Höhlungen in die Bäume - oder sie gehen in solche Dickichte , daß Raubvögel , Wiesel und ähnliche Verfolger nicht durchzudringen vermögen . Hiebei ist es ihnen noch mehr um den Schutz ihrer Jungen , die sie in solchen Orten haben , als um ihren eigenen zu tun . Erst , wenn so gesicherte Stellen nicht zu finden sind , und die Zeit drängt , begnügt sich der Singvogel zum Wohnen und Brüten mit schlechteren Plätzen . Hat eine Gegend häufige solche Zufluchtsorte , so darf man sicher schließen , daß sie auch , wenn die andern Bedingungen nicht fehlen , viele Vögel hat . Denkt nur an ein altes löcheriges Turmdach , wie ist es von Dohlen und Mauerschwalben umschwärmt . Will man Vögel in eine Gegend ziehen , so muß man solche Zufluchtsorte schaffen , und zwar so gut als möglich . Wir können , wie Ihr seht , nicht Felsen und Baumstämme aushöhlen , aber aus Holz gemachte Höhlungen können wir überall auf die Bäume aufhängen . Und dies tun wir auch . Wir machen diese Höhlungen tief genug , richten das Schlupfloch von der Wetterseite weg , meistens gegen Mittag , und machen es gerade so weit , daß der Vogel , für den es bestimmt ist , ein und aus kann . Ihr müßt ja derlei in den Bäumen unseres Gartens gesehen haben ? « » Ich habe sie gesehen , « erwiderte ich , » habe dunkel vermutet , wozu sie dienen könnten , habe aber die Vorstellung in Folge anderer Eindrücke wieder aus dem Haupte verloren . « » Wenn wir etwa noch einmal ein wenig in den Garten herumgehn , « sagte mein Gastfreund , » so werden wir mehrere solche Vogelbehälter sehen . Den Heckennistern bauen wir ein so dichtes Geflechte von Dornzweigen und Dornästen in unsere Büsche , daß man meinen sollte , es könne kaum eine Hummel ein- und ausschlüpfen ; aber der Vogel findet doch einen Eingang und baut sich sein Nest . Solcher Nester könnt Ihr mehrere sehen , wenn Ihr wollt . Sie haben das Angenehme , daß man diese Federfamilien in ihrem Haushalte sieht , was bei den Höhlennistern nicht angeht . Auf diese Weise schützen wir die kleineren Vögel , die wir in unserem Garten brauchen . Die großen , welche sich mit Schnabel , Krallen und Flügeln verteidigen können , sind bei uns eher Feinde als Freunde , und werden nicht geduldet . « » Außer dem Schutze « , fuhr er nach einer Weile fort » brauchen die Vögel auch Nahrung . Sie meiden die nahrungsarmen Orte , und unterscheiden sich hierdurch von den Menschen , welche zuweilen große Strecken weit gerade dahin wandern , wo sie ihren Unterhalt nicht finden . Die Vögel , die für unseren Garten passen , ernähren sich meistens von Gewürmen und Insekten ; aber wenn an einem Platze , der zum Nisten geeignet ist , die Zahl der Vögel so groß wird , daß sie ihre Nahrung nicht mehr finden , so wandert ein Teil aus und sucht den Unterhalt des Lebens anderswo . Will man daher an einem Orte eine so große Zahl von Vögeln zurückhalten , daß man vollkommen sicher ist , daß sie auch in den ungezieferreichsten Jahren hinlänglich sind , um Schaden zu verhüten , so muß man ihnen außer ihrer von der Natur gegebenen Nahrung auch künstliche mit den eigenen Händen spenden . Tut man das , so kann man so viele Vögel an einem Platze erziehen , als man will . Es kömmt nur darauf an , daß man , um seinen Zweck nicht aus den Augen zu verlieren , nur so viel Almosen gibt , als notwendig ist , einen Nahrungsmangel zu verhindern . Es ist wohl in dieser Hinsicht im allgemeinen nicht zu befürchten , daß in der künstlichen Nahrung ein Übermaß eintrete , da den Tieren ohnehin die Insekten am liebsten sind . Nur wenn diese Nahrung gar zu reizend für sie gemacht würde , könnte ein solches Übermaß erfolgen , was leicht an der Vermehrung des Ungeziefers erkannt werden würde . Einige Erfahrung läßt einen schon den rechten Weg einhalten . Im Winter , in welchem einige Arten dableiben , und in Zeiten , wo ihre natürliche Kost ganz mangelt , muß man sie vollständig ernähren , um sie an den Platz zu fesseln . Durch unsere Anstalten sind Vögel , die im Frühlinge nach Plätzen suchten , wo sie sich anbauen könnten , in unserem Garten geblieben , sie sind , da sie die Bequemlichkeit sahen und Nahrung wußten , im nächsten Jahre wieder gekommen oder , wenn sie Wintervögel waren , gar nicht fortgegangen . Weil aber auch die Jungen ein Heimatsgefühl haben und gerne an Stellen bleiben , wo sie zuerst die Welt erblickten , so erkoren sich auch diese den Garten zu ihrem künftigen Aufenthaltsorte . Zu den vorhandenen kamen von Zeit zu Zeit auch neue Einwanderer , und so vermehrt sich die Zahl der Vögel in dem Garten und sogar in der nächsten Umgebung von Jahr zu Jahr . Selbst solche Vögel , die sonst nicht gewöhnlich in Gärten sind , sondern mehr in Wäldern und abgelegenen Gebüschen , sind gelegentlich gekommen und , da es ihnen gefiel , da geblieben , wenn ihnen auch manche Dinge , die sonst der Wald und die Einsamkeit gewährt , hier abgehen mochten . Zur Nahrung rechnen wir auch Licht , Luft und Wärme . Diese Dinge geben wir nach Bedarf dadurch , daß wir die Bauplätze zu den Nestern an den verschiedensten Stellen des Gartens anbringen