, sagte sie ; » Euer Gnada sind jo jetzt wieder g ' sund , und - Er kennet jo jetzt bald wieder fortreita « , A10 setzte sie wehmütig lächelnd hinzu . » Fortreiten ? « fragte Georg , » also bin ich nicht gefangen ? « » G ' fanga ? noi , g ' fanga send Er net ; es hätt zwor a baarmol sei kenna , wia dia vom Schwäbischa Bund vorbeizoga send , aber mer hent Ich ällemol guet versteckt ; der Vater hot gsait , mer solle da Junker koin Menscha seah lau . « A11 » Der Vater ? « rief der Jüngling , » wer ist der gütige Mann ? wo bin ich denn ? « » Ha , wo werdet Er sei ? « antwortete Bärbele , » bei aus send Er in Hardt . « » In Hardt ? « ein Blick auf die musikalisch ausstaffierten Wände gab ihm Gewißheit , daß er Freiheit und Leben jenem Mann zu verdanken habe , der ihm wie ein Schutzgeist von Marien zugesandt war . » Also in Hardt ? und dein Vater ist der Pfeifer von Hardt ? nicht wahr ? « » Er hot ' s et gern , wemmar em so ruaft « , antwortete das Mädchen , » er ist freile sei ' s Zoiches a Spielma , er hairt ' s am gernsta , wemmer Hanns zua nem sait . « A12 » Und wie kam ich denn hieher ? « fragte jener wieder . » Ja wisset Er denn au gar koi Wörtle meh ? « lächelte das hübsche Kind , und bediente sich wieder des Zopfbandes . Sie erzählte , ihr Vater sei schon seit einigen Wochen nicht zu Hause gewesen , da sei er einesmals vor neun Tagen in der Nacht an das Haus gekommen und habe stark gepocht , bis sie erwacht sei . Sie habe seine Stimme erkannt , und sei hinabgeeilt , um ihm zu öffnen . Er sei aber nicht allein gewesen , sondern noch vier andere Männer bei ihm , die eine , mit einem Mantel verdeckte Tragbahre in die Stube niedergelassen haben . Der Vater habe den Mantel zurückgeschlagen , und ihr befohlen zu leuchten , sie sei aber heftig erschrocken , denn ein blutender , beinahe toter Mann sei auf der Bahre gelegen . Der Vater habe ihr befohlen , das Zimmer schnell zu wärmen , indessen habe man den Verwundeten , den sie seinen Kleidern nach für einen vornehmen Herrn erkannt habe , auf das Bett gebracht ; der Vater habe ihm seine Wunden mit Kräutern verbunden , habe ihm dann auch selbst einen Trank bereitet , denn er verstehe sich trefflich auf die Arzneien : für Tiere und Menschen . Zwei Tage lang seien sie alle besorgt gewesen , denn der Junker habe gerast und getobt ; nach dem zweiten Tränklein aber sei er stille geworden , der Vater habe gesagt , am achten Morgen werde er gesund und frisch erwachen , und wirklich sei es auch so eingetroffen . Der junge Mann hatte mit wachsendem Erstaunen der Rede des Mädchens zugehört ; er hatte sie oft unterbrechen müssen , wenn er ihre zierlichen Ausdrücke nicht recht verstand oder wenn sie in ihrer Rede abschweifte , um die Kräuter zu beschreiben , woraus der Pfeifer von Hardt seine Arzneien bereitet hatte . » Und dein Vater « , fragte er sie , » wo ist er ? « » Was wisset mier wo er ist « , antwortete sie ausweichend , doch als besinne sie sich eines Besseren , setzte sie hinzu » Uich kammes jo saga , denn Ihr müesset guet Freund sei mit em Vater ; er ist nach Lichtastoi . « » Nach Lichtenstein ? « rief Georg , indem sich seine Wangen höher färbten ; » und wann kommt er zurück ? « » Ja er sott schau seit zwoi Tag da sei , wie ner gsait hot . Wennem no nix gschea ist ; d ' Leut saget , dia bündische Reiter bassenem uf . « A13 Nach Lichtenstein - dorthin zog es ja auch ihn ; er fühlte sich kräftig genug wieder einen Ritt zu wagen , und die Versäumnis der neun Tage einzuholen . Seine nächste und wichtigste Frage war daher nach seinem Roß ; und als er hörte , daß es sich ganz wohl befinde und im Kuhstall seiner Ruhe pflege , war auch der letzte Kummer von ihm gewichen . Er dankte seiner holden Pflegerin für seine Wartung , und bat sie um sein Wams und seinen Mantel . Sie hatte längst alle Spuren von Blut und Schwerthieben aus den schönen Gewändern vertilgt , mit freundlicher Geschäftigkeit nahm sie die Habe des Junkers aus dem geschnitzten und gemalten Schrein , wo sie neben ihrem Sonntagsschmuck geruht hatte ; lächelnd breitete sie Stück vor Stück vor ihm aus , und schien sein Lob , daß sie alles so schön gemacht habe , gerne zu hören . Dann enteilte sie dem Gemach , um die frohe Botschaft , daß der Junker ganz genesen sei , der Mutter zu verkündigen . Ob sie der Mutter auch gestanden , daß sie schon seit einer halben Stunde mit dem schönen , freundlichen Herrn geplaudert habe , wissen wir nicht ; wir haben aber Ursache daran zu zweifeln , denn jene ältliche , runde Frau hatte Erfahrung aus ihrer Jugend , und glaubte ihrem Töchterlein die Warnung nie genug wiederholen zu können : Sie solle sich wohl hüten , mit einem jungen Burschen länger als ein Ave Maria lang zu sprechen . II -Was kümmert ' s dich ? Du fragst Nach Dingen , Mädchen , die dir nicht geziemen . Schiller Als die runde Frau und Bärbele von der Bodenkammer herabstiegen , war ihr erster Gang , nicht in das Gemach , wo ihr Gast war , sondern nach der Küche . Und zwar aus zweierlei Gründen . Einmal , weil jetzt