doch folgte ich der Regung , dich zu prüfen . Du hast bestanden ! Besser , viel besser , als ich erwarten konnte ! Indem du mir diese Dinge alle schenktest , hast du etwas abgelegt . Was es ist , das überlege dir ! Und indem ich , so bald und so oft du willst , sie dir alle wieder zur Verfügung stelle , thue ich etwas , was dich unendlich freuen muß . Was es ist , überlege dir auch das ! Kamst du zu mir aus einem Land , auf dem es keine festen Wege giebt ? Willst du dein Ziel von hier nur noch im Flug erreichen ? Ich weiß , dir ist die Angst vollständig unbekannt . Du fühlst dich an der Hand , die keinen je verläßt , der sich ihr anvertraut . Doch , hebe deinen Fuß nicht von dem sichern Boden ! Noch bist du nicht daheim ! Kannst Waffen nicht entbehren ! Nimm diese Warnung an ! Nachdem ich dich geprüft , hab ich das Recht erworben und auch die Pflicht dazu , in diesem ernsten Ton mit dir zu reden ! « Er hob die Hand und drohte mir in liebevoller Weise mit dem Finger . Da kam es wie ein plötzliches Glück über mich , aber nicht wie ein unverstandenes , sondern wie eins , welches klar und deutlich vor einem steht und voll begriffen wird . Ich nahm ihn bei der erhobenen Hand , zog ihn heraus , machte die Thür zu und sagte : » Komm hervor aus dieser unserer Kammer und schnell herauf zu mir ! Ich muß dir etwas sagen ! « » Was ? « fragte er . » Ein Geständnis . Komm nur , komm ! Ich freue mich so sehr ! « » Ein Geständnis ? Und doch Freude ? « » Ja ! Es ist ein Sieg , ein innerlicher Sieg , den du soeben über dich und mich , über uns beide also , errungen hast ! « Er folgte mir so schnell , wie ich ihm voranstieg . Oben bei mir angekommen , nahm ich ihm das Licht aus der Hand und brannte zunächst die Lampe wieder an , welche er der Perser wegen hatte auslöschen müssen . Als dies geschehen war , bat ich ihn , sich aufrecht vor mich hinzustellen . Ich nahm ihn mit frohem Blicke von oben bis unten in die Augen und sagte dann : » Es ist mir mit dir grad so ergangen , wie es so manchem Menschenkind mit seinem Geist ergeht . Es kennt ihn nicht , bis ihn der Feind ihm zeigt . Ich wußte nichts von dir , bis mich die Massaban auf jene Spuren führten , an denen ich zum erstenmal den Namen Ustad hörte . Man sprach von dir als dem Geheimnisvollen , von dem man ja nichts Schlechtes sagen dürfe . Sie schienen dich nicht bloß zu achten , sondern auch zu fürchten , und dennoch aber hegten sie nur Feindschaft gegen dich , weil sie als Unglückselige dich ja doch hassen mußten . Dann traf ich den Pedehr , der mir nicht trauen wollte . Er nahm die Flucht vor mir , doch holte ich auf meinem Pferd das deinige schnell ein . Es war fast wie bei jenem Morgenritt im Märchen Danyseh , wo das schnellste Pferd des Menschengeistes von dem silberweißen Roß der Menschenseele überholt wird . Als ich hierauf mit ihm sprach , hörte ich zum zweitenmal von dir . Ich begann , in meiner Phantasie nach einem Bild von dir zu suchen . Dann warf mich jene schwere Krankheit nieder , von der ich hier bei dir erstanden bin . Ich lag bewußtlos , ohne Thätigkeit des Geistes . Da begann ich , zu erwachen . Es legte sich eine Hand auf meine Stirn , und dabei war es mir , als ob von ihr eine gütig reine , immaterielle Kraft ausströme und dann durch mein ganzes Wesen gehe . Und eine tiefe Stimme sprach die Worte : Der Herr behüte deinen Eingang und deinen Ausgang von nun an bis in Ewigkeit . Amen ! « » Das war ich , « sagte der Ustad . » Ja , du warst es . Du kamst noch oft , wenn ich nicht wachte . Dann hatte ich einen Traum . Oder war es ein Gesicht ? Ich befand mich im Haine Mamre , bei der Eiche Abrahams . Da trat die hohe Gestalt des Erzvaters leuchtenden Auges vor mich hin und grüßte mich : Friede sei mit dir ! Und als ich das meinige öffnete , standest du vor mir , breitetest deine Hand wie segnend über mich aus und sprachst ganz dieselben Worte . Darum wuchsest du in meinen Fieber- und dann auch in den Genesungsträumen dich in mir zum Ebenbilde jenes ausgewanderten Chaldäers aus , welchem der Herr einst die Verheißung gab : Ich werde dich zum großen Volke machen ! Als ich mich dann so weit erholt hatte , daß ich mich erheben und draußen vor der Halle sitzen konnte , da kamst du zu mir , und was und wie du da sprachst , das war im Geist des ersten Testaments gesprochen , der sich im zweiten die Verklärung holte . Nun kam das Heut , der Dankestag . Hättest du in mir noch höher wachsen können , so wäre das da drüben bei eurem Gotteshaus gewiß geschehen . Du zeigtest dich dort Ahriman nicht nur gewachsen , sondern überlegen . Ich schaute zu dir auf , fast staunend , möcht ich sagen ! Es stieg der Wunsch in meinem Herzen auf , so groß zu sein und auch so rein wie du . Das war wohl auch der mir nicht klar bewußte Grund , daß ich dann jene Beichte sprach , die mich befreien sollte . Ich wollte deiner würdig sein , ganz still , in meinem Innern ! « » Mein Freund , mein lieber ,