nicht weiter . Es muß anders werden . « Er sagt : » Ja , ja - es wird schon anders werden . « Doch das ist nur so hingeredet . Die Verhältnisse werden noch immer schlechter . Tarubs Ersparnisse gehen zur Neige . Und daran hat nicht bloß der Safur Schuld . Abu Hischam , Abu Hanifa und Hamadany sind auch sehr oft bei Bagdads berühmter Köchin . Und die ist sehr gutmütig , sie gibt Jedem zu essen , soviel er will . Sie ist so daran gewöhnt , für Viele zu kochen , daß sie garnicht bemerkt , wie unklug ihr verschwenderischer Haushalt ist . Safur sagt natürlich nie ein Wort . Er hört nur jeden Tag geduldig an , wie sie auf die ganze Welt schimpft . Sie weiß nie , wo das Geld bleibt - und Safur muß immer neues Geld auftreiben . Das tut er auch - aber wie ? Sie gibt ihm jeden zweiten Tag ein paar Tassen , ein paar Messer oder ein paar Töpfe - und mit diesen Dingen muß der Dichter zum Trödler wandern . Manchmal bringt Abu Hanifa ein paar Gänse mit , Hamadany bringt Fische , Abu Hischam Wein . Doch wenn diese Leute mal was mitgebracht haben , so gehts auch gleich hoch her , und schließlich setzt die Tarub doch immer zu . Der geizige Kodama kommt auch zuweilen - und bezahlt dann alles , was gegessen und getrunken wird - doch bares Geld gibt er nicht - er hält das nicht für richtig , seinen Freunden bares Geld zu geben - die verstehen nach seiner Meinung nicht , mit barem Geld umzugehen - es ist kostbar ! An einem Tage gibts Pasteten - am andern trocknes Brot - manchmal nicht mal das . Safur soll Geld verdienen - das sagt ihm sein Bär jeden Tag . Der Dichter verzweifelt . Er soll zu den Tofailys gehen - ist aber nicht dazu zu bewegen - lieber läßt er sich jeden Tag von seinem Bären die Ohren wundreden . Er ist denn doch fürchterlich vornehm . Höchstens geht er mit altem Geschirr zum Trödler . Den Osman mag er nicht mehr sehen , weil der stets nach dem großen Dschinnengedicht fragt . Wenn Safur in diesem Jammerleben an die Dschinnen denkt , wird ihm ganz wüst im Kopf . Diese täglichen groben Rohheiten des gewöhnlichen Lebens vertragen sich nicht mit seiner Sehnsucht nach feinstem vergeistigtem Genuß . Überhaupt - der Genuß ! Wer kann noch an den Genuß denken , wo das Leben auf dem Spiele steht . Leben - leben - wollen sie Alle - das ist die Hauptsache - an den Genuß können sie Alle vor lauter Sorge garnicht denken . Aber das hindert Niemand , jede Gelegenheit zum Trinken fleißig wahrzunehmen . Es geht Allen schrecklich schlecht , doch - betrunken sind sie Alle - so beinahe jeden zweiten Tag . Oft ruft Safur , wenn er den teuersten Wein aus Bassora vor sich stehen hat : » Freunde , eigentlich könnten wir doch gewöhnlichen Landwein trinken - wozu immer den teuren Wein aus Bassora ? « Indessen - wenn der Dichter so redet , macht man ihn darauf aufmerksam , daß er doch der größte Feinschmecker sei und - und - dann trinkt er natürlich Alles , was man ihm vorsetzt . Das Jammerleben hat sehr viele drollige Seiten - sehr viele . Schließlich leiden selbst diejenigen , die eigentlich gar keine Veranlassung zum Leiden haben . Auch der dicke Kodama bekommt ein leidendes Aussehen . Er hat die weiße Abla als Köchin in sein Haus genommen - und die Abla ist ihm davongelaufen . Die Abla liebt die Veränderung und lebt jetzt bei der alten Dschellabany , die immer älter wird . Dort bezaubert sie mit ihrem Gesange jeden Tag einen anderen Jüngling . Ihre Worte sind süß wie Honig - sie zerschmelzen auch so leicht wie der süße Honig . Was sie am einen Tage sagt und schwört , hat sie am andern vollständig vergessen - manchen Jüngling hat sie zum trüben Kopfhänger gemacht . Die Sailóndula hats beim dicken Osman ebenfalls nicht aushalten können - sie tanzt jetzt auf dem Karawanenplatz unter jenen rotseidenen Zeltdächern , die sich so prächtig von dem tiefblauen Himmel abheben , der so voll und groß Bagdad überwölbt . Der Sailóndula liegen die dunklen Augen sehr tief im Kopf - man sieht die indische Tänzerin oft mit dem alten Sünder Suleiman zusammen , der immer schleunigst davonschleicht , wenn er einen lauteren Bruder erblickt . Suleiman tut so , als wenn er ärmer wäre denn je zuvor - er will sein Geld für sich behalten . Nur dem Said schenkt er zuweilen ein paar Kupfermünzen - heimlich , daß es Niemand bemerkt . Kommt der alte Said zur Tarub , so gibt die auch immer was - ein bißchen Fleisch und ein bißchen Brot , einen Schluck Wein und ein Silberstück . Said ist bescheiden und kommt nur einmal in der Woche , redet dann von goldenen Sternen und goldenen Pferden , von goldenen Herzen und goldenen Kleidern - in seinen Augen flackert ein seltsamer Glanz - wie ein Abglanz seines einstigen Reichtums . Armer Said ibn Selm ! Die Tarub wird stets sehr gerührt , wenn sie ihn sieht - die Kinder der Nachbarschaft , die sich scheu hinter den Bananen , die vor Tarubs Küche wachsen , verstecken , bekommen dann auch gleich was ab - was Süßes - Mandeln , Feigen und Rosinen . Die weichen Stimmungen werden jedoch immer seltener . Die Wogen des Jammers gehen zu hoch . Sogar der sonst so vergnügte Osman ist schlecht gelaunt - er ist wütend , daß die neuen Bücher im Grunde allesamt nicht viel taugen , und möchte am liebsten nur die guten alten Bücher abschreiben lassen . Er ist wütend auf Abu Hischam - wütend auf Safur - und auch auf Kodama - beinah auf alle Welt . Geld gibt er daher