Hand und bedeckte sie mit Küssen . Denn sie gingen im Schutz einer Haselnußhecke . Corinna - nach Confessions , wie diese , die Verlobung mit gutem Recht als ein fait accompli betrachtend - nahm klugerweise von jeder weiteren Auseinandersetzung Abstand und sagte nur kurzerhand : » Aber eines , Leopold , dürfen wir uns nicht verhehlen , uns stehen noch schwere Kämpfe bevor . Deine Mama hat an einer Munk genug , das leuchtet mir ein ; aber ob ihr eine Schmidt recht ist , ist noch sehr die Frage . Sie hat zwar mitunter Andeutungen gemacht , als ob ich ein Ideal in ihren Augen wäre , vielleicht weil ich das habe , was dir fehlt , und vielleicht auch , was Hildegard fehlt . Ich sage vielleicht und kann dies einschränkende Wort nicht genug betonen . Denn die Liebe , das seh ich klar , ist demütig , und ich fühle , wie meine Fehler von mir abfallen . Es soll dies ja ein Kennzeichen sein . Ja , Leopold , ein Leben voll Glück und Liebe liegt vor uns , aber es hat deinen Mut und deine Festigkeit zur Voraussetzung , und hier unter diesem Waldesdom , drin es geheimnisvoll rauscht und dämmert , hier , Leopold , mußt du mir schwören , ausharren zu wollen in deiner Liebe . « Leopold beteuerte , daß er nicht bloß wolle , daß er es auch werde . Denn wenn die Liebe demütig und bescheiden mache , was gewiß richtig sei , so mache sie sicherlich auch stark . Wenn Corinna sich geändert habe , er fühle sich auch ein anderer . » Und « , so schloß er , » das eine darf ich sagen , ich habe nie große Worte gemacht , und Prahlereien werden mir auch meine Feinde nicht nachsagen ; aber glaube mir , mir schlägt das Herz so hoch , so glücklich , daß ich mir Schwierigkeiten und Kämpfe beinah herbeiwünsche . Mich drängt es , dir zu zeigen , daß ich deiner wert bin ... « In diesem Augenblicke wurde die Mondsichel zwischen den Baumkronen sichtbar , und von Schloß Grunewald her , vor dem das Quartett eben angekommen war , klang es über den See herüber : » Wenn nach dir ich oft vergebens In die Nacht gesehn , Scheint der dunkle Strom des Lebens Trauernd stillzustehn ... « Und nun schwieg es , oder der Abendwind , der sich aufmachte , trug die Töne nach der anderen Seite hin . Eine Viertelstunde später hielt alles vor Paulsborn , und nachdem man sich daselbst wieder begrüßt und bei herumgereichtem Crême de Cacao ( Treibel selbst machte die Honneurs ) eine kurze Rast genommen hatte , brach man - die Wagen waren von Halensee her gefolgt - nach einigen Minuten endgültig auf , um die Rückfahrt anzutreten . Die Felgentreus nahmen bewegten Abschied von dem Quartett , jetzt lebhaft beklagend , den von Treibel vorgeschlagenen Kremser abgelehnt zu haben . Auch Leopold und Corinna trennten sich , aber doch nicht eher , als bis sie sich , im Schatten des hochstehenden Schilfes , noch einmal fest und verschwiegen die Hände gedrückt hatten . Elftes Kapitel Leopold , als man zur Abfahrt sich anschickte , mußte sich mit einem Platz vorn auf dem Bock des elterlichen Landauers begnügen , was ihm , alles in allem , immer noch lieber war , als innerhalb des Wagens selbst , en vue seiner Mutter zu sitzen , die doch vielleicht , sei ' s im Wald , sei ' s bei der kurzen Rast in Paulsborn , etwas bemerkt haben mochte ; Schmidt benutzte wieder den Vorortszug , während Corinna bei den Felgentreus mit einstieg . Man placierte sie , so gut es ging , zwischen das den Fond des Wagens redlich ausfüllende Ehepaar , und weil sie nach all dem Voraufgegangenen eine geringere Neigung zum Plaudern als sonst wohl hatte , so kam es ihr außerordentlich zupaß , sowohl Elfriede wie Blanca doppelt redelustig und noch ganz voll und beglückt von dem Quartett zu finden . Der Jodler , eine sehr gute Partie , schien über die freilich nur in Zivil erschienenen Sommerlieutenants einen entschiedenen Sieg davongetragen zu haben . Im übrigen ließen es sich die Felgentreus nicht nehmen , in der Adlerstraße vorzufahren und ihren Gast daselbst abzusetzen . Corinna bedankte sich herzlich und stieg , noch einmal grüßend , erst die drei Steinstufen und gleich danach vom Flur aus die alte Holztreppe hinauf . Sie hatte den Drücker zum Entree nicht mitgenommen , und so blieb ihr nichts anderes übrig , als zu klingeln , was sie nicht gerne tat . Alsbald erschien denn auch die Schmolke , die die Abwesenheit der » Herrschaft « , wie sie mitunter mit Betonung sagte , dazu benutzt hatte , sich ein bißchen sonntäglich herauszuputzen . Das Auffallendste war wieder die Haube , deren Rüschen eben aus dem Tolleisen zu kommen schienen . » Aber liebe Schmolke « , sagte Corinna , während sie die Tür wieder ins Schloß zog , » was ist denn los ? Ist Geburtstag ? Aber nein , den kenn ich ja . Oder seiner ? « » Nein « , sagte die Schmolke , » seiner is auch nich . Und da werd ich auch nicht solchen Schlips umbinden und solch Band . « » Aber wenn kein Geburtstag ist , was ist dann ? « » Nichts , Corinna . Muß denn immer was sein , wenn man sich mal ordentlich macht ? Sieh , du hast gut reden ; du sitzt jeden Tag , den Gott werden läßt , eine halbe Stunde vorm Spiegel , und mitunter auch noch länger , und brennst dir dein Wuschelhaar ... « » Aber , liebe Schmolke ... « » Ja , Corinna , du denkst , ich seh es nicht . Aber ich sehe alles und seh noch viel mehr ... Und ich kann dir auch sagen , Schmolke sagte mal