, er wird die Rechte des Landes achten , sein Wohl befestigen , und es ist etwas in ihm , daß er es vielleicht auch noch zu hohem Glanze heben kann . Ich rede aus sorgfältiger Beobachtung , und rede nicht für mich . Ich sage : Wählen wir Wladislaw den Sohn unsers vorigen Herzogs Wladislaw zu unserem nächsten Herzoge , und setzen wir ihn , wenn in Kürze der Tod Sobeslaws erfolgt , auf den Fürstenstuhl . Wenn es aber Gott dem Allmächtigen gefällt , unsern vortrefflichen erlauchten Herzog Sobeslaw aus seiner jetzigen schweren Krankheit wieder zur Gesundheit zu führen , so soll der heutige Beschluß nichtig sein , und wieder das Versprechen in Sadska gelten . So rede ich , und ich bitte euch , beherziget es . « Nach diesen Worten ging Zdik zu seinem Sitze . Es entstand nun wieder ein starkes Rufen und eine Bewegung der Körper , daraus nichts zu entnehmen war , bis einzelne Stimmen durchdrangen , die riefen : » Laßt weiter sprechen , laßt weiter sprechen . « Als es ruhiger geworden war , stand Diwis von seinem Platze auf , und da sich alle gegen ihn wandten , um ihn zu hören , sprach er : » Ich bin ein alter schlichter Mann , und sage : Bleibt bei eurem Worte . « Auch jetzt folgten verworrene Rufe . Da hierauf eine kleine Weile niemand geredet hatte , stand in der ersten Reihe der Mann mit dem weißen Barte und dem weiten dunkelpurpurnen Sammetgewande auf , trat einige Schritte gegen den freien Raum , kehrte sich gegen die Versammlung , und sagte : » Ich bin Nacerat der Sohn des Tas . « Ein allgemeiner Jubelruf folgte diesen Worten . Als er verhallt , und tiefe Stille eingetreten war , sprach der Mann : » Liebe gewogene ansehnliche Herren ! Ich bin ein unbedeutender Mann in diesen großen und mächtigen Ländern . « » Der bedeutendste « , rief eine Stimme . » Ein unbedeutender Mann « , fuhr Nacerat fort . » Nein , nein , nein « , rief eine Menge von Stimmen . » Meine Worte sind nicht wichtig « , sagte Nacerat . » Ja , ja , ja , ja « , rief es durcheinander . » Liebe Ansehnliche « , sagte Nacerat , » wenn ihr mir wohlwollet , so höret mich . « » Hört ihn « , riefen Stimmen . Als es stille geworden war , sprach Nacerat : » Ich bin unbedeutend in dieser hohen Versammlung . Meine Worte werden keine Triftigkeit haben , und werden in den Waagschalen , die ihr in euren weisen Händen haltet , und die ihr schon gerichtet haben werdet , nichts ändern ; aber ich glaube , daß in diesen schweren Zeiten der Große und Kleine reden muß , damit er seinen Anteil zeige . Diese erhabene Versammlung ist eine wichtige aber friedfertige , ich bin ohne Waffen gekommen , weil sie ihr Werk in Frieden und Eintracht schlichten wird , wie einmal in vergangenen Zeiten unser Land in Glück und Frieden verwaltet worden ist . Ihr werdet wissen , und es ist in schönen lateinischen Worten aufgeschrieben , daß unser Volk ein stilles gewesen ist ; es hat nur fremde Angriffe abgewehrt , und hat dazu einen Kriegsführer gewählt , der danach wieder keine Macht hatte . So war der Vater Cech , der vor siebenhundert Jahren unsere Leute in dieses Land geführt hat . Nach ihm erscheint kein Gewalthaber . So war Samo vor fünfhundert Jahren , dem wieder keiner folgte . Für das Wohl und das Recht der Gemeinden sorgten die Ältesten dieser Gemeinden , denen daher der Name Starosten blieb . Und die Versammlung der Starosten aller Gemeinden ordnete und verwaltete auf Landtagen das Land . Wer durch Besitz und Erfahrung hervorragend war , der konnte auch in jüngeren Jahren ein Starost werden . So entstanden die Namen Lechen Kmeten Wladyken . Wenn einer durch Weisheit bekannt war , gehorchten ihm die andern freiwillig wie einem Fürsten , und er hatte die väterliche Macht . So war Krok . Aber wie damals die Kinder nach dem Tode ihres Vaters ihr Erbe ungeteilt ließen , und sich zur Verwaltung desselben aus ihrer Mitte einen Wladyken wählten , so geschah es auch zuweilen , daß die Landeskinder zur Verwaltung des Landes gleichsam einen Wladyken des Landes wählten , der dann ihr Fürst war . Das ist in späteren Zeiten stets öfter geworden . Die Landeskinder aber sind immer die Lechen Kmeten und Wladyken gewesen . Sie sind in diesem Saale versammelt . Der Herzog herrscht nur durch sie und mit ihnen . Eure Rechte müssen vor denen des Herzogs gewahrt werden , weil er aus euch hervorgeht . Nur so wird eine glückliche friedfertige Zeit , in der ein einzelner nicht die Kraft und das Gut aller für sich gebrauchen und verwenden kann . Es sind aber unter den Herzogen solche gewesen , welche die Rechte der Landeskinder nicht gewürdiget , und nur ihr eigenes Wohl bedacht haben . Selbst unser edler erlauchter und ruhmreicher Herzog Sobeslaw , dem Gott die Wiedergenesung schenken möge , hat nicht immer den Rat der Großen verlangt , und sie öfter abseits stehen lassen . Darum bin ich auch für seinen Boten in dieser Versammlung nicht aufgestanden , wenn es mir gleich nicht unlieb ist , daß derselbe vor uns auf einem Stuhle sitzt . Weil nun euch als Landeskindern die Wahl des Herzogs zusteht , so habt ihr gewiß schon bis zur Schlußfassung erwogen , wer der künftige Herzog sein wird , und daß er eure Rechte achtet . Wir können euch nur für diese Tat den tiefsten Dank bringen , da durch sie wieder das Glück und die Ruhe und der Reichtum in unsere Fluren einkehrt , wie es einstens gewesen ist . Wir die wenigeren haben in der Zeit vor eurem Erscheinen in dieser Stadt und in diesem Saale mehrere Zusammenkünfte gehabt , und