das Licht , die den Schatten , in den Schatten . In den Schutz der größeren oder windwiderstandsfähigeren setzten wir diejenigen , welche des Schutzes bedurften . Die Frost und Reif scheuen , stehen an Wänden oder warmen Orten . Und auf diese Weise gedeihen nun alle durch ihre Lebenskraft und natürliche Nahrung . Im Frühlinge wird jeder Stamm und seine stärkeren Äste durch eine Bürste und gutes Seifenwasser gewaschen und gereinigt . Durch die Bürste werden die fremden Stoffe , die dem Baume schaden könnten , entfernt , und das Waschen ist ein nützliches Bad für die Rinde , die wie die Haut der Tiere von dem höchsten Belange für das Leben ist , und endlich werden die Stämme dadurch auch schön . Unsere Bäume haben kein Moos , die Rinde ist klar und bei den Kirschbäumen fast so fein wie graue Seide . « Ich hatte wohl gesehen , daß alle Bäume eine sehr gesunde Rinde haben ; aber ich hatte dieses mit ihren schönen Blättern und mit ihrem guten Gedeihen überhaupt als eine notwendige Folge in Zusammenhang gebracht . » Wenn nun trotz aller Vorsichten doch einzelne Teile der Bäume durch Winde , Kälte oder dergleichen kahl werden , « fuhr mein Gastfreund fort , » so werden dieselben bei dem Beschneiden der Bäume im Frühlinge entfernt . Der Schnitt wird mit gutem Kitte verstrichen , daß keine Nässe in das Holz dringen und in dem noch gesunden Teile eine Krankheit erzeugen kann . Und so würde in einem Garten nie eine Kahlheit zu erblicken sein , wenn nicht äußere Feinde kämen , die eine solche zu bewirken trachteten . Derlei Feinde sind Hagel , Wolkenbrüche und ähnliche Naturerscheinungen , gegen die es keine Mittel gibt Sie schaden aber auch nicht so sehr . In unseren Gegenden sind sie selten , und ihre Wirkungen können auch leicht durch schnelles Beseitigen des Zerstörten , durch Nachwuchs und Nachpflanzungen unbemerkbar gemacht werden . Aber gefährlichere Gegner sind die Insekten , diese können die Güte eines Gartens zerstören , können seine Schönheit entstellen , und ihm in manchen Jahren einen wahrhaft traurigen Anblick geben . Dies ist der Umstand , von dem ich sagte , daß ich seiner zuletzt Erwähnung tun werde . Ihr seht , daß unser Garten von der Insektenplage , die Ihr , wie Ihr sagt , auf Eurer Wanderung an anderen Bäumen bemerkt habt , in diesem Jahre frei ist . « » Ich habe Äpfelbäume an warmen und stillen Orten fast ganz entlaubt gesehen « , antwortete ich . » Es sind mir mehrere Fälle dieser Art vorgekommen . Aber daß einzelne Äste entlaubt waren , daß das Laub von ganzen Bäumen entstellt war , habe ich oft gesehen . Allein ich habe es für kein großes Übel gehalten und habe auf kein schlechtes Jahr geschlossen , weil ich wußte , daß diese Zerstörungen immer vorkommen , und daß ihr Schaden , wenn sie nicht im Übermaße auftreten , nicht erheblich ist . Ich betrachtete die Erscheinung als ein Ding , das so sein muß . « » Daran möchtet Ihr unrecht getan haben , « sagte mein Gastfreund , » einen Schaden bringt diese Erscheinung immer , und wenn man ihn nach ganzen Länderstrichen berechnete , so könnte er ein sehr beträchtlicher sein , zu dem noch der andere kömmt , daß man den entlaubten Baum anschauen muß . Auch ist das Ding keine Erscheinung , die so sein muß . Es gibt ein Mittel dagegen , und zwar ein Mittel , das außer seiner Wirksamkeit auch noch sehr schön ist , und also zum Nutzen einen Genuß beschert , durch den uns die Natur gleichsam zu seiner Anwendung leiten will . Aber dennoch , wie ich früher sagte , wird dieses Mittel unter allen am wenigsten gebraucht , ja man beeifert sich sogar an vielen Orten , es zu zerstören . Ihr solltet das Mittel schon wahrgenommen haben . « Ich sah ihn fragend an . » Habt Ihr nicht etwas in unserem Garten gehört , das Euch besonders auffallend war ? « fragte er . » Den Vogelgesang « , sagte ich plötzlich . » Ihr habt richtig bemerkt « , erwiderte er . » Die Vögel sind in diesem Garten unser Mittel gegen Raupen und schädliches Ungeziefer . Diese sind es , welche die Bäume , Gesträuche , die kleinen Pflanzen und natürlich auch die Rosen weit besser reinigen , als es Menschenhände oder was immer für Mittel zu bewerkstelligen im Stande wären . Seit diese angenehmen Arbeiter uns Hilfe leisten , hat sich in unserm Garten so wie im heurigen Jahre auch sonst nie mehr ein Raupenfraß eingefunden , der nur im geringsten bemerkbar gewesen wäre . « » Aber Vögel sind ja an allen Orten « , entgegnete ich . » Sollten sie in Eurem Garten mehr sein , um ihn mehr schützen zu können ? « » Sie sind auch mehr in unserem Garten , « erwiderte er , » weit mehr als an jeder Stelle dieses Landes und vielleicht auch anderer Länder . « » Und wie ist denn diese Mehrheit hieher gebracht worden ? « fragte ich . » Es ist so , wie ich früher von den Bäumen gesagt habe , man muß ihnen die Bedingungen ihres Gedeihens geben , wenn man sie an einem Orte haben will ; nur daß man die Tiere nicht erst an den Ort setzen muß wie die Bäume , sie kommen selber , besonders die Vögel , denen das Übersiedeln so leicht ist . « » Und welche sind denn die Bedingungen ihres Gedeihens ? « fragte ich . » Hauptsächlich Schutz und Nahrung « , erwiderte er . » Wie kann man denn einen Vogel schützen ? « fragte ich . » Ihn kann man nicht schützen , « sagte mein Gastfreund , » er schützt sich selber ; aber die Gelegenheit zum Schutze kann man ihm geben . Die Singvögel , welche sich nicht mit Waffen verteidigen