dem Flusse . « Der Prediger schwieg mehrere Minuten und starrte , in Gedanken versunken , vor sich nieder , dann erhob er sich plötzlich und frug , die Augen fest auf Roberts geheftet : » Aber woher wissen Sie , daß Brown der Mörder ist ? « » Er ist an demselben Morgen in jener Gegend gesehen worden , « sagte Roberts seufzend , » und es waren Zwei , die den Mord verübten . - Brown hatte ja auch am vorhergehenden Tage den Zank mit dem Ermordeten , der damals solch ' wilde Drohungen gegen ihn ausstieß . « » Schändlich - schändlich , « rief Rowson in frommer Entrüstung - » ich will selbst an den Petite-Jeanne gehen , vielleicht kann man den Mörder noch einholen . « » Mr. Rowson - es war Ihrethalben , daß der unglückliche junge Mann den Streit mit dem jetzt Todten begann , « sagte Marion ernst , zu ihrem Bräutigam aufsehend - » Ihnen geziemte es am wenigsten , den Stab über ihn zu brechen . « » Marion ! « rief die Mutter , entrüstet über die Kühnheit des sonst so sanften Mädchens - » Marion - was unterstehst Du Dich ? « » Lassen Sie das Kind , Schwester Roberts , « erwiderte Rowson mild - » sie urtheilt nach äußeren Eindrücken , wer kann es ihr verdenken ? - Gott nur sieht das Herz und versteht es zu prüfen . « » Würde Ihnen wenig helfen , meinen Neffen zu fangen , « sagte Harper jetzt ärgerlich aufstehend - » wir Alle sind bereit , die Drohungen zu beschwören , die Heathcott hier gegen ihn ausgestoßen hat . - Ein Geschworenengericht müßte und würde ihn freisprechen - überdies kommt er in acht Tagen zurück und wird sich selber verteidigen . « » Er kommt zurück ? « frug Rowson schnell . » Gott sei gedankt - dann ist er auch nicht schuldig ! « rief Marion in der Freude ihres Herzens . » Miß Marion scheint vielen Antheil an dem jungen Mann zu nehmen , « bemerkte Rowson . » An jedem Unschuldigen ! « sagte das schöne Mädchen , zu gleicher Zeit aber selbst über den Eifer erröthend , mit dem sie des fremden Mannes Sache vertreten hatte . » Das ist schön und lobenswerth , « erwiderte freundlich der Prediger - » möge der Herr Dich dafür segnen , mein gutes Kind , und Dir Deinen frommen Glauben erhalten . Du hast noch nicht solch ' bittere Erfahrungen gemacht , wie wir - möge es auch nie geschehen ! « Er trat darauf noch zu Mrs. Roberts und theilte ihr leise etwas mit , küßte dann seine Braut achtungsvoll auf die Stirn und folgte den beiden Männern , die sich nach kurzem Abschiedswort wieder in den Sattel geschwungen hatten , vor die Thür . Hier bestieg er sein kleines lebhaftes Pony , und ritt langsam den breiten Weg hinauf , der zwischen den zwei Maisfeldern hin und auf einen schmaleren Pfad führte , welcher später nordwestlich , dem Arkansasfluß zulief ! » Mutter , « sagte Marion nach einer stummen , schmerzlichen Pause , als sie allein mit einander waren , » Mutter - ich kann den Mann nicht lieben . - Mein Herz weiß nichts von einem Gefühl , das ich ihm am Altare heucheln müßte . « » Kind , « rief die Matrone erschreckt , indem sie der Tochter Hand ergriff - » bete ! es hat nichts auf der Welt etwas so Erquickendes als ein brünstiges Gebet , wenn der Versucher naht . - Du weißt , daß Mr. Rowson Dein und mein Wort hat - Du weißt , daß seine ganze Glückseligkeit davon abhängt , und an der Seite eines so frommen Mannes wirst auch Du jenen Grad von Seelenreinheit erringen , der Dir jetzt noch so gänzlich mangelt . Mr. Rowson hat , wie er mir eben vertraute , Hoffnung , seine Geschäfte noch vor der früher festgesetzten Zeit beendigt zu sehen , und sobald das geschehen sein wird , ist die Hochzeit . - Sei mein gutes Kind , wie Du es immer gewesen bist , und Du wirst so glücklich werden , wie Du es verdienst . « Marion lag an der Mutter Halfe und schluchzte laut . Fußnoten 1 Wenn Jemand der Kläger seiner Kameraden wird und für den Staat als Zeuge auftritt . 10. Die Sheriffswahl in Pettyville . - Die Verfolger sind auf den Fährten . In Pettyville war Wahltag . - Es sollte nämlich ein Sheriff und ein Clerk1 für das County ernannt werden , und drei Candidaten hatten sich schon zu der ersteren , zwei zur letzteren Stelle gemeldet . Der Eine , ein wohlhabender Farmer aus der Nachbarschaft , Kowles mit Namen , hatte die Wähler mit einem Festessen , das er am vorigen 4. Juli , am Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung , gegeben , auf seine Seite zu bringen gesucht . Auch jetzt noch trug er stets in der einen Tasche ein kleines Fläschchen mit Whisky , in der andern ein Stück Kautabak , und man sagte sich , daß er , wo nur die mindeste Hoffnung sei , eine Stimme zu erhalten , mit beidem sehr freigebig umgehe . Der zweite war ein Deutscher , aber schon ziemlich lange in Amerika , und hatte den Fluß weiter hinauf einen kleinen Kramladen ; der Dritte dagegen ein Farmer vom Arkansasfluß , der die Stelle schon einmal bekleidet , später jedoch nicht wieder gewählt war , indem er den guten Leuten , sonst in dieser Hinsicht wirklich sehr nachsichtig , doch etwas zu viel trank . » Dreimal die Woche « , hatten Mehrere geäußert , » ließen sie sich ein bischen schräg wohl gefallen , aber alle Tage , das sei zu viel . « Jetzt sollte er sich übrigens gebessert haben und hatte sehr viele Stimmen für sich . Vattel war auch wirklich ein herzensguter Bursche , machte sehr