liebe Gott hat es wachsen lassen , und da muß es für neuis gebraucht sein . « » Ich möchte mich nadisch nicht versündigen , Frau , « sagte Johannes , » ich habe auch schon daran gedacht . Willst morgen mit zMärit ? Ich habe allerlei zu tun , sollte für eine Kuh sehen , sollte auf den Metzger luegen , der mir das Kalb noch nicht bezahlt hat , und hätte noch neuis z ' rede mit einem Schreiber wegen Gemeindssachen , und da hab ich gedacht , es sollte sein , daß ich zMärit gehe . Da kann ich nach , sehen , ob so ein Essig- oder Brönzmacher sie gleich alle miteinander wolle . « » Eh , was sinnist , Johannes , wie könnte ich zMärit ! Ich will von allem andern noch nichts sagen , aber wir haben die Schneider auf der Stör ; denk doch , was das sagen will ! Da müßte ich Tuech füregä u Fade für e ganze Tag ! He nu , ih chönnt wohl füregä un es wär ne viellicht ds Rechte ; aber vo wegem Tuech u Fade denke ich doch , ich verdiene am meisten daheim . U de lan ih dJumpfere u dSchnyder o nit gern alleini daheim , das chönnt arig gah . Aber gang du und nimm Roß und Wägeli und nimm ein Füderli Äpfel mit ! « » O Frau , das trägt nichts ab « , sagte Johannes . » Morgen ist der ganze Märit gstacket voll . Ein jeder bringt ein Füderli und man löset nicht , was Roß und Wagen versäumen und vertun . Aber Roß und Wägeli will ich doch nehmen . Es ist mir zwider , zu laufen ; es ist mir gar in den Beinen , und morgen können wir doch nicht zAcher fahren . Es muß Mist geführt sein , und da kömmt man mit drei Rossen so weit als mit vieren . Man kann nicht laden , der Boden ist zu naß . « » Du hast recht , daß du fährst . Aber da mußt du mir doch eine Ankenballe mitnehmen , ich will gleich noch anken lassen . Ich kann dann den Schneidern morgen im halben Tag einen Ankenbock geben . Es ist ihnen seltsam und macht öppe , daß si mr minger zMittag esse . Es isch i Gottsname ke Sege i nüt , wenn die da sy . « » Uli , « sagte am Abend der Meister , » mach mir doch morgen den Blaß zweg und bürst mir das Wägeli ein wenig , man hat es lange nicht gebraucht . Ich mag , weiß Gott , nicht mit einem Wägeli fahren wie die Oberaargauer und die Bauren um Bern ; so ferndrigen Dreck an den Rädern , an den Speichen und an der Nabe und Gras in den Spälten . Es meint einem , sie könnten keinen Wagen waschen . Das muß sufer aussehen um ihre Häuser ; da wird man wohl noch nach fünfzig Jahren dem Großätti sein Ghüder und Gfräß ums Haus herum finden , damit , wenn er wiederkäme , es ihn heimelete . « Da lachten die Schneider , und jeder wußte dem Johannes zu Lieb und Ehr etwas von den Bauren um Bern herum . Am Morgen stund der stattliche Blaß und das saubere Bernerwägeli vor dem Hause . Die Bäurin legte dem Johannes noch das Halstuch um , machte ihm den Hemdekragen zu , recht , wie sie meinte , daß er ihm am besten stehe , steckte ihm ein Nastuch in die Tasche , nachdem sie es aufgemacht , um sich zu vergewissern , daß nicht etwa ein Loch darin sei , fragte ihn : » Hast du jetzt alles ? « Und als Johannes nach allen Säcken griff , fehlte ihm noch Schwamm , den die Frau ihm aus der Küche holte . Draußen war der Anken zweg in einem Bogenkorbe und mit einem schönen weißen Zwecheli mit roten Strichen bedeckt . Johannes setzte sich auf , nachdem er dem Uli die nötigen Anweisungen eingeschärft ; hinter ihm war die Bäurin und gab ihm den Anken hinauf und sagte : Er könne ihn einstweilen auf den Sitz stellen ; aber wenn eine Hübsche und Muntere ihn ums Reiten frage , so solle er es ihr nicht etwa absagen , sie sei nicht so schalus wie die Gufebüri , die apartige Leute bestelle und bezahle , welche ihr aufpassen müßten , mit wem ihr Mann geritten sei , daß sie es allemal wüßte , ehe er noch heim wäre . » Komm aber notti nicht z ' spät heim , « sagte die Frau , » und bring den Korb und das Zwecheli wieder mit ! Hast jetzt alles ? « » Ja , « sagte Johannes , » bhüet ech Gott und heyt guet Sorg zu enangere ! Hü i Gottsname ! « Der Blaß schritt stattlich vor , und Uli stund im Wege und die Bäurin auf der Bsetzi und sahen dem stattlichen Meister nach . Nach hundert Schritten , eben als Uli umkehren wollte dem Stalle zu , hielt der Meister . » Lauf gschwing , Uli , « sagte die Frau , » er hat etwas vergessen . Es nimmt mich nur wunder , daß der nicht einmal dr Gring am ene Ort vrgißt ; e vrgeßlichere Mönsch gits nit , « brummte die Bäurin , während Uli lief und den Bescheid vernahm , der Meister hätte im Stübli auf dem Tischli noch Schriften vergessen ; die Frau solle ihm sie geben , er hätte sie zweggelegt . Von weitem schon vernahm die Frau den Auftrag und brachte sie dem Uli . Nun fahr der Meister fort und kam aus den Augen , und als die Frau in die Stube ging , abzuräumen , sagte sie zu sich selbst : » Ich bin allemal froh , wenn er einist fort ist ; man hat immer nur mit